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Datum:
11.05.2012
Autor:
Thorsten Greb
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/netzpolitik/einzelansicht/artikel/digital-lernen-fragt-nach-parteien-in-nrw-zur-schulischen-it-ausstattung.html
Title:
DIGITAL LERNEN fragt nach: Parteien in NRW zur schulischen IT-Ausstattung
Kategorie:
Netzpolitik
gastautoren stift

DIGITAL LERNEN fragt nach: Parteien in NRW zur schulischen IT-Ausstattung

Am kommenden Sonntag wählen die Bürger Nordrhein-Westfalens einen neuen Landestag. Drei Themen haben den kurzen aber intensiv geführten Wahlkampf im bevölkerungsreichsten Bundesland bestimmt: Schuldenabbau bei Sicherung des Industriestandorts NRW, Gestaltung der Energiewende und Bildung. Das Online-Magazin DIGITAL LERNEN hat die anstehende NRW-Wahl zum Anlass genommen und die Parteien mit jeweils fünf Fragen zum Thema „Einsatz digitaler Medien in den Schulen“ konfrontiert.

Bei der Frage nach der Wichtigkeit der Medienkompetenz und IT-Bedienkompetenz in der Schulbildung besteht parteiübergreifende Einigkeit. Alle Parteien sehen den geübten und verantwortungsvollen Umgang mit Computern und den Neuen Medien - sowohl bei den Pädagogen als auch bei den Schülern - als unerlässliche Fähigkeiten des 21. Jahrhunderts an. Den Entwicklungen einer digitalisierten Welt müsse „fächerübergreifend Rechnung“ getragen werden, heißt es dazu beispielsweise von Seiten der Piraten.

Geht es um die Frage nach einer landesweit einheitlichen IT-Ausstattung in den Schulen und der Verbesserung der Computer-Schüler-Relation, werden durchaus Unterschiede zwischen den Parteien deutlich. Dabei geht es weniger um das Ob, als vielmehr darum Wie diese Einheitlichkeit erreicht werden kann. Die SPD, FDP und die Grünen verweisen auf die verfassungsrechtlich geregelte Zuständigkeit der Kommunen/ Schulträger für die IT-Ausstattung in den Schulen, während die Piraten „für jeden Schüler ein digitales Endgerät“ fordern.

Hinsichtlich der Frage, wie die Parteien in NRW nach den Wahlen die Ausstattung der Schulen mit Computern und Breitbandanschlüssen verbessern wollen, zeigen sich ebenfalls unterschiedliche Positionen. Die SPD und die Grünen sprechen sich für eine finanzielle Entlastung der Kommunen aus. Damit können „sie ihre Aufgaben, wozu auch die Ausstattung der Schulen gehört, besser wahrnehmen“, stellen die Grünen fest. Auch nach Ansicht der Linke „müssen die Mittel verbessert werden“, damit die Schulen ihre „Ausstattung und Ausrichtung“ eigenverantwortlich bestimmen können. Die Liberalen hingegen sehen Politik und Wirtschaft gleichermaßen in der Verantwortung, da die vielfältigen Aufgaben „nicht durch die Landespolitik alleine vollzogen werden“ können. „Hierzu bedarf es auch des Engagements der Wirtschaft“ heißt es weiter bei der FDP. Die Piraten beschäftigen sich mit konkreten Ausstattungsszenarien. Mit „Open Source Programmen, sollen Kosten für teure Lizenzen gespart werden“, und auch die jährliche Belastung für IT-Serverdienstleistungen könne nach Ansicht der Piraten „auf 3 Euro pro Schüler und Jahr“ reduziert werden.

Der Lehrerfortbildung und Lehrerweiterbildung wird von allen Parteien eine Schlüsselrolle für einen erfolgreichen IT-Einsatz in Schulen zugeschrieben. Gerade hier gebe es jedoch noch große Defizite und entsprechend viel Nachholbedarf. „Die Lehrerfortbildung ist insgesamt vernachlässigt worden und muss verbessert werden“ kritisiert die Linke. Die Grünen fordern, dass in die Ausbildung der Lehrkräfte „verstärkt die Vermittlung von Medienkompetenz Einzug halten muss.“ Die Piraten verweisen hingegen darauf, dass in NRW „die meisten außerschulischen Fortbildungsangebote für Lehrer vor fünf Jahren eingestellt, die Ausgaben für die Fortbildungen eingefroren und auf die Schulen verteilt“ wurden. Es sei daher dringend erforderlich, „dass es wieder außerschulische Fort- und Weiterbildungsangebote im Bereich Medien für alle Lehrer/innen“ gibt. Einen weiteren Bogen schlägt die SPD, die sich grundsätzlich für mehr Weiterbildung aussprechen, aber die Vermittlung von Medienkompetenz als „gesellschaftliche Gesamtaufgabe, die sich nicht nur auf die Schule beschränkt“, versteht.

Einer Nutzung von Facebook als Unterrichtswerkzeug stehen alle Parteien mehr oder weniger kritisch gegenüber.

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11.05.2012
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Thorsten Greb
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