Über diesen Artikel
Datum:
23.04.2010
Autor:
Redaktion
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/pornos-sind-normal-und-bestandteil-des-alltaeglichen-medienkonsums-maennlicher-jugendlicher.html
Title:
Pornos sind normal und Bestandteil des alltäglichen Medienkonsums männlicher Jugendlicher
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift

Pornos sind normal und Bestandteil des alltäglichen Medienkonsums männlicher Jugendlicher

„Pornos sind normal und Bestandteil des alltäglichen Medienkonsums männlicher Jugendlicher“, ist das wichtigste Ergebnis der neuen Studie „Porno im Web 2.0“ der niedersächsischen Landesmedienanstalt. Infolge des Pornokonsums vertreten Jugendliche beider Geschlechter ein stereotypes Geschlechterrollenmodell, das ihrerseits biologistisch begründet wird: „Jungs haben Triebe, Mädchen haben keine.“ Prof. Dr. Grimm weist darauf hin, dass ein häufiger, regelmäßiger Konsum von Internetpornografie die Vorstellung der Jugendlichen davon, welches sexuelle Verhalten als normal gilt, prägen kann. Währen die Jungen sich vor allem einem Leistungsdruck ausgesetzt sehen und dem Ideal des „Coolen Checkers“ entsprechen wollen, sind die Mädchen angeekelt und lehnen die Frauen in den Videos als „Schlampen“ ab. Der Pornokonsum wirkt damit unterschiedlich auf Jungen und Mädchen. Angesichts der regelmäßigen Konfrontation und der Wirkung der Pornografie bei Jugendlichen, kann eine Behandlung des Themas in der Schule nicht ausbleiben. Aber was könnten Lehrer tun um sinnvoll mit dem Thema umzugehen?

Die Studie schlägt vor, das Thema Internetpornografie im formellen Bildungskontext zu enttabuisieren und die Geschlechterrollenbilder in den Medien zu thematisieren. Es sollten Handlungsräume in der Schule, besonders für Medien- und Sexualpädagogen geschaffen werden, sowie fundierte Materialien/Manuals zur Umsetzung von sexual- und medienpädagogischen Maßnahmen entwickelt werden. Die niedersächsische Landesmedienanstalt will nun speziell zu diesem - sensiblen - Thema konzipierten medienpädagogischen Projekten erfolgen.

Die Studie folgt der Veröffentlichung des Buches „Generation Porno - Jugend, Sex, Internet“ von Johannes Gernert, das seit März für Diskussionen sorgt. Das Internet spült eine Flut von pornografischen Bildern in die Kinderzimmer. Oft genügt ein kurzer Klick: »Schon 18?« – »Ja!« Eltern und Pädagogen sind beunruhigt und machen sich Sorgen, was die Eindrücke in den Köpfen ihrer Kinder auslösen. Porno beschränkt sich nicht auf einschlägige Seiten im Netz, sondern prägt die Kultur von Teens und Twens viel umfassender. Schulen und Elternhäuser müssen sich der Entwicklung stellen. Aber wie? Und was können Politiker für einen besseren Jugendschutz tun? Auf solche und andere Fragen gibt dieses Buch eine Antwort – in Gesprächen mit Jugendlichen, Erziehungsberechtigten und Experten.

Der herausgebende Fackelträger Verlag stellt zum Buch auch Unterrichtsmaterialien zur Verfügung:
http://sachbuch.fackeltraeger-verlag.de/data/Generation_Porno_Unterrichtseinheit.pdf

Die Studie der niedersächsische Landesmedienanstalt wurde mit 10 Fokusgruppen (7 männl., 3 weibl.) in Gruppeninterviews mit 35 Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 19 Jahren und 9 Einzelinterviews durchgeführt.

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Datum:
23.04.2010
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Pornos sind normal und Bestandteil des alltäglichen Medienkonsums männlicher Jugendlicher
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Jugendmedienschutz
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