Über diesen Artikel
Datum:
09.05.2012
Autor:
Sven Becker
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/mit-480-computern-und-40-interaktiven-tafeln-lernen.html
Title:
Mit 480 Computern und 40 interaktiven Tafeln lernen
Kategorie:
Schulpraxis
Motivation durch Laptops im Unterricht

Mit 480 Computern und 40 interaktiven Tafeln lernen

Motivation durch Laptops im Unterricht

„Use to learn“ statt „learn to use“ ist am Gymnasium Ottobrunn in Bayern der Grundsatz für das Arbeiten mit digitalen Medien im Unterricht - nicht Kompetenz für Medien, sondern Bildung durch Medien. Die Akteure haben verstanden, dass es nicht ausreicht, den „Schülern nur einen Rechner auf den Tisch zu stellen, oder auch das Lehrpersonal in eine Klasse zu setzen, in der plötzlich Rechner am Tisch stehen.“ Ohne Vorbereitung könne das nämlich dazu führen, „dass man sie nur als Schreibmaschine einsetzt, sonst aber am Unterricht nichts verändert“, wie es die Koordinatorin für das Programm „Kompetenzerwerb mit IT“ für die 8. Klassen, Birgit Ablinger, formuliert. Entscheidend sei dagegen „die Lehr- und Lernkultur, die mit dem Einsatz von Rechnern verbunden ist.“

Diese Kultur entsteht nicht spontan. Sie muss zu Beginn erst eingeführt und dann weiter gepflegt werden. In Ottobrunn geschieht das, indem motivierende Lernanreize gesetzt werden. Einige Beispiele: Die Arbeit mit speziellen Tools motiviert die Schüler, etwa wenn sie im Fremdsprachenunterricht Radioshows mithilfe der Audio-Software Audacity erstellen. Bei der Arbeit mit dem E-Portfolio können die Schüler aus verschiedenen Aufgaben zu einem Unterrichtsthema die auswählen, die sie am liebsten bearbeiten wollen. An sogenannten Lerntagen können sie Themen und Herangehensweisen selbst bestimmen. Nach den Lerntagen stellen die Schüler auf Elternabenden ihre Projekte in Vorträgen oder Präsentationen vor. Ablinger spricht von einem „sanften Druck“, der dabei ausgeübt wird, denn „hier wollen die Schüler meist einen positiven Eindruck hinterlassen und entwickeln viel Ehrgeiz und, nach dem erfolgreich durchgeführten Elternabend, auch neues Selbstbewusstsein.“ Zur digitalen Lernkultur gehören auch die Methodenvielfalt und unterschiedliche Sozialformen, die von den einzelnen Lehrern im Unterricht eingesetzt werden.

Digitale Medien gibt an der Schule schon lange. Im Schuljahr 2002/2003 wurde die erste Notebook-Klasse eingerichtet. Das Projekt „Lernen mit Notebooks“ etablierte sich schnell und seit 2005 können Schüler von Klasse acht bis Klasse zehn auf Wunsch der Eltern eine Notebook-Klasse besuchen. Drei Jahre lang arbeiten die Schüler täglich mit den Rechnern – in der Schule und zuhause. In der Oberstufe gibt es dann zwar keine Notebook-Klassen mehr, die Schüler können die Rechner trotzdem weiter für die Arbeit in der Schule verwenden. Im Schuljahr 2008/2009 kam das „Classmate-Projekt“ dazu. Die Schule schaffte 150 der robusten kleinen Rechner an, die für ein Jahr an die Schüler verliehen werden. Zwei Klassen der Jahrgangsstufe acht arbeiten mit elternfinanzierten Geräten, fünf Klassen mit Classmates. Seit 2008 heißt es außerdem: „GO Moodle“ - seitdem gibt es virtuelle Klassenräume im Lernmanagement-System Moodle. Seit kurzem arbeitet die Schule auch mit dem E-Portfolio Mahara, das zunächst in den achten Klassen eingeführt wurde.

Am Anfang gab es keine Modelle, auf die die Schule zurückgreifen konnte. Die Lehrkräfte entwickelten deshalb aus den unterschiedlichen Initiativen in den einzelnen Jahrgangsstufen ein eigenes Konzept zur Förderung der Medien- und Methodenkompetenz. Dabei integrierten sie bereits bestehende Themen wie „Lernen lernen“ und IT-spezifische Komponenten. Seitdem gibt es einen Arbeitskreis, der das Medien- und Methodencurriculum immer wieder erweitert und anpasst. Ein Ausschnitt: In jeder der Jahrgangsstufen fünf bis zehn gibt es Schwerpunktlernziele. Die Schüler lernen altersgemäße Methoden- und Medienkompetenz kennen, die sie in Projekten anwenden.

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