BYOD am Gymnasium in den Filder Benden

Schüler bei der Audiobearbeitung
© Sebastian Dorok

Das Gymnasium in den Filder Benden in Moers arbeitet schon seit Jahren mit digitalen Werkzeugen im Unterricht. Digitale Tafel und Laptop-Wagen prägten schon früh das Schulbild mit. In dieser Zeit hat die Schule viel gelernt, und diese Erfahrung bildet eine sichere Basis, auf der die Arbeit erweitert werden kann: Die Zeit ist reif für BYOD.

Marc Lachmann, Lehrer an der Schule und verantwortlich für die IT-Bildungsmedien und die Schulentwicklung, erklärt: „Unsere Schule hat sich zum Ziel gesetzt, dass alle Schülerinnen und Schülern mit dem Erhalt des Abitur eine zeitgemäße Medienkompetenz erworben haben.“ Dabei haben sich die Schwerpunkte des Unterrichts in den letzten Jahren deutlich verändert. Vor wenigen Jahren stand die sichere Beherrschung standardisierter Applikationen ganz vorne auf der Liste - vor allem der Umgang mit einschlägigen Office-Paketen. Auch „Suchen und Finden“, „Navigieren“ und „Quellen bewerten“ haben einen großen Teil der medienpädagogischen Arbeit ausgemacht. In der letzten Zeit ist etwas anderes wichtiger geworden: Die Kompetenz der "Nutzung des Internets". „Wir mussten feststellen, dass es nicht ausreicht, nur "fit für das Web" zu sein, im Sinne einer Benutzungskompetenz. Vielmehr kommen weitere Beurteilungs- und Entscheidungskompetenzen neu dazu, gerade in Bezug auf den Datenschutz und die Urheberrechtsfragen“, so Lachmann weiter. Neue Dimensionen der Medienkompetenz drängen also in den Vordergrund. Neben Medienkunde und der Mediennutzung tritt die Notwendigkeit des kritisch-reflexiven Zugangs zu den digitalen Medien.

Doch die grundlegende Vermittlung des Umgangs mit Software hat weiterhin ihre Berechtigung, auch im Hinblick auf die Nutzung des sogenannten Web 2.0. Diese grundständige Medienerziehung steht in Filder Benden besonders in den Klassen fünf und sechs auf dem Plan. Für alle Klassen- und Jahrgangsstufen gehört darüber hinaus die schuleigene webbasierte Lernplattform Moodle dazu. Die Schüler sollen so vertraut mit dem Lernmanagementsystem werden, dass es als Arbeitsmittel ebenso in den Hintergrund verschwindet wie Heft und Stift. Lachmann formuliert die treffende Maxime der Schule: „Den Computer als Lernwerkzeug selbstverständlich und sinnvoll zu nutzen." Und das läuft gut. Alle Mitglieder der Schulgemeinschaft verfügen über einen Zugang zum Schulmoodle und immer mehr Unterrichts- und Verwaltungsaufgaben werden darüber erledigt.

Dazu kommt nun BYOD. „Bring Your Own Device“ meint: die Schüler können mit ihren privaten Geräten in der Schule arbeiten. Dieser Ansatz soll die Schule bei der Digitalisierung unterstützen, denn so ist eine regelmäßigere Nutzung des Computers als konkretes Lernwerkzeug im Unterricht gewährleistet: „Es ermöglicht die konsequente Nutzung unserer Inhalte, beispielsweise die Moodlekursen.“ Zurzeit nehmen zwei neunte Klassen am BYOD-Projekt teil. Außerdem dürfen die Schüler der Oberstufe seit diesem Schuljahr ihrer eigenen Geräte mitbringen und benutzen. Für wen sich das wie ein Garant für heilloses Chaos liest, der sei beruhigt: „Alle Schülerinnen und Schüler der Oberstufe müssen einen Test bestehen, in dem grundlegende Benutzungs- und Verhaltenskenntnisse abgefragt werden“, erzählt Lachmann.

Eine weitere Bedingung für gelingendes BYOD ist, dass die privaten mobilen Geräte in den Unterricht integriert werden, auch über die vereinzelte Nutzung durch den jeweiligen Schüler auf seinem Tisch. Deshalb stattet das Gymnasium in diesem Jahr die meisten Klassenräume mit einem Beamer aus, damit die Schüler ihre Ergebnisse präsentieren und mit anderen teilen können.

1 2  
Über diesen Artikel
Datum:
02.12.2013
Autor:
Sven Becker
Aktionen:
Drucken, E-Mail
URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/byod-am-gymnasium-in-den-filder-benden.html
Title:
BYOD am Gymnasium in den Filder Benden
Kategorie:
Schulpraxis
Weiterführende Links
Soziale Netzwerke