Über diesen Artikel
Datum:
07.06.2012
Autor:
Sven Becker
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/gymnasium-st-mauritz-balance-zwischen-medienerziehung-und-technikausstattung.html
Title:
Gymnasium St. Mauritz: Balance zwischen Medienerziehung und Technikausstattung
Kategorie:
Schulpraxis
Arbeiten am Laptop

Gymnasium St. Mauritz: Balance zwischen Medienerziehung und Technikausstattung

Arbeiten am Laptop

Arbeiten am Laptop

Das Gymnasium St. Mauritz in Münster hat sich klaren Grundsätzen zur Medienarbeit verschrieben: Es gilt das Primat der Pädagogik; die Verantwortung wird verteilt; der Laptop ist nicht Zwang, sondern freiwilliges Angebot. Diese Grundsätze leiten das Laptop-Projekt schon seit dem Schuljahr 2002/2003. Ab der siebten Klasse können die Schüler seitdem in einer Laptop-Klasse mitarbeiten. Alle Schüler besitzen darin das gleiche Laptopmodell – die Lerngruppen sollen in dieser Hinsicht homogen sein. Bis zum Ende der Mittelstufe arbeiten die Schüler mit ihrem eigenen Rechner und in der Oberstufe nutzen sie ihn flexibel weiter, je nach Kurszusammensetzung.

Das Primat der Pädagogik bedeutet: Medienerziehung genießt hier eine hohe Priorität, die Technik dominiert also den Unterricht nicht, sie unterstützt ihn. „Der Einsatz der neuen Medien soll immer durch den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule bestimmt werden und nicht durch technische Vorgaben oder sonstige Einflüsse. Dabei geht stets Qualität vor Quantität“, so die Schule dazu.

Zudem wird die Verantwortung für das Projekt verteilt. Mit dem „aktiven Einbezug der am schulischen Leben beteiligten Gruppierungen“ ist auch die Finanzierung gemeint. Denn die öffentlichen Mittel allein reichen für ein so umfangreiches Angebot nicht aus und deshalb hilft die Schule sich selbst. Der Schulträger übernimmt die Kosten für die technische Infrastruktur, private Sponsoren unterstützen bei der Anschaffung zusätzlicher Hard- und Software und die Eltern kaufen die Laptops, Netbooks oder Tablet-Computer. Sie zahlen die Rechner über drei Jahre in Raten ab, nach dem Ende der Mittelstufe gehen die Rechner dann in ihren Besitz über.

Schließlich ist der Laptop nicht Pflicht, sondern freiwilliges Angebot. Schüler, die nicht an der Laptopklasse teilnehmen wollen, „sollen weder in Begründungszwang geraten noch sollen sich für sie schulische Nachteile aus ihrer Entscheidung ergeben.“

Die Laptops sind didaktisch in den Fachunterricht integriert. Sie sind nicht nur Schreibwerkzeug, sondern werden auch für die Arbeit mit der Lernplattform lo-net2 verwendet und dienen als Portfolio, in dem die Schüler ihre Fortschritte in einem Lerntagebuch dokumentieren. Den Anwendungsumfang hat die Schule festgelegt. Die Laptop-Klassen sollen die Rechner regelmäßig einsetzen: in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik sowie in einem Nebenfach, zum Beispiel Erdkunde. Die Nutzung in weiteren Fächern ist erwünscht. Die digitalen Medien ergänzen so das Repertoire der didaktischen Szenarien für den Fachunterricht. Gleichzeitig erhöht sich ihre Medienkompetenz en passant, ein eigenes Fach „Medienbildung“ ist nicht nötig.

Die Schule veranschaulicht ihren IT-Ansatz grafisch durch zwei Achsen, die quer zueinander stehen. Die Vertikale bezeichnet dabei den Einsatz der individuellen Laptops. Die Horizontale die schuleigene IT-Infrastruktur: in zwei Computerräumen stehen 16 Desktop-Rechner zur Verfügung, die über einen zentralen Anschluss mit dem Internet verbunden sind. Auch einige Fachräume, wie die Physik- und Biologieräume, sind mit PC, Scanner und Beamer ausgestattet. In den Klassenräumen steht WLAN zur Verfügung und ein Netzwerk-Drucker ist jeweils vorhanden. Für seinen Laptop hat jeder Schüler ein eigenes Schrankfach für Bücher und mit Netzgerät, um den Akku aufzuladen. Das Netzwerk ist domänenbasiert, es lässt sich zentral kontrollieren und alle Datenströme werden protokolliert.

Das Gymnasium St. Mauritz hat schon sehr früh den Trend zum mobilen Lernen und dessen Vorteile erkannt: Lernumgebungen können ortsunabhängig genutzt werden, das Lernen kann dabei individueller und differenzierter gestaltet werden.

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07.06.2012
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