Über diesen Artikel
Datum:
28.08.2012
Autor:
Thorsten Greb
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/medienforschung/einzelansicht/artikel/forschungsprojekt-zum-lernen-mit-allgegenwaertigen-systemen-und-sozialen-medien.html
Title:
Forschungsprojekt zum Lernen mit allgegenwärtigen Systemen und Sozialen Medien
Kategorie:
Medienforschung
gastautoren stift

Forschungsprojekt zum Lernen mit allgegenwärtigen Systemen und Sozialen Medien

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© Gordon Lemme, Photographer: Gordon Lemme

Wie lernen wir in zehn bis 15 Jahren und über welche informationstechnologischen Zugänge werden wir zukünftig unser Wissen erlangen können? Diesen und weiteren Fragen widmet sich in den nächsten zweieinhalb Jahren ein interdisziplinäres Nachwuchsforscherteam der Technischen Universität Dresden unter dem Thema „Software Engineering sozialer und allgegenwärtiger Medien (SESAM)“. DIGITAL LERNEN sprach mit Projektkoordinator Dr. Thomas Schlegel, Juniorprofessor für Software Engineering ubiquitärer Systeme an der Fakultät Informatik der TU Dresden, über das Projekt, die Forschungsschwerpunkte und seine Erwartungen an das Vorhaben.

Passende Zugänge zu Wissen und Bildung schaffen

Es ist eine besondere wissenschaftliche Herausforderung, der sich die Forscher aus der sächsischen Elbmetropole stellen, denn es geht um nichts Geringeres als die Erforschung von Basistechnologien für das IT-gestützte Lernen der Zukunft. Man wollte nicht einfach ein weiteres E-Learning-Projekt initiieren, erklärt Schlegel, sondern die heute schon verfügbaren und zukünftigen Möglichkeiten des digitalen Lernens erforschen - „unabhängig von speziellen Voraussetzungen und konkreten Szenarien“. Es gehe in dem Forschungsvorhaben vor allem darum, die „informationstechnischen Grundlagen zu schaffen, um passende Lerninhalte zu finden und so aufzubereiten, dass diese anschließend von unterschiedlichen Nutzergruppen kontextangepasst verwendet werden können“.

Ubiquitäre Systeme und semantische Web-Technologien sind in diesem Zusammenhang zwei ganz zentrale Begriffe. Gemeint sind damit die Allgegenwärtigkeit von informationstechnologischen Systemen beispielsweise in Form von mobilen Endgeräten sowie ein „intelligentes“ Internet, in dem Wissen so beschrieben wird, dass es von Computern automatisiert ausgewertet und entsprechend den Erfordernissen der Endbenutzer ausgegeben werden kann. Ziel ist es, für „unterschiedliche Bildungshintergründe und -voraussetzungen die passenden Zugänge zu Bildung und Wissen zu schaffen“. Die Forscher erhoffen sich so neue Erkenntnisse, die in der Praxis und in anderen wissenschaftlichen Disziplinen nutzbar gemacht werden können - beispielsweise in der Integrations- und Inklusionsforschung.

Soziale Medien als Herausforderung und Chance für flexible Lernprozesse

Soziale Medien stehen schon heute wie kaum ein anderes Medium für diese Allgegenwärtigkeit von Informationen und Wissen - sie werden daher einen besonderen Interessenschwerpunkt des Forschungsvorhabens bilden. Schlegel betont aber, dass man sich dabei weniger auf gegenwärtige Angebote wie Facebook, Twitter oder Youtube konzentrieren werde. Im Vordergrund stehe vielmehr die Frage, wie Social Media Plattformen zukünftig funktionieren müssen und welche technologisch-didaktischen Anforderungen erfüllt sein sollten, damit diese für flexible Lernprozesse in der Informationsgesellschaft fruchtbar gemacht werden können. Lernen mit sozialen Medien und allgegenwärtigen Systemen sei eine besondere Herausforderung, es biete aber auch die Chance durch situativ angepasste und auf den Nutzer zugeschnittene Medien nicht nur lebenslang sondern auch in unterschiedlichen Kontexten zu lernen.

Ein mögliches Szenario umfasst beispielsweise die Erarbeitung von verschiedenen Lerninhalten durch die Endnutzer selbst. Dabei bilden sich über verschiedene soziale Medien Communities, die mit Hilfe von unterschiedlichen Technologien qualitativ hochwertige Inhalte erstellen, neu ordnen und für andere verfügbar machen. Neuartige Modelle aus SESAM ermöglichen dabei die Zuordnung von Zielgruppen, Situationen und Qualitätsmerkmalen, erklärt Schlegel. Ein anderes denkbares  Szenario zum Einsatz sozialer Medien ist die Bildung virtueller Lerngruppen. Entsprechend aufbereitetes Lernmaterial wird von verschiedenen Gruppen bearbeitet. Hierbei können Gruppen, die im Lernprozess weit fortgeschritten sind, Anfängergruppen als Tutoren dienen und damit ihr vorhandenes Wissen festigen und überprüfen – zum beiderseitigen Vorteil.

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28.08.2012
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Thorsten Greb
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