Über diesen Artikel
Datum:
11.05.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/mit-dem-rasenmaeher-statt-mit-der-giesskanne-durch-die-schule-gew-und-vbe-kritisieren-bildungspolit.html
Title:
Mit dem Rasenmäher statt mit der Gießkanne durch die Schule: GEW und VBE kritisieren Bildungspolitik in Baden-Württemberg
Kategorie:
Schulpraxis
redaktion sven becker

Mit dem Rasenmäher statt mit der Gießkanne durch die Schule: GEW und VBE kritisieren Bildungspolitik in Baden-Württemberg

kuerzung
© Copyright:Trinter, Martin Schuler / pixelio.de

Der Chef des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) Gerhard Brand bringt es auf den Punkt: "Dass die grün-rote Landesregierung 11 600 Lehrerstellen streichen will, passt nicht zum Bildungsaufbruch und zum Konzept der vielfältigen gesellschaftlichen und päda­gogischen Aufgaben, die die Schulen jetzt gemeinsam schultern sollen." Nicht weniger drastisch drückt Doro Moritz es aus, die Landesvorsitzende der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW): „Die Landesregierung hat zwei Jahre nach ihrem Start noch immer kein Konzept für die bildungspolitischen Ziele und fährt stattdessen mit dem Rasenmäher durch die Schulen. Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern werden sich ab Herbst auf eine schlechtere Unterrichtsversorgung und die Streichung vieler Zusatzangebote einstellen müssen.“ Und weiter: „Die Bildungspolitik der Landesregierung trägt die Überschrift ‚Schafft die Schule ab, sie kostet nur Geld’. Für das Sparen hat die Landesregierung einen Plan, für die Bildungsreformen und die Unterstützung der Arbeit in den Schulen nicht.“

Die Steine, an denen GEW und VBE sich stoßen: Im allgemeinen Entlastungskontingent erhalten die Schulen jährlich etwa 1 600 Lehrerstellen für besondere Aufgaben. Solche Aufgaben sind beispielsweise die Lehrmittel- und Fachraumverwaltung, die Suchtprävention, die Steuerung der Schulentwicklung, der Schüleraustausch und auch die Betreuung des Computernetzwerks. Die Landesregierung will 14 Prozent dieser Stunden streichen. Zudem fehlen nach wie vor AG-Stunden, Stütz- und Förderkurse sowie Lehrer als Krankheitsvertreter. Trotzdem sollen in den nächsten Jahren 11 600 Lehrerstellen wegfallen.

Die Bildungsgewerkschaft GEW verlangt die Rücknahme der Kürzungspläne für das allgemeine Entlastungskontingent. „Wenn Grüne und SPD hier kürzen, sollen sie den Eltern auch erklären, wer sich in Zukunft an den Schulen um die Suchtprävention, die Kooperation mit den KiTas und die Qualitätsentwicklung kümmern wird. Wenn es zum Beispiel keine Stunden für die Netzwerkbetreuung mehr gibt, sollte das Kultusministerium den Schulen vorschlagen, die Computer an den Schulen auszuschalten“, sagte Moritz.

Auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Baden-Württemberg sorgt sich um die Schulen. "Die grün-rote Landesregierung wollte eine bessere Bildungspolitik; hat aber deutlich mehr versprochen als sie jetzt umsetzt", kritisiert Brand. moniert er. Der VBE sieht mit Sorge, dass Lehrer jedes Problem der Gesellschaft aufarbeiten und lösen müssen, jeden Wunsch der Wirtschaft erfüllen sollen, dafür aber immer weniger Unterstützung von der Politik bekommen. "Lehrer sind keine Alleskönner, Ausputzer, Therapeuten oder gar Wunderheiler", so Brand. Der VBE fordert von der Politik bessere Rahmenbedingungen für die Schulen, ins­besondere ein moderneres Raumprogramm, mehr unterstützende Fachkräfte wie Sozi­alpädagogen, Schulpsychologen und Beratungslehrer sowie deutlich kleinere Lerngruppen und Klassen mit höchstens 20 bis 25 Schülern. Außerdem müssen die Pädago­gen bei zusätzlichen Aufgaben entlastet werden. Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Jetzt werden im allgemeinen Entlastungskontingent die sowieso viel zu knappen Ermäßigungsstunden gekürzt.

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11.05.2013
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Mit dem Rasenmäher statt mit der Gießkanne durch die Schule: GEW und VBE kritisieren Bildungspolitik in Baden-Württemberg
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