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Datum:
08.11.2010
Autor:
Redaktion
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/us-schule-liess-webcam-am-schuelerlaptop-auch-zuhause-an-geht-das-auch-bei-uns.html
Title:
US-Schule ließ Webcam am Schülerlaptop auch zuhause an – geht das auch bei uns?
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift

US-Schule ließ Webcam am Schülerlaptop auch zuhause an – geht das auch bei uns?

Die Eltern des amerikanischen Jungen staunten nicht schlecht, als sie von der Schule einen blauen Brief wegen „ungebührlichen Verhaltens“ ihres Jungen erhielten. Als Beweis beigelegt wurde ein Foto des Jungen, geschossen zuhause von der aktivierten Webcam seines Schullaptops. Mitte Oktober, ein halbes Jahr später, muss die Schule nun knapp eine halbe Million Euro zahlen, Schadensersatz für die betroffenen Familien und deren Anwalt. Seitdem treibt viele die bange Frage um: Ist das auch mit unserem Laptop möglich? Spioniert mich jemand aus, ohne dass ich es merke?

Zunächst muss unterschieden werden zwischen einem privaten Laptop oder Rechner mit Webcam und einem Firmen- oder Schullaptop. Da ein Privatrechner formatiert ausgeliefert wird und alle Programme erst nach dem Kauf installiert werden, ist hier eine Fernsteuerung der Kamera zunächst ausgeschlossen. Bei Leihgeräten sieht dies anders aus. Wer nicht weiß, wird den Laptop konfiguriert hat, sollte grundsätzlich misstrauisch sein und nachfragen.

Aber auch der Privatlaptop kann später infiziert werden, wenn man unachtsam ist. Ein Mann aus dem Raum Aachen hat zahlreiche Mädchen über ihre Computer-Webcam heimlich beobachtet. Der 44-Jährige hatte sich mit Hilfe eines Programms Zugang zum Computer mehrerer Mädchen verschafft und die Kinder dann mit deren eigenen Webcams in ihrem Zimmer beobachtet. Das funktioniert so: Der Mann chattete lang mit den Mädchen, schickte Ihnen dann Emails mit Dateianhängen zu, von denen die Mädchen vermuteten, es seien Fotos, doch darunter war dann auch eine Datei mit einem Trojaner. Benannt nach der überdimensionalen Pferdestatue, die gefüllt mit Soldaten von den Einwohnern Trojas ahnungslos in die Stadt geholt wurde. Über diesen Trojaner verschaffte sich der Spanner dann Zugriff auf die Rechner der Mädchen. Einem Mädchen war aufgefallen, dass ihre rote Kontrolllampe an der Kamera nicht mehr ausgeht, so flog der Fall auf.

Doch immer weniger Laptops haben die rote Lampe. Letztlich helfen also gegen so böse Trojaner, die sich der Webcam bemächtigen können nur eine gute Firewall und ein gutes Antivirusprogramm. Es gilt auch hiergegen wie sonst auch, dass der Nutzer keine Programme aus dem Internet herunterladen oder unbekannte Dateien öffnen sollte. Allerdings soll hier auch keine Panikmache betrieben werden, das Einschleichen in die Webcam ist bisher noch kein Massenphänomen.

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