Über diesen Artikel
Datum:
07.12.2011
Autor:
Sascha Steuer
Aktionen:
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/vz-netzwerke-stimmen-speicherpraxis-mit-datenschutzbeauftragten-ab.html
Title:
VZ-Netzwerke stimmen Speicherpraxis mit Datenschutzbeauftragten ab
Kategorie:
Jugendmedienschutz, Gastbeitrag / Interview
Haiko Ferber spricht für das größte deutsche Netzwerk

VZ-Netzwerke stimmen Speicherpraxis mit Datenschutzbeauftragten ab

Haiko Ferber spricht für das größte deutsche Netzwerk

Haiko Ferber spricht für das größte deutsche Netzwerk

Immer wieder steht Facebook in der Kritik, Datenschützer sind der Auffassung, dass Facebook mehr Daten sammelt und verwertet als notwendig ist und damit gegen deutsches Datenschutzrecht verstößt. Angesichts des rasanten Wachstums von Facebook prägt es das Bild der Branche, doch sind alle Sozialen Netzwerke gleich? Das deutsche Netzwerk aus SchülerVZ und StudiVZ geht andere Wege. DIGITAL LERNEN sprach mit Haiko Ferber, Legal Counsel, zuständig für Datenschutzrecht bei der VZ-Gruppe.

DIGITAL LERNEN: Was bedeutet das Symbol "VZ-Datenschutz - Deine Daten gehören Dir"?

Haiko Ferber: Mit diesem Logo garantieren wir unseren Nutzern, dass sie über ihre personenbezogenen Daten selbst bestimmen können, d.h. die Daten werden stets nur insoweit genutzt, wie es für die Nutzung der drei VZ-Plattformen schülerVZ, studiVZ und meinVZ/freundeVZ erforderlich ist. Ohne die ausdrückliche Einwilligung der Nutzer werden die Daten nicht für andere Zwecke genutzt.

DL: Welche Kommunikationsdaten speichert VZ?

HF: Unsere Speicherpraxis ergibt sich aus der Datenschutzerklärung in Verbindung mit den Datenschutzinformationen und ist mit dem Berliner Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit abgestimmt. Wir speichern die vom Nutzer eingegebenen Daten (Profilinformationen, Fotos, etc.) bis er diese Daten bzw. sein gesamtes Profil löscht. Die Daten, die bei der Nutzung des Internets automatisch anfallen (so genannte Nutzungsdaten) speichern wir grundsätzlich nicht. Lediglich einzelne Daten müssen für einen kurzen Zeitraum aus technischen Gründen oder zu Sicherheitszwecken gespeichert werden.

DL: Welche Daten werden gelöscht wenn ein Nutzer sein Profil deaktiviert/löscht, welche wenn der Nutzer dies verlangt und welche Daten werden nicht gelöscht?

HF: Wir löschen stets alles, was der Nutzer löschen will. Löscht ein Nutzer seinen Account, löschen wir alle seine Daten. Eine Ausnahme gilt da, wo es um Daten geht, die auf Veranlassung des Nutzers nicht mehr nur seine Daten sind – ein Beispiel hierfür sind Pinnwandeinträge, die der Nutzer auf den Pinnwänden anderer Nutzer hinterlassen hat, oder auch Gruppenbeiträge. Solche Beiträge bleiben in der Regel erhalten, wobei wir allerdings den Personenbezug entfernen, d.h. als Urheber des Beitrags wird lediglich „gelöschter Nutzer“ angezeigt.

DL: Wie stehen Sie zu der Kampagne der Verbraucherschutzzentrale und der Online-Petition für einen besseren Datenschutz?

HF: Unsere Überzeugung zum Thema Datenschutz und Privatsphäre lautet: Volle Selbstbestimmung für den Nutzer, seine Daten gehören ihm. Daher setzen wir in den VZ-Netzwerken die Grundsätze Privacy by Default und Privacy by Design bereits seit Jahren um. Entsprechend unterstützen wir das Anliegen des VZBV, das Datenschutzniveau durch Privacy by Default und Privacy by Design zu erhöhen.

Allerdings bedauern wir, dass die Kampagne des VZBV die existierenden Sozialen Netzwerke etwas undifferenziert betrachtet und das Engagement einiger sozialer Netzwerke, insb. aus Deutschland, für den Datenschutz nicht hinreichend honoriert.

Zudem sind wir der Auffassung, dass alle Anbieter von Sozialen Netzwerken, die sich an deutsche Verbraucher richten, denselben datenschutzrechtlichen Vorgaben unterliegen sollten und diese auch einhalten sollten. D.h. eine Verankerung dieser Prinzipien nur in Deutschland, ohne die Einbeziehung internationaler Anbieter, die sich auch an deutsche Nutzer richten, würde an der Situation der deutschen Verbraucher gegenüber internationalen Netzwerken wenig ändern und darüber hinaus den Wettbewerb unter den Sozialen Netzwerken noch weiter verzerren.

DL: Herzlichen Dank für das Interview.

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07.12.2011
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Sascha Steuer
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Jugendmedienschutz, Gastbeitrag / Interview
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