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Datum:
22.08.2011
Autor:
Redaktion
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/puenktlich-zur-computerspielmesse-gibt-es-wieder-debatten-um-die-wirkung-von-gewaltspielen.html
Title:
Pünktlich zur Computerspielmesse gibt es wieder Debatten um die Wirkung von Gewaltspielen
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift

Pünktlich zur Computerspielmesse gibt es wieder Debatten um die Wirkung von Gewaltspielen

Ego-Shooter machen gewalttätig, so die weit verbreitete Meinung über die Wirkung sogenannter Ballerspiele, in denen der Spieler als Krieger mit einer Waffe in der Hand durch dunkle Räume rennt und andere erschießt. Meist haben auch Amokläufer solche Spiele exzessiv gespielt, so auch in Winnenden 2009. Die Berichterstattung prägt bei vielen Eltern und Lehrern das generelle Bild von Computerspielen. In etlichen Studien wird zudem immer wieder der Zusammenhang von Gewaltbereitschaft und Aggression mit regelmäßigem Computerspielen nachgewiesen, doch ist neben der reinen Korrelation auch das eine die Folge des anderen?

Für die These, dass Gewaltbereitschaft die Folge übermäßigen Computerspielens ist, gibt es bisher kaum Beweise, für das Gegenteil allerdings auch nicht. Nun versucht eine neue Studie aus den USA genau dies nachzuholen. Die kühne These: Wer den ganzen Tag Computer spielt, kann in dieser Zeit keine Gewalttaten verüben. Bewiesen werden soll die These mit Hilfe eines Vergleichs von Spieleverkäufen und der allgemeinen Kriminalitätsstatistik. Das verblüffende Ergebnis: Im Winter werden viele Spiele verkauft und im Winter gehen die Gewalttaten zurück. Wie die beiden Statistiken allerdings zusammenhängen, wird nicht erklärt.

Auf der Website des nordrhein-westfälischen Schulministeriums können Eltern und Lehrer heute nachlesen, wie schädlich Ballerspiele wie Counterstrike sind, zitiert wird auch hier der renommierte Hirnforscher Manfred Spitzer: "Man muss davon ausgehen, dass in Computerspielen die Gewalt noch aktiver eingeübt wird als beim passiven Fernsehkonsum". Spitzer ist als radikaler Kritiker eines übermäßigen Medienkonsums von Kindern bekannt. Allerdings schränkt die Seite ein, dass exzessives Computerspielen zwar zu weniger Bewegung und damit gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen kann, ebenso wie ein dauerhaftes Eintauchen in die virtuelle Welt die Konzentration auf wichtigere Schulthemen mindern kann, aber ein direkter Zusammenhang zwischen Computerspielen und Gewaltbereitschaft bestünde nicht, denn „hunderttausend User sehen sich als ganz normale Leute“.

Wer verhindern will, dass Kinder und Jugendliche zu exzessiven Computerspielern werden, muss sich konstruktiv mit den Spielen auseinandersetzen. Angesichts der Beliebtheit des Spielens wird man gerade männliche Jugendlich kaum davon abhalten können, es ihren Schulkameraden gleich zu tun. Insofern sollten Eltern auf zeitliche Beschränkungen achten und die Altersfreigaben der Hersteller achten. Lehrer sollten das Thema auch in der Schule ansprechen und über mögliche Gefahren informieren, ohne Computerspiele per se zu verteufeln.

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Pünktlich zur Computerspielmesse gibt es wieder Debatten um die Wirkung von Gewaltspielen
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