Über diesen Artikel
Datum:
31.10.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/medienforschung/einzelansicht/artikel/19-fachtagung-des-forums-medienpaedagogik-der-blm.html
Title:
19. Fachtagung des Forums Medienpädagogik der BLM
Kategorie:
Medienforschung
Auditorium     

19. Fachtagung des Forums Medienpädagogik der BLM

Auditorium
Auditorium     
© HS, Seisenberger

"Wie können wir Kinder und Jugendliche begleiten, wenn wir nicht dabei sind?" Diese Frage beschäftigte in der vergangenen Woche auf der 19. Fachtagung des Forums Medienpädagogik der Bayrischen Landeszentrale für Neue Medien (BLM) einen Tag lang rund 180 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Unter dem Motto "Nicht ohne mein Smartphone - Der multimediale Alleskönner in der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen" hörten sie Referate zum Thema, besuchten Workshops, und erkundeten auf einer Ideenbörse und an Informationsständen erkundeten die Welt der mobilen Computer.

Diese Geräte haben im Leben der jungen Generation einen hohen Stellenwert. So hat sich laut der JIM-Studie die Zahl der Jugendlichen, die ein Smartphone besitzen, innerhalb nur eines Jahres verdoppelt: 2012 war es jeder zweite Jugendliche. Die Medienwissenschaftlerin Katharina Przybilla verdeutlichte diese große Bedeutung in ihrem Einführungsreferat: "Jugendliche können sich ein Leben ohne Smartphone nicht mehr vorstellen." Nach ihren Ergebnissen ist das Smartphone zu einem Beziehungsmedium geworden, im Umgang mit Freunden, Eltern oder auch in Liebesbeziehungen. Jugendliche seien "always on". Und so mache sich ein Zwang ständiger Erreichbarkeit breit – und gleichzeitig ein Mangel an Rückzugsräumen. 

Die Veranstaltung zeigte, wie Smartphones und moderne Bildungsarbeit sich miteinander verbinden lassen. Lena Hilles von jugendschutz.net beispielsweise sensibilisierte ihre Zuhörer für einen genauen Blick beim App-Download. Denn Apps seien zum Teil mit hohen Kosten und versteckte Werbung verbunden und binde unzulässige Links zu Facebook mit ein. Das Portal klick-tipps.net sei eine geeignete Alternative. Hier werden empfehlenswerte und von Kindern getestete Apps vorgestellt.

Der Medienpädagoge Ulrich Tausend bat seine 180 Zuhörer, einmal kräftig in die Hände zu klatschen. Er zeichnete den Klatscher und andere Geräusche mit einer Musik-App auf und produzierte daraus in wenigen Minuten ein kleines Musikvideo. So kann Medienarbeit im mobilen Zeitalter funktionieren: Weil die Jugendlichen die Technik samt Kamera, Mikrofon und Schnittprogramm selbst mitbringen. "Wir produzieren in ihrer Lebenswelt", so Tausend.

Mobiles Spielen wird zum mobilen Lernen, wenn die Möglichkeiten der Smartphones in auf die Bildungsarbeit übertragen werden. Thomas Kupser vom Münchner JFF-Institut für Medienpädagogik zeigte in seinem Workshop, wie sich Kurzfilme mit dem Smartphone erstellen und dabei sogar mathematische Probleme in einprägsame Bilder auflösen lassen. Danilo Dietsch, Geschäftsführer einer Agentur für Bildung und Medien stellte in seinem Workshop „Bildungsrouten“ - oder „Educaches“ vor. Sie sind vom Prinzip des Geocaching abgeleitet: Anstelle des Frontalunterrichts machen die Schüler sich auf Spurensuche nach Antworten, sie lösen Rätsel und beschäftigen sich dabei mit Inhalten.

Steffen Griesinger von Medien+Bildung.com stellte das Projekt "MyMobile" vor – mobile Didaktik im Unterricht. In diesem Projekt werden Tablets im Unterricht als Lernwerkzeuge eingesetzt und Lehrer und Medienpädagogen begleiten über eine Dauer von vier bis sechs Wochen den Unterricht.

Nicola Döring von der Technischen Universität Ilmenau betonte in ihrem Grundsatzreferat die wichtige Rolle, die die Geräte im Leben der Jugendlichen spielen: "Smartphones sind ein eigenes Medium, sie sind wichtig für die Identität der Kinder und ihr Erwachsenwerden.“

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31.10.2013
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Sven Becker
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