Über diesen Artikel
Datum:
28.06.2010
Autor:
Sascha Steuer
Aktionen:
Drucken
URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/ueber-800-unterschriften-fuer-das-medienpaedagogische-manifest-keine-bildung-ohne-medien.html
Title:
Über 800 Unterschriften für das medienpädagogische Manifest „Keine Bildung ohne Medien!“
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift

Über 800 Unterschriften für das medienpädagogische Manifest „Keine Bildung ohne Medien!“

Die Zunahme ethisch fragwürdiger Medienangebote, die soziale Benachteiligung bis hin zu fahrlässigem Umgang mit digitalen Medien, wie der Umgang mit persönlichen Daten „offenbart in letzter Zeit gravierende Fehlentwicklungen“, kritisieren die Autoren des medienpädagogischen Manifests. Bereits über 800 Personen haben das Manifest unterschrieben. Horst Niestoy, Professor für Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Medienpädagogik an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg, hat die Initiative ins Leben gerufen. Immer noch gehen online weitere Unterschriften ein.

Das Manifest fordert eine auf Jahre angelegte strategische Planung mit personellen, infrastrukturellen und finanziellen Investitionen auf Länder‐ und Bundesebene. Die zentrale Aufgabe bestünde demnach darin, „die Medienpädagogik von einer Phase der Modellprojekte und einzelnen Aktionen auf lokaler und regionaler Ebene zu einer Phase struktureller Veränderungen zu überführen“. Besonders dringlich sei die Verstärkung der medienpädagogische Programme vor allem in den Einrichtungen der Elementarpädagogik, die Etablierung der Medienpädagogik als
Querschnittsaufgabe für alle Schulfächer, die Verankerung einer medienpädagogischen Grundbildung in der Ausbildung von Erzieherinnen, Lehrerinnen, Erwachsenenbildnern und Sozialpädagogen als verbindlicher Bestandteil der pädagogischen Ausbildung zu verankern.

Im Januar 2010 hatte die Universität Hamburg eine neue Studie vorgelegt, die enorme Unterschiede beim Stellenwert der Medienkompetenzförderung in Schulen zwischen den Bundesländern ans Licht brachte. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Vorgaben in den Lehrplänen zu unverbindlich sind. Es fehlt an konkreten Vorgaben zur Umsetzung sowie an Kontrollmöglichkeiten. In der Regel gibt es keine klaren Vorgaben welche Mindestkompetenzen jeder Schüler im Umgang mit den Medien beherrschen muss. An den Voraussetzungen zur Mediennutzung fehlt es tatsächlich nicht. Denn trotz relativ guter Ausstattung ist der Computereinsatz unterdurchschnittlich.

Das Manifest fordert außerdem eine deutliche Verstärkung der Mediensozialisationsforschung und der medienpädagogischen Begleit- und Praxisforschung. Während es zur quantitativen Mediennutzung diverse Studien gibt, mangelt es nach wie vor an tieferreichenden Untersuchungen, die die Mediennutzung in sozialen Kontexten differenziert und prozessbezogen analysieren, auch im Sinne von Grundlagenforschung.

Über diesen Artikel
Datum:
28.06.2010
Autor:
Sascha Steuer
Aktionen:
Drucken
URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/ueber-800-unterschriften-fuer-das-medienpaedagogische-manifest-keine-bildung-ohne-medien.html
Title:
Über 800 Unterschriften für das medienpädagogische Manifest „Keine Bildung ohne Medien!“
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift
Diesen Artikel teilen