USA zwingen Smartphonehersteller zu besserem Datenschutz

Die USA ziehen die Zügel an

Auf Druck amerikanischer Generalstaatsanwälte haben sich die großen Smartphonehersteller bzw. Hersteller von Betriebssystemen wie Google, Microsoft, Apple und Blackberry verpflichtet, die Nutzer ihrer Smartphones besser vor Datenklau zu schützen. Gleichzeitig stellt Präsident Obama eine sogenannte „Bill of rights für das Digitale Zeitalter“ vor. Die US-Behörden erhöhen den Druck  nachdem vor wenigen Wochen bekannt wurde, dass etliche Apps auf den Smartphones ohne Zustimmung das Adressbuch der Nutzer komplett auf die Server der App-Anbieter kopieren. Nach Aussage der kalifornischen Generalstaatsanwältin Kamala Harris hielten 22 der 30 meistgeladenen Apps keinerlei Privatsphäre-Einstellungen ein.

Während die Meldung von der Selbstverpflichtung gestern die Runde machte, präsentierte die Initiative D21 ebenfalls gestern eine Studie, der zufolge  heute bereits 29 Prozent der Deutschen ein Smartphone oder ein Tablet besitzen, weitere 4,4 Prozent planen die Anschaffung eines Tablets. Bereits in diesem Jahr werden in Deutschland mehr Smartphones als einfache Handys verkauft. Nach einer Untersuchung der Agentur Jäschke Operational Media werden im Jahr 2014 bereits 80 Prozent der Handynutzer ein Smartphone nutzen, mit dem sie häufiger mobile Dienste nutzen als zu telefonieren. Gleichzeitig soll die Zahl der Tablet-Computer deutlich ansteigen, so dass 2014 bereits jeder zehnte einen Tablet besitzt.

Kinder und Jugendliche sind von diesem Trend besonders betroffen. Knapp jeder vierte Jugendliche besitzt bereits ein Smartphone, Eltern kleiner Kinder kaufen sich häufiger ein Tablet als Eltern älterer Kinder. Damit wird der Internetzugang von Kindern und Jugendlichen über mobile Geräte immer selbstverständlicher. Mobile Dienste erfassen dabei Bewegungsdaten, Surfverhalten und Nutzerdaten. Wenn also nicht immer mehr Daten von Kindern ausgespäht werden sollen, wird eine Verbesserung des Datenschutzes bei der mobilen Datennutzung immer wichtiger.

Die großen US-Unternehmen werden in der Zukunft garantieren, dass die beabsichtigte Verwertung der Nutzerdaten von den App-Herstellern angezeigt und der Nutzer explizit um Zustimmung gebeten werden muss. Während die deutsche Politik jedoch bisher gegenüber amerikanischen Unternehmen nur appellieren kann, wie es Bundesministerien Ilse Aigner zum Safer Internet Day Anfang Februar wieder getan hat, handeln die amerikanischen Behörden. Es zeigt sich immer mehr, dass weltweit operierenden Unternehmen mit weltweit verfügbaren Diensten auch international einheitliche Standards brauchen. Die neu europäische Datenschutzverordnung ist ein erster wichtiger Schritt dahin.

Über diesen Artikel
Datum:
24.02.2012
Autor:
Sascha Steuer
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Title:
USA zwingen Smartphonehersteller zu besserem Datenschutz
Kategorie:
Netzpolitik
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