Über diesen Artikel
Datum:
29.10.2010
Autor:
Redaktion
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/aus-der-praxisdigitales-klassenzimmer-im-krankenhaus.html
Title:
AUS DER PRAXIS Digitales Klassenzimmer im Krankenhaus
Kategorie:
Schulpraxis
gastautoren stift

AUS DER PRAXIS
Digitales Klassenzimmer im Krankenhaus

Schulen fuer Kranke

Es war ein Fahrradunfall nach dem Lena beide Beine in Gips hatte, sie konnte nicht mehr gehen, auch nicht zur Schule. Immer wieder können Schüler aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr am Unterricht in der Schule teilnehmen, häufig sind Unfälle oder Krankheiten dafür verantwortlich. Aber auch diesen Schülern muss es möglich gemacht werden, weiter am Unterricht teilzunehmen, so sehen es die meisten Landesschulgesetze vor. In Bayern haben sich staatliche „Schulen für Kranke“ diesen Kindern angenommen, sie betreuen schulpflichtige Kinder und Jugendliche, die wegen einer langdauernden oder chronischen Erkrankung ihre Heimatschule nicht besuchen können. So gibt es unter anderem in München, Nürnberg und Regensburg die „Schule für Kranke“. In München ist sie in 12 Krankenhäusern und in Nürnberg-Fürth in vier großen Kinderkliniken aktiv. Die „Schule für Kranke“ in Nürnberg-Fürth hat jetzt das Modell eines digitalen Klassenzimmers gestartet. Die Kinder und Jugendlichen können durch den Einsatz von Videokonferenzschaltungen zwischen Schule und Krankenzimmer vom Krankenbett aus direkt und interaktiv am Unterricht in einer Klasse teilnehmen.

Vom virtuellen Klassenzimmer profitiert auch Kathrin (Name wurde geändert). Kathrin ist längerfristig erkrankt und kann daher am Unterricht an ihrem Gymnasium in Nürnberg nicht teilnehmen. Zwischen längeren Klinikaufenthalten an der Cnopf’schen Kinderklinik in Nürnberg ist sie auch immer wieder zu Hause. An der Klinik wird sie von Lehrkräften der Schule für Kranke unterrichtet, zu Hause erhält sie stundenweise Hausunterricht. Irgendwann äußerte Kathrin den Wunsch wieder mit ihrer Klasse Verbindung aufzunehmen, etwas mitzubekommen vom Unterricht und ihren Mitschülern an ihrer Stammschule. Ihr Vater hörte von den Möglichkeiten von Videokonferenzen z. B. via SKYPE. Kathrins Eltern setzten sich mit dem Lehrer der Schule für Kranke und Ihrem Klassenlehrer am Hans-Sachs-Gymnasium in Verbindung. Beide Schulen zeigten sich sehr kooperativ. In Kathrins Klassenzimmer war ein Internetanschluss vorhanden. Die Eltern der anderen Schüler waren mit der Internetübertragung einverstanden. Auch an der Cnopf’sche Kinderklinik ist in allen Krankenzimmern der Zugang zum Internet möglich. Dank einer rührigen Elterninitiative sind dort auch einige Notebooks für die jungen Patienten vorhanden. Dem Lehrer der Schule für Kranke gelang es, über Kooperationsgelder der Regierung von Mittelfranken ein gutes Musiker-Mikrofon samt Stativ zu beschaffen und kurz vor Weihnachten am Gymnasium einzurichten. Mit Kathrin hatte er einen Zeitpunkt zur Zuschaltung vereinbart, was problemlos klappte.

Seitdem wird der Unterricht aus Kathrins Klasse am Hans-Sachs-Gymnasium in einigen Kernfächern regelmäßig für das Mädchen übertragen – sofern es dessen Gesundheitszustand erlaubt. Kathrin hört zu, meldet sich vereinzelt zu Wort oder schreibt auch mal ein Diktat mit. Vor allem in den Fremdsprachen ist dies für die Schülerin eine große Hilfe, um den Anschluss an den Unterricht am Gymnasium nicht ganz zu verlieren. Ganz wichtig ist aber auch der Kontakt zu ihren Mitschülern, denn der Computer bleibt in den Zwischenstunden eingeschaltet, sodass Kathrin mit einigen Kindern auch ganz ungezwungen sprechen kann.

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29.10.2010
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