"Deutschlands Zukunft gestalten" - der Koalitionsvertrag zur 18. Legislaturperiode

Bundesadler
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© Deutscher Bundestag, Marc-Steffen Unger

Der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD steht. Und was steht drin über die Bildung unter digitalisierten Rahmenbedingungen? Wir haben uns den Vertrag angeschaut und die wichtigsten Aussagen für sie zusammengefasst.

In der Wissenschaft will die Regierung eine Strategie für den digitalen Wandel initiieren. Dazu gehört beispielsweise die Verbesserung des Zugangs und der Nutzbarkeit komplexer Forschungsdaten. Die Akteure des Wissenschaftssystems sollen in einem „Rat für Informationsinfrastrukturen“ zusammenkommen und sich über disziplin- und institutionenübergreifende Strategien und Standards verständigen. Virtuelle Forschungsumgebungen sollen gestärkt werden, denn sie erleichtern es Forschern, über disziplinäre, institutionelle und geografische Grenzen hinweg zusammenzuarbeiten.

Zusammen mit den Ländern und Akteuren aus allen Bildungsbereichen will die Regierung eine Strategie „Digitales Lernen“ entwickeln und umsetzen, die die Chancen der digitalen Medien „für gute Bildung entschlossen nutzt“.

Die digitale Lehrmittelfreiheit soll gestärkt werden. Als Grundlage dafür werden ein bildungs- und forschungsfreundliches Urheberrecht sowie eine umfassende Open-Access-Politik genannt. „Soweit möglich“ sollen Lehrmaterialien frei zugänglich sein sowie die Verwendung freier Lizenzen und Formate ausgebaut werden.

Schon ab der Grundschule soll ein „zeitgemäßer Informatikunterricht“ gefördert werden. Die Regierung sieht hier einen dringend notwendigen Bedarf an Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrer zur Medienkompetenz.

Die Breitbandstrategie soll weiterentwickelt werden. Die digitale Spaltung zwischen Stadt und Land sei zu überwinden. Dabei solle Technologieoffenheit sichergestellt werden. Regionen, deren Datenübertragungs-Geschwindigkeit zurzeit noch unter 2 Mbit/s liegt, sollen so schnell wie möglich erschlossen werden. Mindestens 50 Mbit/s soll die flächendeckende Breitband-Grundversorgung in Deutschland betragen.

Medienkompetenz wird im Koalitionsvertrag als eine elementare Schlüsselkompetenz in der digitalen Gesellschaft genannt. Sie sei für alle Generationen eine grundlegende Voraussetzung für den selbstbestimmten Umgang mit den Medien und dem Internet. Sie ermögliche mediale Teilhabe und sensibilisiere die Nutzer für Risiken. Vor diesem Hintergrund sollen die bisherigen Initiativen des Bundes fortgesetzt und verstetigt werden.

Ein moderner Jugendmedienschutz müsse Rahmenbedingungen schaffen, der Kinder und Jugendliche vor schädigenden Inhalten schützt und gleichzeitig die Chancen und Möglichkeiten des Internets für sie erhält. Neue Instrumente für einen wirksamen Jugendmedienschutz seien daher im Dialog zu entwickeln.

Insbesondere gilt das für die sozialen Medien, in denen die Daten von Kindern und Jugendlichen geschützt werden müssen. Hier sei eine Angleichung der gesetzlichen Regelungen zum Schutz von Kindern unabhängig vom Verbreitungsweg der digitalen Medien anzustreben, um einen wirksamen gesetzlichen Kinder- und Jugendschutz zu bieten. Dabei sollten die heute geltenden Jugendschutzstandards für Trägermedien als Orientierung dienen.

Die „Digitale Agenda für Deutschland“ nennt die Steigerung der Medienkompetenz junger Menschen als einen wichtigen Teil der Digitalisierungsstrategie. Sie seien zu einem sicheren und verantwortungsbewussten Umgang mit dem Internet zu emanzipieren. Ihre Vermittlung sei für die Nutzer eine wesentliche Maßnahme für den Datenschutz und die Sicherheit im Internet. Daher werden die bestehenden Programme zur Förderung von Medienkompetenz an Kitas und Schulen evaluiert und ausgebaut. Als Leitbild der Medienkompetenz rücke die „digitale Selbständigkeit“ in den Fokus.

Außerdem befürwortet die Regierung ein „Modellprojekt Freiwilliges Soziales Jahr Digital“. Junge Menschen könnten so ihre technischen Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Medien in den Dienst gemeinnütziger Einrichtungen stellen und diese bei der Umsetzung von digitalen Projekten und der Medienkompetenz-Vermittlung behilflich sein.

Zudem wird die Initiative „Ein Netz für Kinder“ unterstützt und verbreitert. So sollen in Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Institutionen digitale Angebote für Kinder geschaffen werden, die eine hohe Qualität haben, altersgerecht und nicht zuletzt interessant sind.

Über diesen Artikel
Datum:
29.11.2013
Autor:
Sven Becker
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"Deutschlands Zukunft gestalten" - der Koalitionsvertrag zur 18. Legislaturperiode
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