Über diesen Artikel
Datum:
12.01.2011
Autor:
Sascha Steuer
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/netzpolitik/einzelansicht/artikel/aigner-will-digitalen-radiergummi-bilder-sollen-automatisch-verfallen.html
Title:
Aigner will digitalen Radiergummi – Bilder sollen automatisch verfallen
Kategorie:
Netzpolitik
Ilse Aigner     

Aigner will digitalen Radiergummi – Bilder sollen automatisch verfallen

Ilse Aigner
Ilse Aigner     
© Quabbe - Tessmann, BMELV

"Ein Medium ist immer nur so gut, wie die Verbraucher auch Vertrauen in das Medium haben", sagte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner im Rahmen des von ihr initiierten Internet-Dialogs “Verbraucher im Netz – Was sollten die Anbieter tun? Welche Regelungen brauchen die Verbraucher?”. Das deutsche Datenschutzrecht sei nicht mehr zeitgemäß. "Es stammt noch aus einer Zeit, als die Telefone Wählscheiben hatten", sagte Aiger. Die Bundesverbraucherschutzministerin macht nun Tempo beim sogenannten digitalen Radiergummi, der Daten im Internet wieder löschen können soll. Die wenigsten wissen, dass der Nutzer auf die Rechte an seinen eigenen Bildern verzichtet wenn er sie heute bei facebook hoch lädt.

Der Saarbrücker Informatikprofessor Michael Backes stellte ein Programm zur automatischen Löschung von Bildern und anderen Daten vor, das zurzeit an seinem Lehrstuhl entwickelt wird. Mit dem Programm X-Pire sollen die hochgeladenen Bilder nach einer bestimmten Zeit automatisch gelöscht werden, damit bräuchten die Nutzer keine Angst mehr zu haben, dass ihre Bilder etwa bei facebook ihrer Kontrolle entzogen würden. Dabei müssten die Bilder künftig zusammen mit einem digitalen Code hoch geladen werden, der über X-Pire erhältlich sei, bereits online gestellte Bilder können nachträglich also nicht mehr geschützt werden.

Die Idee ist gut, die Umsetzung allerdings schwierig. Das vorgestellte Programm X-Pire erscheint jedenfalls auf den ersten Blick zu umständlich um das Problem wirklich lösen zu können. So ist es nur als Plug-In in Firefox nutzbar, auch die Bilder können dann nur mit Firefox aufgerufen werden. Außerdem soll die Nutzung des Programms 10 Euro monatlich kosten. Kaum vorstellbar, dass viele Nutzer dadurch ihre monatlichen Kosten nahezu verdoppeln werden. Zunächst wird es also dabei bleiben: Wer die Kontrolle über die eigenen Bilder nicht verlieren will, sollte genau überlegen welche Bilder er hoch lädt und welche nicht.

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