Über diesen Artikel
Datum:
27.09.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/netzpolitik/einzelansicht/artikel/neuer-leitfaden-social-media-fuer-lehrer-und-schulleitungen.html
Title:
Neuer "Leitfaden Social Media" für Lehrer und Schulleitungen
Kategorie:
Netzpolitik
redaktion sven becker

Neuer "Leitfaden Social Media" für Lehrer und Schulleitungen

Social Net
© Gerd Altmann / pixelio.de

Auch Lehrer werden im Internet zum Ziel von Angriffen. Deshalb müssen die öffentlichen Arbeitgeber den Schutz von Lehrpersonen bei Internet-Attacken gewährleisten. Das fordern die Berufsverbände der Lehrerschaft in Deutschland, Österreich und der Schweiz – VBE, GÖD und LCH. Dazu haben sie nun gemeinsam den "Leitfaden Social Media" herausgegeben, der sich an Lehrpersonen und Schulleitungen richtet.

Soziale Netzwerke und Plattformen wie Facebook, Twitter, XING, LinkedIn oder Google+ ziehen längst auch in den Schulalltag ein. Es sind auch nicht mehr nur die Schüler, die sich damit beschäftigen. Auch immer mehr Lehrer richten private Accounts ein oder eröffnen offizielle Seiten und Profile der Schule. Sie nutzen die Vorzüge des Digitalen, sind jedoch auch Risiken ausgesetzt, die oft im uninformierten Umgang mit Social Media gründen. Die Herausgeber heben hervor, dass Lehrer und Schulleitungen immer auch öffentliche Personen seien und die Rolle erwachsener Vorbilder spielten. Daher sollten gerade sie umfänglich über das richtige und sichere Auftreten in den Social Media informiert sein. Manchmal trifft es aber auch die Informierten.

Die Verbände raten den Lehrern deshalb zur Vorsicht. Sie sollten im Internet nur zurückhaltend aufzutreten, um eine möglichst geringe Angriffsfläche zu bieten. Dieser Rat dürfe allerdings nicht ins Extrem getrieben werden: Lehrern solle in den sozialen Netzwerken kein Maulkorb angelegt werden. Der Leitfaden präsentiert detaillierte Hinweise für betroffene Lehrer. Es sei beispielsweise falsch, den Vorfall im Alleingang bereinigen zu wollen. Für das Gespräch mit den Angreifern solle immer die Schulleitung oder eine Beratungsstelle unterstützend hinzugezogen werden.

Ein großer Teil des Leitfadens ist den landesspezifischen Bestimmungen und Verfahrenswegen gewidmet. Zwar ähneln sich die Rechtstrundsätze in Deutschland, Österreich und der Schweiz, allerdings unterschieden sich die Gesetze im Einzelnen. Der Leitfaden bietet außerdem eine Liste mit den wichtigen Anlaufstellen im Internet.

Rolf Busch, erster stellvertretender VBE-Bundesvorsitzender betont: "Lehrerinnen und Lehrer müssen ihrem Bildungs- und Erziehungsauftrag auch im Hinblick auf Facebook und Co. nachkommen können". Daher sei es unangemessen, das Internet für Lehrer zu tabuisieren. Genauso falsch seien Überlegungen, den Auftritt in sozialen Netzwerken für Lehrer verpflichtend einzuführen. Seine Kritik geht weiter: "Die Kultusbehörden versuchen, den Lehrerinnen und Lehrern den Schwarzen Peter zuzuschieben. Notwendig ist stattdessen, sie kompetent zu informieren und auch zu schützen, wenn Lehrpersonen solche Medien nutzen und ihre Schüler besser erreichen wollen. In Deutschland werden Lehrerinnen und Lehrern nicht einmal flächendeckend dienstliche E-Mail-Adressen zur Verfügung gestellt. Hier ist sehr viel im Argen." Beratungsstellen fehlten, Fortbildungsangebote zum Thema Web 2.0 fehlten, führt er weiter aus. Die berufliche Rolle der Lehrer beim Umgang mit Social Media sei kaum ein Thema. Für Busch ist es selbstverständlich, dass der sensible Umgang mit personenbezogenen Daten gewährleistet sein müsse. Auch juristische Grauzonen müssten beseitigt werden: „Klare Regelungen, die die Medienwirklichkeit anerkennen, müssen den Lehrpersonen im medienpädagogischen Raum Sicherheit geben."

Die Verbände sind sich in der Forderung einig, dass die öffentlichen Arbeitgeber den Schutz der Lehrerinnen und Lehrer im Internet gewährleisten müssen. Dazu brauche es klare juristische Grundlagen, Weiterbildung und Beratung sowie Checklisten für das Handeln bei Notfällen an jeder Schule.

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27.09.2013
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Sven Becker
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