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Datum:
25.06.2012
Autor:
Sascha Steuer
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/netzpolitik/einzelansicht/artikel/bundestag-und-kmk-fordern-bessere-it-ausstattung-der-schulen.html
Title:
Bundestag und KMK fordern bessere IT-Ausstattung der Schulen
Kategorie:
Netzpolitik
gastautoren stift

Bundestag und KMK fordern bessere IT-Ausstattung der Schulen

Die Enquete-Kommission „Internet und Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages diskutiert heute über die IT-Ausstattung der Schulen in Deutschland. Grundlage ist die Beschlussempfehlung der Projektgruppe „Bildung und Forschung“, die eine deutliche Verbesserung der Medienbildung in den Schulen fordert. Hierfür sollen vor allem medienpädagogische Inhalte fest in der Erzieher- und Lehrerausbildung verankert und Standards für die Hard- und Softwarekomponenten an den Schulen definiert, das heißt ale Bestandteile kompatibel gemacht werden. Die Bundestagsabgeordneten fordern die Länder auf, „einheitliche Mindeststandards zur Medienkompetenz“ zu erarbeiten, die von jeder Schule im Rahmen ihres Medienbildungskonzeptes umgesetzt werden müssen: „Das bedeutet die Verankerung von Medienbildung in den Prüfungen und Lehrplänen für alle Fächer“. Die Enquete-Kommission konkretisiert damit ihre Beschlüsse aus dem vergangenen Jahr, damals forderte sie bereits, dass  jedem Schüler ein mobiler Computer zur Verfügung stehen müsse.

Die Bundestagsabgeordneten lassen in der Beschlussempfehlung jedoch die Frage der technischen Betreuung der Netzwerke und Computer in den Schulen offen. Heute leisten oft Lehrkräfte im Rahmen von Anrechnungsstunden die schulische Systembetreuung. Die Folge sind technische Probleme, die wiederum alle Lehrer von einer Konzentration auf ihre pädagogischen Aufgaben abhalten. Im Gegensatz zum Bundestag hatte sich die Kultusministerkonferenz (KMK) im März dieses Jahres explizit zur Frage des IT-Supports positioniert.

In ihrem Beschluss zur „Medienbildung in der Schule“ forderten die Kultusminister eine „Entlastung von der technischen Betreuung“. Aus Sicht des KMK-Präsidenten Ties Rabe ist dies eine „Grundforderung“. Es müssten „einfach zu bedienende Systeme installiert werden, die durch einen - nicht durch die Lehrkräfte zu erbringenden - Support funktionsfähig gehalten werden“, so Ties Rabe gegenüber DIGITAL LERNEN. Als Schulsenator von Hamburg kennt Ties Rabe das Thema aus der Praxis, die Hamburger Schulen nutzen schon seit langem unterschiedliche externe Supportangebote für Internetanbindungen, den Schulrouter, professionelle Schulserver und Lernplattformen.

Auch im niedersächsischen Kultusministerium wird das Thema „IT-Support“ für besonders wichtig gehalten. Daher habe Niedersachsen den Kommunen für einen professionellen IT-Support fünf Millionen Euro im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs zur Verfügung gestellt, erläutert der  Medienreferent im niedersächsischen Kultusministerium Hans-Jürgen Gorsler. Anrechnungsstunden für den IT-Support durch Lehrkräfte gibt es in Niedersachsen nicht.

Nachdem Deutschland beim digitalen Lernen drohte, international dauerhaft zurück zu fallen, weisen die Befassungen der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages und der KMK nun darauf hin, dass das Thema „Medienbildung“ in Deutschland mittlerweile ernst genommen wird. Es scheint allen Entscheidungsträgern bewusst geworden zu sein, dass kein Kind, das heute zur Schule geht, in seinem zukünftigen Beruf ohne Computer und Internet auskommen wird.

Die Schlussfolgerungen aus dieser Erkenntnis werden in der Politik jedoch noch nicht einheitlich gezogen. Denn nach wie vor gibt es Bundesländer, die kein einheitliches, landesweites Konzept zur Medienbildung haben, in dem sie die Standards definieren. Auch der KMK-Beschluss definiert keine Standards, allerdings solle er gerade den Ländern helfen, die noch nicht wie Bayern, Niedersachsen, Hamburg und Berlin ein eigenes landesweites Konzept hätten, ist zu hören.

Auch wenn er keine konkreten Ausstattungsempfehlungen gibt, sei der Beschluss aus diesem Grund ein großer Schritt nach vorn, betont der Leiter des Landesmedienzentrums Bremen, Dr. Rainer Ballnus. Das Landesmedienzentrum hatte jüngst ebenfalls einen Masterplan zur Medienbildung an Bremer Schulen vorgelegt.

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25.06.2012
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Sascha Steuer
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