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Datum:
12.08.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/medienforschung/einzelansicht/artikel/drei-neue-studien-zu-oers-veroeffentlicht.html
Title:
Drei neue Studien zu OERs veröffentlicht
Kategorie:
Medienforschung
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Drei neue Studien zu OERs veröffentlicht

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Das Potenzial der Open Educational Resources (OER) wird zurzeit viel diskutiert. Drei aktuelle Online-Publikationen von DIPF, TIB Hannover und iRights law widmen sich zentralen Aspekten dieses Themas und nähern sich ihm aus drei unterschiedlichen Perspektiven. Die Studien sind auf dem Deutschen Bildungsserver als Online-Publikationen frei zugänglich.

Die Studie des Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) „Freie Bildungsmedien (OER). Dossier: Offene Bildungsressourcen / Open Educational Resources – Handlungsfelder, Akteure, Entwicklungsoptionen in internationaler Perspektive“ von Ingo Blees et al. stellt Initiativen im Bereich freier Bildungsmedien von zentralen internationalen Organisationen in den Mittelpunkt. Auf Basis einer vergleichenden Länderanalyse betrachtet sie insbesondere die Staaten genauer, die sich durch exemplarische Aktivitäten hervortun und Projekte für einen breiteren Einsatz von OER fördern. Das Dossier ist als Synopse des aktuellen Standes angelegt. Dazu wird zunächst die Situation in Deutschland rekapituliert. Anschließend wird das Engagement der UNESCO und der OECD dargestellt, „die von Beginn an als Treiber der OER-Bewegung anzusehen sind“, wie die Autoren betonen. Auch der Commonwealth of Learning (COL) wird als bedeutend hervorgehoben. Er hat „sich dem Erwerb und der Verbreitung von Wissen zu OER verschrieben und bietet demzufolge eine beträchtliche Anzahl an Fachpublikationen zum Thema an.“ Auch die Aktivitäten der EU werden aufgegriffen, „seien es größere Projekte wie OPAL und OERtest, die auf die praktische Wirksamkeit von OER abzielen, oder in jüngster Zeit die Initiativen OEREU und Opening Up Education, deren aktuelle Zwischenstände in den entsprechenden Abschnitten des Dossiers zu finden sind.“

Die Technische Informationsbibliothek (TIB) Hannover konzentriert sich auf ein Kernelement für die Praxis: Metadaten. Die Studie „Metadaten für Open Educational Resources (OER). Eine Handreichung für die öffentliche Hand“ von Frauke Ziedorn et al. geht diesem Thema nach. Denn Metadaten ermöglichen es erst, dass OERs gefunden und getauscht werden können. Deshalb ist die Frage nach Standards in diesem Bereich von entscheidender Bedeutung für den Erfolg der OERs in der Praxis. Die Studie gibt zu Beginn einen Überblick über die nationalen und internationalen Metadatenstandards für eLearning Objekte, die zurzeit bestehen. Daraus leiten die Autoren Empfehlungen dazu ab, „welche Metadaten-Standards für die weitere Nutzung und Förderung geeignet sein könnten.“ Überdies erörtern sie „die Möglichkeiten der Erstellung eines neuen Metadaten-Standards sowie eines gemeinsamen Portals für OER.“ Es werden drei Szenarien herausgearbeitet und deren Potenzial, aber auch jeweilige Grenzen dargestellt.

Till Kreutzer von der Firma iRights.Law nimmt die juristische Perspektive ein. Seine Arbeit, „Open Educational Resources (OER), Open-Content und Urheberrecht“, erörtert die Nutzung und Weiterverarbeitung von OERs vor dem Hintergrund des deutschen Urheberrechts und der Creative Commons Lizenzen (CC). Er bietet einen differenzierten Blick auf das Thema und räumt mit Missverständnissen auf, beispielsweise indem er den Begriff Freiheit in diesem Kontext klar bestimmt: „Freiheit im Sinne der Open-Bewegungen bezieht sich auf Nutzungs-, nicht auf Kostenfreiheit. Kostenfreiheit kann ein Reflex von OER sein, steht hier aber nicht im Vordergrund. Allgemein ist davon abzuraten, OER mit sinkenden Kosten für Lehr- und Lernmaterialien zu assoziieren. Wesentlich ist vielmehr, dass Lehr- und Lernmaterialien frei genutzt werden können, was ermöglicht, sie ohne Restriktionen weiter zu geben, gegebenenfalls anzupassen und weiterzuentwickeln.“

Die Arbeiten wurden vom BMBF initiiert, als ein Ergebnis eines Fachgesprächs über OER, das im November 2012 stattfand und bei dem der Bedarf nach derartigen Untersuchungen deutlich wurde. An diese Studien sollen weitere Expertisen anknüpfen und so den fachlichen und den bildungspolitischen Diskurs weiter entwickeln. Die Länder sollen dabei eng kooperieren.

Das DIPF ist eine wissenschaftliche Einrichtung für die Bildungsforschung. Es unterstützt Wissenschaft, Politik und Bildungspraxis durch empirische Forschung und wissenschaftliche Infrastruktur. Der am DIPF koordinierte Deutsche Bildungsserver bietet mit der Social-Bookmarking-Plattform Edutags, über die auf fast 2000 OERs verwiesen wird, ein zentrales Angebot zum Thema freie Bildungsmedien.

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12.08.2013
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Sven Becker
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Drei neue Studien zu OERs veröffentlicht
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