Über diesen Artikel
Datum:
24.11.2011
Autor:
Sascha Steuer
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/us-behoerden-zwingen-facebook-zur-verbesserung-des-datenschutzes.html
Title:
US-Behörden zwingen Facebook zur Verbesserung des Datenschutzes
Kategorie:
Jugendmedienschutz
Hier wird Politik gemacht

US-Behörden zwingen Facebook zur Verbesserung des Datenschutzes

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Die US-Behörden haben geschafft, wovon deutsche Datenschützer nur zu träumen wagen: Facebook muss künftig bei einer Änderung seiner Datenschutzeinstellungen die Nutzer um Zustimmung bitten. Und noch mehr: Zuvor muss die amerikanische Handelsbehörde FTC gar den Änderungen zugestimmt haben. Die Unterwerfung unter die US-Behörde ist eine Niederlage von Facebook in seinem Bemühen möglichst viele Nutzerdaten generieren und verwerten zu können.

Insgesamt wurde zwei Jahre lang über die neue Struktur verhandelt. Zuvor hatte sich ein Bündnis von zehn Datenschutzinitiativen bei der US-Handelskommission über Änderungen der Facebook-Einstellungen beschwert und dem Unternehmen Täuschung der Nutzer vorgeworfen. Vermutlich ist der geplante Börsengang von Facebook der Hintergrund für die Kompromissbereitschaft des Unternehmens.

In Europa geht der Kampf derweil in die nächste Runde. Während der Like-Button weiter im Fadenkreuz der Datenschützer ist und der irische Datenschutzbeauftragte eine neue Richtlinie ausarbeitet, gerät nun die biometrische Gesichtserkennung von Facebook ins Visier. Nach der Auffassung des Hamburger Datenschutzbeauftragten, Johannes Caspar, erfordere dies „die freiwillige Einwilligung der informierten Nutzer“. Voraussetzung für die biometrische Gesichtserkennung sei eine umfangreiche Datenbank, in der die biometrischen Merkmale aller Nutzer gespeichert sind. Facebook habe diese Funktion jedoch eingeführt, ohne die Nutzer zu informieren und ohne die erforderliche Einwilligung einzuholen. Nach Auffassung der Datenschutzbehörde erfordere das europäische als auch das nationale Datenschutzgesetz jedoch eine unmissverständliche Einwilligung der Betroffenen. Da dies aber nicht erfolge, werde die „Einleitung rechtlicher Schritte nun vorbereitet“.

Wer wissen will, was Facebook alles über ihn oder sie gespeichert hat, kann sich direkt an den irischen Firmensitz wenden. Auch nach irischem Recht steht jedem Nutzer die Mitteilung der gespeicherten Daten zu. Allerdings hat Facebook jüngst das Formular gelöscht mit dem die Daten abgefordert werden konnte. Vermutlich liegt das daran, dass der Wiener Student Mac Schrems medienwirksam dazu aufgerufen hatte, es ihm gleich zu tun, Facebook dürfte daraufhin tausende schriftlicher Anfragen erhalten haben. Aber Max Schrems war schlauer als Facebook und erstellte schlicht ein eigenes Antragsformular das nun auf seiner Website heruntergeladen werden kann.

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24.11.2011
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Sascha Steuer
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