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Datum:
22.04.2011
Autor:
Redaktion
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/schulpraxis/einzelansicht/artikel/allensbach-umfrage-lehrer-trauen-sich-selber-weniger-einfluss-zu-als-den-medien.html
Title:
Allensbach-Umfrage: Lehrer trauen sich selber weniger Einfluss zu als den Medien
Kategorie:
Schulpraxis, Studien
Pressekonferenz zur Vorstellung der Umfrage

Allensbach-Umfrage: Lehrer trauen sich selber weniger Einfluss zu als den Medien

69 Prozent der Lehrer halten den Einfluss von Medien auf die Schüler für sehr groß, den eigenen Einfluss schätzt allerdings nur jeder zwölfte Lehrer als sehr hoch ein. Die Hälfte der Lehrer glaubt gar, keinen Einfluss auf die Schüler zu haben. Insgesamt meinen 90 Prozent der Lehrer, dass ihre Schüler überwiegend von den Medien geprägt werden. Dies sind die Ergebnisse einer aktuelle Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag der Vodafone Stiftung Deutschland zur diesjährigen Ausschreibung des Wettbewerbs "Deutscher Lehrerpreis - Unterricht innovativ" (www.lehrerpreis.de). Befragt wurden 2.227 repräsentativ ausgewählte Bundesbürger sowie 536 Lehrerinnen und Lehrer an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland.

Die Werte widersprechen damit der gesteigerten Erwartungshaltung vieler Eltern, die Schule solle mehr vermitteln als nur Wissen. Schulen haben aus Sicht der Bevölkerung einen umfassenden Bildungsauftrag. Erwartet werden nicht nur eine gute Beherrschung von Rechtschreibung und Grammatik und eine gute Allgemeinbildung. So belegen ab Platz drei die Vermittlung von Pünktlichkeit, Hilfsbereitschaft, Leistungsbereitschaft und Teamfähigkeit die Wunschliste der Eltern. Das Ergebnis ist eine Diskrepanz zwischen Elternahaus und Schule: Die Eltern halten die Schule für überfordert und die Lehrer wiederum die Eltern.

Eine deutliche Mehrheit der befragten Lehrer steht vor allem bei den individuellen Förderungsmöglichkeiten von Schülern vor erheblichen Schwierigkeiten. So ist für zwei Drittel (66 Prozent) der Lehrer eine Förderung einzelner Schüler im Rahmen der Lehrplanvorgaben nur eingeschränkt möglich. Anspruch und Wirklichkeit klaffen bei diesem Thema deutlich auseinander: 74 Prozent der Lehrer in Deutschland sind zwar der Meinung, dass die Möglichkeit einer gezielten Förderung von Kindern nach ihren Begabungen in der Schule unbedingt gegeben sein muss. Mit Blick auf die eigene Schule trifft dies jedoch nur auf knapp jede fünfte zu. Kritisch sehen die Lehrer in diesem Zusammenhang die Arbeit der Kultusbürokratie. Knapp zwei Drittel sind der Ansicht, dass die Vorgaben der Schulbehörden im Schulalltag nur schwer umzusetzen sind. Vor diesem Hintergrund plädieren 63 Prozent der Lehrer für mehr Freiheiten an den Schulen, etwa bei der Gestaltung der Lehrpläne oder der Einstellung von neuen Kollegen. Die insgesamt besten schulpolitischen Rahmenbedingungen bieten aus Sicht der Lehrer Bayern, hier sind es 49 Prozent und Baden-Württemberg mit 37 Prozent, auf Rang drei folgt mit großem Abstand Sachsen mit 17 Prozent.

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22.04.2011
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Allensbach-Umfrage: Lehrer trauen sich selber weniger Einfluss zu als den Medien
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Schulpraxis, Studien
Pressekonferenz zur Vorstellung der Umfrage
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