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Datum:
05.06.2012
Autor:
Thorsten Greb
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/medienforschung/einzelansicht/artikel/der-deutsche-e-book-markt-waechst-aber-langsamer-als-der-internationale-durchschnitt.html
Title:
Der deutsche E-Book-Markt wächst – aber langsamer als der internationale Durchschnitt
Kategorie:
Medienforschung
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Der deutsche E-Book-Markt wächst – aber langsamer als der internationale Durchschnitt

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© Plastic Logic

Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels hat seine E-Book-Studie 2011 veröffentlicht. Demnach spielen gedruckte Bücher zwar noch immer die „entscheidende Rolle“ auf dem deutschen Buchmarkt, „aber der Anteil derer, die ausschließlich gedruckte Bücher kaufen, sinkt“. Für das Jahr 2015 rechnen die befragten Verlage damit, dass das E-Book durchschnittlich 17 Prozent ihres Gesamtumsatzes ausmachen könnte.

Für den Bedeutungsgewinn des E-Books auf dem deutschen Buchmarkt sind vor allem zwei Gründe zu nennen. So hat sich in den vergangenen Jahren die Einstellung gegenüber den digitalen Büchern insgesamt zum Positiven verändert. Die Eigenschaften des E-Books wie ein geringer Platzbedarf oder Umweltfreundlichkeit werden immer häufiger als kaufentscheidender Vorteil angesehen. Die Zahl der Leser, die sich bewusst für den Kauf eines Printbuchs entschieden haben, beispielsweise, weil sie lieber ein Buch zum anfassen haben wollen, ist dagegen rückläufig. Dieser Bewusstseinswandel geht unmittelbar mit den technischen Entwicklungen bei den Anzeigegeräten einher. „Die Bedeutung von E-Book-Readern nimmt deutlich zu“, stellt die Studie fest und bescheinigt vor allem Tablet-Computern und speziellen E-Book-Readern eine positive Entwicklung, während die klassischen Geräte wie Notebooks und PCs als Lesegeräte an Bedeutung verlieren werden. Käufer von Tablet-Computern entdecken zunehmend auch die Funktionalität der Lesefunktion für sich, und greifen daher immer öfter zu E-Books.

Die befragten Verlage blicken daher mit überwiegend positiven Gefühlen in die E-Book-Zukunft, nicht zuletzt weil eine Umkehr des Absatztrends mobiler Anzeigegeräte nicht in Sicht scheint. Den verhältnismäßig größten Zuwachs auf dem deutschen E-Book-Markt erfuhren im vergangenen Jahr die Sachbücher, Ratgeber und Schulbücher. Digitale Schulbücher machen inzwischen vier Prozent der verfügbaren Titel auf dem deutschen E-Book-Markt aus, 2010 war es noch ein Prozent.

Auch wenn der deutsche E-Book-Markt wächst, im internationalen Vergleich ist die Entwicklung noch vergleichsweise zurückhaltend. Wie der „Global eBook Monitor“ des Branchenunternehmens Bowker Market Research in seiner neuesten Veröffentlichung feststellte, dringt das E-Book insbesondere in Australien, Großbritannien und den USA deutlich schneller auf den Markt als hierzulande. In den USA werden inzwischen 14 Prozent der Buchverkäufe in digitaler Form abgewickelt.      

Zwei Wehrmutstropfen bleiben. So ist bisher kein Ende bei der Formatvielfalt in Sicht. Zwar sprechen sich 85 Prozent der befragten Verlage für das EPUB-Format als Branchenstandard aus, gleichzeitig sinkt aber die Zahl derer leicht, die eine schnelle Einigung auf das Format für möglich halten. Außerdem ist die geringe Nachfrage „weiterhin die entscheidende Barriere, gefolgt der geringen Marge vor allem bei kleineren und mittleren Buchhandlungen“.

Die E-Book Studie wird jährlich vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels herausgegeben und fragt neben den nominellen Veränderungen auf dem deutschen Buchmarkt auch bei den Lesern und Verlagen ab, warum sie zu E-Books greifen beziehungsweise in ihrem Sortiment anbieten. In der aktuellsten Fassung hat die E-Book Studie eine Grundgesamtheit von 3.273 Mitgliedsunternehmen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels mit einem Umfang 1.800 Sortimenten.

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05.06.2012
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Thorsten Greb
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