Über diesen Artikel
Datum:
12.06.2012
Autor:
Thorsten Greb
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/schule-im-spiegel-informationstechnischer-innovationen.html
Title:
Schule im Spiegel informationstechnischer Innovationen
Kategorie:
Schulpraxis
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Schule im Spiegel informationstechnischer Innovationen

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© DIGITAL LERNEN

Computer werden immer intuitiver, es geht um mehr Mobilität und uneingeschränkte Konnektivität, das machte die weltweit zweitgrößte Computermesse, die COMPUTEX Taipei, in diesem Jahr mal wieder eindrucksvoll deutlich. Die tragbaren und handlichen Alleskönner werden auch in Deutschland immer beliebter. Jeder fünfte deutsche Haushalt besitzt inzwischen einen Tablet-Computer, das fand die aktuelle FIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest kürzlich heraus. Dieser Trend wird auch vor der Schule keinen Halt machen. 

Vor rund zehn Jahren sah es in den deutschen Schulen meist noch so aus: Große Desktop-Computer waren in speziell vorbereiteten EDV-Räumen aufgebaut und fest im Schulintranet verkabelt. Ein Belegungsplan regelte bereits Tage oder Wochen im Voraus, wann welche Schulklasse die knappen Hardwareressourcen dieses EDV-Raums für den obligatorischen Informatikunterricht nutzen durfte. Die Verwendung der Geräte beschränkte sich dabei weitgehend auf das Abarbeiten von kleineren Programmieraufgaben, während die anwendungsorientierte Nutzung eher selten war. Es war die Ausnahme wenn beispielsweise im Rahmen des Biologieunterrichts ein Projekt grafisch in einer Power-Point-Präsentation aufbereitet wurde, um es anschließend den Mitschülern zu präsentieren.

Der Durchbruch des Notebooks auf dem Massenmarkt verdrängte nicht nur den klassischen Desktop-Computer aus der ersten Reihe der Händlerregale, sondern befreite auch das Konzept eines computergestützten Schulunterrichts von seiner Ortsgebundenheit an einen zentralen EDV-Raum. Dieser Übergang ist in einem mehrjährigen Prozess verlaufen und selbst heute vielerorts noch nicht abgeschlossen. EDV-Räume existieren weiterhin, sie werden aber inzwischen immer häufiger ergänzt durch den Einsatz von Notebooks und Netbooks in den Klassen- und Fachunterrichtsräumen. Mit der Verwendung von Computern außerhalb eines EDV-Raums änderte sich auch das Nutzungsverhalten, denn fächerspezifische Anwendungssoftware zur Text- und Bildbearbeitung und Programme wurden nun erstmals medienpädagogisch praktikabel. Hinzu kam die Nutzbarmachung des Internets als Recherchewerkzeug.

Mit dem Aufkommen der ersten erschwinglichen Tablet-Computer für den Massenmarkt im Frühjahr 2010 begann nun eine weitere, tiefgreifende Veränderung der IT-Nutzung im Schulunterricht, denn die baubedingten Eigenschaften dieser Geräte verändern nicht nur die strukturellen Notwendigkeiten von Schul-IT-Lösungen von Grund auf , sondern auch das medienpädagogische Anwendungskonzept.

Kabelgebundene LAN-Netzwerke sind bei einem Einsatz von Tablet-Computern nicht mehr nutzbar, da die Geräte teilweise über keinen entsprechenden Anschluss mehr verfügen. WLAN wird sich also mittelfristig als neuer Netzwerkstandard in den Schulen etablieren, wodurch die Geräte überall in der Schule nutzbar gemacht werden. Ob sich LTE an den Schulen als kabelloser Übertragungsstandard durchsetzen wird, ist fraglich. Zumindest erscheint LTE weniger sinnvoll, wenn es darum geht die mobilen Endgeräte separat und dezentral an das LTE-Netz anzubinden. Wie soll dann beispielweise  das kollaborative Arbeiten der Schüler bei hunderten Einzelverbindungen gelöst werden, von den Verbindungskosten mal ganz abgesehen? Denkbar sind hingegen Hybridlösungen verschiedener kabelloser Übertragungsstandards. So könnten Schulen in ländlichen Gebieten - abseits der kabelgebundenen Glasfaserbreitbandversorgung – über LTE-Funk ans Internet angeschlossen werden, während das Signal innerhalb der Schule über WLAN verteilt wird.      

Die ständige Anbindung der Geräte an ein mit dem Internet verbundenes WLAN-Netzwerk der Schule wird die Nutzung mehr und mehr in Richtung webbasierter Anwendung wie Lernplattformen oder Cloud-Diensten verschieben. Ein durchdachtes Medienkonzept vorausgesetzt, eröffnen sich mit den mobilen Tablet-Computern so vielfältige neue Möglichkeiten des digitalen Lernens in den Schulen. Einige Best-Practice-Beispiele und vielversprechende Nutzungskonzepte für den Einsatz von Tablet-Computern im Schulunterricht finden Sie in der Rubrik Schulpraxis auf DIGITAL LERNEN.

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12.06.2012
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Thorsten Greb
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Schule im Spiegel informationstechnischer Innovationen
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Schulpraxis
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