Über diesen Artikel
Datum:
22.10.2010
Autor:
Redaktion
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/viele-jugendliche-sind-mit-herausforderungen-von-online-communities-ueberfordert.html
Title:
Viele Jugendliche sind mit Herausforderungen von Online-Communities überfordert.
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift

Viele Jugendliche sind mit Herausforderungen von Online-Communities überfordert.

Viele Jugendlichen haben nur vage Vorstellungen davon, welche Möglichkeiten der Auswertung digital verfügbarer Daten bestehen. So wird ein möglicher Datenmissbrauch durch Dritte nur von wenigen als Problemfeld wahrgenommen. Die Jugendlichen müssen oft allein entscheiden wie seriös eine Online-Plattform ist, wie die Datenschutzmöglichkeiten sind, was sie über sich preisgeben wollen. Viele Jugendliche sind mit diesen Herausforderungen überfordert. Sie sind also angewiesen auf ihre Eltern und ihre Lehrer, die jedoch häufig hinter ihrer eigenen digitalen Kompetenz zurückfallen. Aber nicht alle Jugendlichen gehen gleichermaßen unüberlegt mit ihren Daten um. Vielmehr zeigt die in dieser Woche vorgestellt Studie des Instituts für Medienpädagogik in Forschung und Praxis, dass Jugendliche mit persönlichen Informationen in sozialen Netzwerkdiensten wie facebook.com oder schuelervz.net sehr unterschiedlich umgehen.

Die Jugendlichen machen sich dabei durchaus Gedanken darüber, was sie wem in sozialen Netzwerken über sich mitteilen wollen und was sie besser verheimlichen sollten. Der Wunsch nach sozialer Integration und Zugehörigkeit ist dabei ein wesentliches Motiv bei der Entscheidungsfindung wie sie mit ihren persönlichen Informationen in Online-Communities umgehen. So kann meist bereits anhand der Community erkannt werden, welches Interesse der Jugendliche verfolgt. Die Studie unterscheidet zwischen zwei grundsätzlich zu unterscheidenden Gruppen: Der ersten Gruppe geht es darum mit den Freunden und Bekannten aus dem Leben auch online kommunizieren zu können, hier steht die Kommunikation und der Austausch von Informationen im Vordergrund. Oft müssen dafür nur wenige Angaben zur eigenen Person gemacht werden, schließlich ist man den Chatpartnern ja bekannt. Die zweite Gruppe will vor allem nur online kommunizieren, in der Regel mit Personen die im Leben unbekannt sind. Hierzu wird eine Art Rolle geschaffen, die mit bestimmten Attributen ausgestattet wird, aber mit der wirklichen Person nicht viel gemeinsam haben muss. Doch gerade für diese Gruppe kann es nötig erscheinen private und möglicherweise sensiblere Daten an den Chatpartner weiterzugeben, um sich zu authentifizieren.

Die Untersuchung ist Teil der von der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien beauftragten fünften Konvergenzstudie des "Instituts für Medienpädagogik in Forschung und Praxis", die aktuelle Medienentwicklungen aus der Perspektive von Jugendlichen beleuchtet und damit Bezugspunkte sowohl für die medienpädagogische Arbeit als auch für die Medienaufsicht bietet will.

Für die Untersuchung standen Heranwachsende zwischen 13 und 19 Jahren in Einzelinterviews Rede und Antwort zu ihrem Umgang mit persönlichen Informationen und ihre Handlungsweisen in Bezug auf Persönlichkeitsrechte auf jeweils einer konkreten Online-Plattform. Hinzu kommen Gruppenerhebungen mit 52 Hauptschülerinnen und Hauptschülern der achten und neunten Jahrgangsstufe zwischen 14 und 16 Jahren. Hier standen die Haltungen der Jugendlichen zum Themenfeld Datenschutz und Persönlichkeitsrechte in Online-Plattformen, die sie leitenden sozialen Regeln, Normen und Werthaltungen sowie ihre Reflexionen zu entsprechenden Spannungsfeldern im Mittelpunkt.

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22.10.2010
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Viele Jugendliche sind mit Herausforderungen von Online-Communities überfordert.
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