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Datum:
20.09.2010
Autor:
Redaktion
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http://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/neue-iglu-ergebnisse-schadet-medienkonsum-der-lesekompetenz.html
Title:
Neue IGLU-Ergebnisse: Schadet Medienkonsum der Lesekompetenz?
Kategorie:
Schulpraxis
gastautoren stift

Neue IGLU-Ergebnisse: Schadet Medienkonsum der Lesekompetenz?

Leseschwache Kinder erhalten in Deutschland nicht die schulische Förderung die sie bräuchten. Offenbar schafft es auch das Bildungssystem nicht, die unterschiedlichen Gegebenheiten in den Elternhäusern wieder auszugleichen, anderen Ländern gelingt dies besser. Das sind die Ergebnisse, die in dem jetzt erschienenen dritten Berichtsband der Internationalen- Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU) vorgestellt werden.

Einen enormen Einfluss auf die Lesekompetenz hat danach das familiäre Umfeld und die Frage wie die Schüler von ihren Eltern unterstützt und gefördert werden. Dazu gehört auch der häusliche Medienkonsum. Je mehr Fernsehen geschaut wird, desto schlechter ist die Leseleistung. 59,1 Prozent der leseschwachen Kinder, aber nur 9,8 Prozent der lesestarken Kinder gaben an, täglich mehr als 3 Stunden fernzusehen. 29,6 Prozent der leseschwachen Kinder antworteten, dass sie täglich sogar mehr als 5 Stunden vor dem Fernseher verbringen. Damit wurden erneut die Thesen des Neurowissenschaftlers Manfred Spitzer bestätigt, der 2005 in seinem Buch „Vorsicht Bildschirm“ noch für hitzige Diskussionen gesorgt hatte. Seine These damals: „Fernsehen macht dick, dumm, gewalttätig“.

In wie weit aber die Daten noch aktuell sind, ist fraglich. Schließlich hat das Internet in den vergangenen vier Jahren viel aufgeholt und wird heute genauso stark frequentiert wie das Fernsehen. Allerdings ist das Verhalten der Nutzer sehr unterschiedlich, wie die jüngste Jim-Studie festgestellt hat. Während das Internet vor allem als Informationsquelle und zur Kommunikation mit Freunden genutzt wird, geht es beim Fernsehen für die Jugendlichen um das aktuellen Zeitgeschehen, Sport und Stars. Hier ist also ein viel stärkerer „Berieselungscharakter“ vorhanden, als beim Internet.

Die IGLU-Studie, die seit 2001 im Turnus von fünf Jahren durchgeführt wird, untersucht Lesekompetenzen am Ende der 4. Jahrgangsstufe in 45 Ländern und Regionen. Deutschland steht im Vergleich mit anderen europäischen Ländern keineswegs schlecht da. Der Anteil der lesestarken Kinder der 4. Jahrgangsstufe beträgt in Deutschland 52,7 Prozent. Es gibt jedoch starke regionale Unterschiede: In Thüringen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen zählen mehr als 60 Prozent der Viertklässlerinnen und Viertklässler zu den Lesestarken; hingegen bilden die Stadtstaaten Hamburg, Berlin und Bremen mit 41,5 Prozent das Schlusslicht in dieser Gruppe.

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