Über diesen Artikel
Datum:
01.08.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/die-regeln-der-digitalen-kopie-auf-schulbuchkopiede-uebersichtlich-erklaert.html
Title:
Die Regeln der digitalen Kopie: auf schulbuchkopie.de übersichtlich erklärt
Kategorie:
Schulpraxis
redaktion sven becker

Die Regeln der digitalen Kopie: auf schulbuchkopie.de übersichtlich erklärt

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© Thorben Wengert / pixelio.de

Heute tritt das Leistungsschutzrecht in Kraft und verändert das Internet, wie wir es bisher kannten. Bei Rivva.de sind beispielsweise die Anreißer verschwunden, nachdem sie in letzter Zeit von Tag zu Tag immer mehr verblassten – das symbolische Sterben der freien Informationsweitergabe. Ein verwandter Sachverhalt ist, dass es Lehrern an allgemeinbildenden Schulen verboten ist, unbegrenzt Kopien von Kulturgütern für ihren Unterricht anzufertigen. Dabei durchbrach das Digitale die teilweise gängige Praxis, was für einige Verwirrung sorgte und nach klar formulierten Regeln verlangte. Die gibt es nun schon seit Anfang dieses Jahres: Laut einer Vereinbarung zwischen den Kultusministerien der Länder, dem Verband Bildungsmedien und den Verwertungsgesellschaften VG WORT, VG Bild-Kunst und VG Musikedition ist es Lehrern an Schulen gestattet, durch das Urheberrecht geschützte Inhalte aus Büchern und Unterrichtswerken auch digital zu kopieren.

Eine neue Website bietet einen Überblick über diese Regeln für das analoge und digitale Kopieren an Schulen. Der Verband Bildungsmedien und die Kultusministerkonferenz beantworten auf schulbuchkopie.de Fragen, die für die Schulpraxis relevant sind. Die Interessen der Lehrer werden dabei berücksichtigt: „Die Lehrkräfte wollen für ihren Unterricht aus unterschiedlichen Gründen digitale Kopien von Printmedien erstellen und im Unterricht nutzen, so z.B. von Schulbüchern, die noch nicht digital vorliegen.“ Die Interessen der Unternehmen werden gleichermaßen berücksichtigt: „Dies hat für Urheber und Verlage allerdings wirtschaftliche Konsequenzen, besonders für solche Verlage, die ihre Werke ausschließlich für die Schule herstellen.“ Daher müssten klare Regeln gelten, heißt es weiter, die den Interessen beider Seiten gerecht würden.

Das Portal unterscheidet zwischen der digitalen Kopie und der Fotokopie. Für beide Formen gelten unterschiedliche Regeln, die sich jedoch insgesamt stark ähneln.

Zur digitalen Kopie. Für Printmedien mit einem Erscheinungsdatum ab 2005 kann ein Lehrer für den eigenen Unterricht Auszüge einscannen, die 10 Prozent des Gesamtumfangs, höchstens aber 20 Seiten nicht überschreiten. Schmalere Werke können ganz digitalisiert werden: Das betrifft Musikeditionen von bis zu sechs Seiten, Druckwerke – außer Schulbüchern – mit bis zu 25 Seiten und Abbildungen aller Art. Die Erlaubnis wird unter den Bedingungen gewährt, dass auf dem Scan die Quelle genannt wird, die Scans nur im eigenen Unterricht genutzt werden und je Werk und Klasse nur einmal im Schuljahr 10 Prozent/20 Seiten digitalisiert werden dürfen. Unter der Kategorie „Was geht, was geht nicht?“ werden viele Fragen exemplarisch und aus lehrpraktischer Perspektive beantwortet, die zur Klärung weiter beitragen.

Die Verwendung von Fotokopien ist ebenfalls geregelt: „Dabei dürfen die Fotokopien Schulbücher und sonstige Unterrichtsmaterialien nicht ersetzen. Die Lehrkräfte sollen Kopien gleichwohl in einem sinnvollen Umfang nutzen dürfen“ - es liegt jedoch nicht in der Deutungshoheit der Lehrer, was sie für ihren Unterricht als „sinnvoll“ erachten. Die Regeln für die Fotokopie sind weitgehend identisch mit der für die digitale Kopie. Ein Unterschied besteht in der Möglichkeit, mehr als 10 Prozent/20 Seiten zu kopieren – dazu müssen die Lehrer einfach eine Kopierlizenz erwerben, indem sie dem Verlag einige Angaben mitteilen: „das Buch bzw. sonstige Medium, aus dem Sie vervielfältigen wollen, mit ISBN- oder Bestellnummer, den genauen Umfang, den Sie kopieren wollen (Kapitel- bzw. Seitenangaben), die Anzahl der beabsichtigten Kopien, den Rechnungsempfänger mit genauer Anschrift.“ Auch in diesem Abschnitt werden wieder häufige Fragen beantwortet, mit nicht wenig redundantem Charakter, so dass sie sich im Wesentlichen auf die Faustregeln reduzieren lassen, die auf der Website in einem eigenen Bereich noch einmal gesondert aufgeführt werden:

  • „Lehrkräfte können 10 Prozent, maximal aber 20 Seiten, eines Printwerkes kopieren und bei Werken, die ab 2005 erschienen sind, einscannen.
  • Lehrerinnen und Lehrer können diese Kopien und Scans für ihren eigenen Unterrichtsgebrauch nutzen.
  • Ein Zugriff Dritter muss mit effektiven Mitteln ausgeschlossen werden.
  • Die Scans können auf verschiedenen Rechnern der Lehrkraft gespeichert werden.
  • Bei Werken, die digital angeboten werden, gelten die Lizenzbedingungen des Verlages.“

Weitere Informationen findet der Leser auf dem Portal schulbuchkopie.de.

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01.08.2013
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Sven Becker
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