Über diesen Artikel
Datum:
04.09.2013
Autor:
Sven Becker
Aktionen:
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/medienforschung/einzelansicht/artikel/neue-broschuere-der-unesco-informiert-ueber-open-educational-resources.html
Title:
Neue Broschüre der UNESCO informiert über Open Educational Resources
Kategorie:
Medienforschung
redaktion sven becker

Neue Broschüre der UNESCO informiert über Open Educational Resources

roland bernecker
© DUK

Die Deutsche UNESCO-Kommission hat eine neue Informations-Broschüre veröffentlicht. Der Titel: "Was sind Open Educational Resources? Und andere häufig gestellte Fragen zu OER". Darin werden wichtige Fragen zum Thema OER beantwortet – mit 16 Fragen kann der Leser sich einen guten Einstieg verschaffen. Überdies enthält die Broschüre die "Pariser Erklärung zu OER", die 2012 auf dem Weltkongress der UNESCO zu OER verabschiedet wurde.

Wie stark kann ich OER zu meinen eigenen Zwecken verändern? Wie kann Bildung durch die Nutzung von OER profitieren? Wie kann ich meine OER mit Anderen teilen? Auf über 30 Seiten beantwortet die Broschüre diese und 13 weitere oft gestellte Fragen. In den letzten Monaten hat das Interesse an frei verfügbaren Bildungsmaterialien in Deutschland zugenommen. Das spiegelt sich auch in so erfolgreichen Projekten wie dem Schulbuch-O-Mat oder L3T. OER bedeutet, dass Urheber von Lehrbüchern oder Kursmaterialien ihre Werke unter eine offene Lizenz stellen können und es Nutzern damit erlaubt ist, diese Materialien kostenlos zu verwenden, zu verändern und zu teilen. Das Spektrum von Materialien ist breit: Angefangen bei Arbeitsblättern gibt es Lehrbücher und auch ganze Kurse auf Hochschul-Niveau, einschließlich Video- und Audiomaterialien.

International findet das Konzept OER schon seit Langem immer größere Beachtung. Im vergangen Jahr fand der erste Weltkongress der UNESCO zu OER statt. Rund 400 Experten erörterten dort die Chancen und Herausforderungen, die mit OER einhergehen. Die Abschlusserklärung, die „Pariser Erklärung zu OER“, legt den Mitgliedstaaten nahe, die Erstellung offen lizenzierter Materialien für Bildungszusammenhänge zu fördern. In Deutschland kämpft der OER-Diskurs jedoch noch mit Anfangsschwierigkeiten, die häufig auf eine Ablehnung des Neuen und Unbekannten zurückzuführen sind -  die Broschüre soll dem entgegenwirken und den Diskurs auf eine offenere Stufe heben.

Für Roland Bernecker, Generalsekretär der Deutschen UNESCO-Kommission, liegt großes Potenzial in den OER, aber er sieht auch Herausforderungen, die noch zu meistern sind: "Die Broschüre ist ein Beitrag zur Diskussion in Deutschland. Die Bedeutung offener Bildungsmaterialien nimmt weltweit zu. Damit sind große Chancen für den Zugang zu Bildung verbunden. Es sind allerdings auch viele Fragen zu klären. Das geht von der Qualitätssicherung über die Auffindbarkeit bis zur Finanzierung. Hier ist eine wichtige Entwicklung in Gang, mit der wir uns auch in Deutschland intensiv befassen müssen."

Experten sehen im offenen Zugang zu Bildungsmaterialien große Chancen und Möglichkeiten für Bildung und Wissen für alle Menschen weltweit. So könnten mit OER gravierende Einschränkungen vieler Menschen weltweit abgebaut werden: insbesondere beim Zugang zu Bildung, der für Viele eine unüberwindbare finanzielle Hürde darstellt. Auch für die Qualität von Bildung kann das Modell OER fruchtbar sein, nämlich wenn offene Lizenzen für eine gemeinsame Weiterentwicklung der Inhalte genutzt werden. Den Chancen stehen aber auch  Probleme gegenüber, die noch nicht abschließend gelöst worden sind. Oft genannt werden hier die Qualitätssicherung von OER und die Frage nach funktionierenden Finanzierungsmodellen. Die UNESCO hält daher eine gründliche Auseinandersetzung mit dem Thema OER für notwendig, damit das Potenzial für die Förderung von Bildung und Wissen genutzt werden könne.

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04.09.2013
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Sven Becker
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