Über diesen Artikel
Datum:
05.09.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/medienforschung/einzelansicht/artikel/my-interactive-garden-gi-unterrichtspreis-verliehen.html
Title:
My Interactive Garden: GI-Unterrichtspreis verliehen
Kategorie:
Medienforschung
redaktion sven becker

My Interactive Garden: GI-Unterrichtspreis verliehen

blumenchip
© Aka / pixelio.de

In diesem Jahr geht der Preis der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) für die Gestaltung der besten Unterrichtseinheit im Fach Informatik an Mareen Przybylla und Ralf Romeike von der Universität Potsdam. Die Begründung hebt hervor, dass bei Erstellung der Unterrichtseinheit der Gedanke des "Informatischen Töpferns" in den Vordergrund gerückt werde; das heißt, die Schüler sollen, „selbst hergestellte und programmierte, interaktive Objekte aus dem Informatikunterricht mit nach Hause bringen können“, die „untersucht, herumgezeigt und bewundert werden können“ – genau wie handgemachte Skulpturen aus dem Kunstunterricht. Den Preisträgern gelinge es in ihrer Unterrichtseinheit „Physical Computing mit 'My Interactive Garden“, bei Schülern ein Interesse für die künstlerische, technische und informatische Umsetzung ihrer Ideen zum Physical Computing zu wecken und sie zu motivieren, sich intensiv damit auseinanderzusetzen.

Unter Physical Computing sind Systeme zu verstehen, die ihre Umwelt mit Sensoren „wahrnehmen“ und mit ihr interagieren. Die Autoren kennzeichnen als ein Ziel der Schul-Informatik, eine Umgebung zu schaffen, in der Barrieren überwunden werden und möglichst alle Schüler sichtbare Erfolge erleben können: „Ein möglicher Ansatz wird mit der hier beschriebenen Unterrichtsidee verfolgt. Dazu wurde ein Physical-Computing-Baukasten entworfen, mit dem die Schüler nicht nur virtuell grafisch programmieren, sondern darüber hinausgehend auch physisch künstlerisch-gestalterisch tätig werden können. Physical Computing wird in diesem Zusammenhang daher als das künstlerische Entwickeln interaktiver, physischer Objekte unter Verwendung eines Mikrocontrollers und von Sensoren und Aktoren verstanden. Dies erscheint auch deswegen zeitgemäß, weil den Schülern somit eine Möglichkeit geboten wird, die sie überall umgebenden interaktiven Computersysteme besser zu verstehen und Informatik bewusst in vielen Alltagssituationen wahrzunehmen.“

Der Baukasten, der dafür zusammengestellt wurde, enthält neben Arduino als Mikrocontroller eine aufsteckbare Erweiterung, an die viele vorgefertigte Sensoren und Aktoren angeschlossen und sofort benutzt werden können. Bei der Auswahl der Software lag der Schwerpunkt auf der intuitiven Bedienbarkeit, ohne dass eine lange Einführung notwendig ist. Für den ersten Unterrichtsversuch entschieden sich die Projektverantwortlichen für Scratch for Arduino, das nur geringe Vorkenntnisse erfordert und so einen leichten Zugang der Schüler erlaubt.

So ausgestattet können die Schüler viele Projekte für ihren Garten umsetzen. Die Aufgaben können dabei relativ einfach sein und nur einzelne grundlegende Programmierkenntnisse erfordern, oder auch sehr anspruchsvoll, indem etwa verschiedene Teilprojekte miteinander verknüpft werden. Einfach sind beispielsweise die Partylights – eine Reihe von LEDs, die rhythmisch blinken. Komplexer ist da schon ein Gartentor, das sich automatisch öffnet, sobald ein Auto davor steht - es sei denn, der Parkplatz ist belegt. Denk- und programmierbar ist auch ein Spielplatz mit verschiedenen Spielgeräten, die Geräusche machen, blinken und sich bewegen: Eine Rutsche mit Ampelsteuerung, eine Ballwurf-Bude und sogar eine Schwertkampfarena.

Die Kombination aus Methoden, Material und Zielsetzung der Unterrichtseinheit habe die Jury dazu bewogen, die Autoren in diesem Jahr mit dem Unterrichtspreis der Gesellschaft für Informatik auszuzeichnen. Der Preis wird auf der GI-Jahrestagung am 18. September 2013 in Koblenz verliehen.

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05.09.2013
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Sven Becker
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My Interactive Garden: GI-Unterrichtspreis verliehen
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