Über diesen Artikel
Datum:
09.11.2011
Autor:
Sascha Steuer
Aktionen:
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/warum-facebook-in-den-unterricht-gehoert.html
Title:
Warum Facebook als Thema in den Unterricht gehört
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift

Warum Facebook als Thema in den Unterricht gehört

Die deutschen Internetnutzer verbringen mittlerweile 16,2 Prozent ihrer Online-Zeit bei Facebook. Vor einem Jahr waren http://www.bdzv.de/pressemitteilungen+M574a2c27b68.htmles erst 4,1 Prozent. Mittlerweile sind nach einer aktuellen Umfrage zufolge 47 Prozent der deutschen Internetnutzer bei Facebook angemeldet, das entspricht rund 22 Millionen Deutschen. 27 Prozent haben ein Profil bei den VZ-Netzwerken wie Schüler-VZ. Noch nie haben so viele Deutsche ein Medienangebot genutzt.

Doch ist nicht nur die Zahl der Einzelnutzer, die Facebook eine zentrale Stellung im Internet gibt. Verlage, Behörden, Unternehmen machen Facebook zu einer Art Branchenbuch. Von der Freiwilligen Feuerwehr Unterkohlstäten bis zur Bundeskanzlerin sind unzählige Institutionen vertreten, selbst die Bundeswehr wirbt hier um junge Leute. Für 85 Prozent der deutschen Zeitungsverleger sind Angebote in Sozialen Netzwerken eine Pflichtaufgabe. 40 Prozent der Zeitungen haben eigene Communitys aufgebaut, rund ein Viertel der Verlage nutzen die Netzwerke sogar um die Meinung ihrer Leser zu erforschen.

Gleichzeitig ist Facebook ständig in der Kritik, ein Datenschutzskandal jagt den nächsten: Automatische Gesichtserkennung, lebenslange Speicherung von Daten, Datenübermittlung in die USA, Datenweitergabe an Werbekunden, Ausspähen von E-Mail-Konten, geheime AGB-Änderungen. Auch wenn bei gut informierten Internetnutzern alle Alarmglocken schrillen, hält es die breite Masse noch nicht davon ab fröhlich ihre privaten Fotos hochzuladen, besonders arglos: Kinder und Jugendliche.

Damit ist Facebook auch ein Fall für die Schule, in der es neben der zentralen Aufgabe der Vermittlung von Inhalten und Kompetenzen zum Wissenserwerb eben auch um die Herausbildung der Persönlichkeit geht und um Kompetenzvermittlung zur Mediennutzung. Auch wenn viele Lehrkräfte befürchten, ihre Schüler könnten über das Internet mehr wissen als sie selbst, bei den Gefahren Sozialer Netzwerke können sie sich einen Wissensvorsprung erarbeiten. Sie können den Schülern zeigen, wie Facebook und andere Soziale Netzwerke so genutzt werden könne, dass mit Daten möglichst sparsam umgegangen wird. Wenn klar wird, dass es nicht um eine grundsätzliche Verteufelung geht, sondern um ein bewusstes Nutzungsverhalten, werden ihre Schüler es ihnen danken.

Dabei sollten Lehrer nicht den Fehler machen und Facebook selbst für den Unterricht oder als Kommunikationsplattform nutzen. Dies wäre zwar eine praktikable Lösung, birgt aber viele Gefahren. Allen voran der Austausch über Privates oder gar Politisches, das der Lehrer bei seinen Schülern nachverfolgen könnte, andersrum natürlich auch. Auch sensible Schülerdaten haben bei Facebook nichts zu suchen, von Chats zwischen Lehrer und Schüler ganz zu schweigen. Wer praktikable Kommunikations- und Lernplattformen benötigt, sollte sich bei den diversen Herstellern informieren, wie beispielsweise moodle, lo-net, Fronter und itslearning.

Hilfe für eine Unterrichtsgestaltung zu Facebook gibt es auf diversen Websites für Pädagogen. Lesenswert sind die Blogs von Werner Prüher für eine Lehrerfortbildung zum Thema Facebook oder praktische Hinweise von Ralf Appelt.

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09.11.2011
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Sascha Steuer
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