Baden-Württemberg regelt Einsatz digitaler Hilfsmittel beim Mathematik-Abitur ab 2017 neu

taschenrechner
© Sven Dovermann/pixelio.de

Das Kultusministerium Baden-Württemberg hat neue Richtlinien für die Abiturprüfungen im Fach Mathematik erlassen. Sie werden ab dem Abiturjahrgang 2017 gelten. Sie betreffen den Einsatz von Taschenrechnern und sollen den rasanten technischen Entwicklungen gerecht werden. Kultusminister Andreas Stoch dazu: "Die hochmodernen Taschenrechner bieten immer umfangreichere technische Möglichkeiten, so dass wir bei den künftigen Mathe-Prüfungen die gleichen Bedingungen für alle Abiturienten gewährleisten und für mehr Sicherheit sorgen müssen."

Ab 2017 wird in der Abiturprüfung ein wissenschaftlicher Taschenrechner (WTR) in den allgemein bildenden und beruflichen Gymnasien verwendet. Im Unterricht werden daneben weiterhin die bislang genutzten digitalen Geräte genutzt, wie beispielsweise die grafikfähigen Taschenrechner (GTR) oder auch Computer-Algebra-Systeme (CAS). Sie sind noch bis 2016 für die Prüfungen zugelassen.

Die Änderung gewährleistet die Grundvoraussetzungen einer landesweit zentral gestellten Prüfung. Chancengleichheit und Sicherheit der Prüfung stünden dabei an erster Stelle: "Die Erfahrungen der vergangenen zehn Jahre haben gezeigt, dass Leistung und Rechengeschwindigkeit digitaler Hilfsmittel je nach Hersteller und durch ständige Weiterentwicklung in immer kürzeren Abständen variieren. Wir können angesichts dieser Entwicklungen mit den GTR oder den CAS-Rechnern in naher Zukunft nicht mehr garantieren, dass alle Schüler ein Mathe-Abitur unter denselben Bedingungen bestreiten." Die Sicherheit der Prüfungen sei bei den gegenwärtigen Bedingungen in Frage gestellt. Denn GTR und CAS könnten nicht nur vorgefertigte Lösungswege abspeichern. Dazu komme, dass der technische Fortschritt zudem ständig neue Kommunikations- und damit auch Täuschungsmöglichkeiten eröffne: "Es liegt auf der Hand, dass wir die technischen Voraussetzungen für die Abiturprüfungen so gestalten müssen, dass keine Täuschung möglich ist."

Der Bildungsplan 2004 des allgemein bildenden Gymnasiums bleibt von der neuen Regelung unberührt. Lediglich bei den beruflichen Gymnasien wird es eine kleine inhaltliche Änderung des Lehrplans im Fach Mathematik für die Umsetzung der Bildungsstandards geben. Hilfsmittel wie GTR und CAS können auch künftig im Unterricht verwendet werden. Zusätzlich wird der WTR in der Oberstufe zur Vorbereitung auf Klausuren und Prüfungen eingeführt.

Die seit 2004 entwickelte Prüfungskultur am allgemeinbildenden Gymnasium wird ebenfalls beibehalten: Die Unterscheidung der Aufgabentypen in Pflicht- und Wahlteil bleibt bestehen. Format und Zuschnitt der Aufgaben werden indes an die neu gesetzten Rahmenbedingungen angepasst, die durch die neuen Hilfsmittel entstehen. Das gilt auch für die beruflichen Gymnasien, in denen jedoch zudem die Prüfungsstruktur angepasst wird.

Von den Hochschulen werde die neue Regelung inzwischen begrüßt, sagt Stoch. Schließlich erwarteten sie von den Abiturienten vor allem mathematische Grundkenntnisse und Fertigkeiten. Weniger den Umgang mit technischen Geräten.

Die Schulen, Lehrerinnen und Lehrer werden durch Handreichungen und Musteraufgaben auf die neuen Prüfungsaufgaben vorbereitet. Das Kultusministerium wird Eltern, Schüler und Lehrkräfte über die genauen Planungs- und Umsetzungsschritte informieren.

Über diesen Artikel
Datum:
26.11.2013
Autor:
Sven Becker
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Baden-Württemberg regelt Einsatz digitaler Hilfsmittel beim Mathematik-Abitur ab 2017 neu
Kategorie:
Schulpraxis
redaktion sven becker
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