Neue EU-Studie: Kinder veröffentlichen ihre Adressdaten im Internet - Update

Jedes dritte europäische Kind geht leichtfertig mit seinen persönlichen Daten um und veröffentlicht den Namen der eigenen Schule im Internet, jedes achte Kind die private Adresse oder Telefonnummer. In Deutschland sind es mit 14 Prozent sogar noch etwas mehr 9- bis 12-jährige Kinder als im europäischen Durchschnitt, die so lax mit ihren persönlichen Daten umgehen. Für die am 23.04.2012 veröffentlichte Untersuchung der London School of Economics, im Auftrag der EU, wurden 25.142 Kinder aus 25 Staaten im Alter von 9 bis 16 Jahren zu ihrem Online-Verhalten befragt.

Deutschland unterscheidet sich von den meisten europäischen Ländern zum Zeitpunkt der Erhebung durch eine starke Nutzung des Sozialen Netzwerks SchülerVZ, in 17 Ländern dominiert der Marktführer Facebook. Zehn Prozent der 13- bis 16-Jährigen nutzen hierzulande Facebook, während SchülerVZ von 46 Prozent genutzt wird. Im Nachbarland Österreich sieht es ganz anders aus, hier liegt Facebook mit 63 Prozent weit vorne. In Österreich sind auch die unter 12-jährigen Kinder stark bei Facebook vertreten, trotzdem dies den Nutzungsbedingungen widerspricht. Um sich als Kind ein Facebook-Profil zuzulegen, muss das Alter bei der Registrierung wahrheitswidrig auf mindestens 13 Jahre gesetzt werden.

Ein Drittel der befragten Eltern in Europa sagen, dass sie ihren Kindern nicht erlauben, ein Profil in einem Sozialen Netzwerk einzurichten. Ein Fünftel gibt an, dass sie ihren Kindern den Zugang nur unter Aufsicht ermöglichen. In jeder zweiten Familie gibt es keinerlei Restriktionen. In Deutschland liegt der Anteil der Eltern, die keine Einschränkungen machen mit 36 Prozent am niedrigsten.

Die Studie hat auch untersucht, welche Art von Schutzmechanismen Eltern verwenden, um ihre Kinder vor Pornografie, belästigenden E-Mails und übermäßigem Online-Konsum zu schützen. Drei Viertel der europäischen Eltern setzen demnach Spamfilter ein, 39 Prozent blockieren entwicklungsbeeinträchtigende Websites durch Internetfilter. Dieser europäische Wert liegt deutlich über dem jüngst durch das Bredow-Institut für Medienforschung ermittelte Wert. Demnach sorgen sich nur wenige deutsche Eltern um den Jugendschutz im Internet, nur 21 bis 27 Prozent der Eltern in Deutschland haben demnach eine Jugendschutzsoftware auf ihren heimischen Computern installiert, um ihre Kinder vor Pornografie, Gewaltdarstellungen und extremistischen Inhalten zu schützen.

Über diesen Artikel
Datum:
25.04.2012
Autor:
Sascha Steuer
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Neue EU-Studie: Kinder veröffentlichen ihre Adressdaten im Internet - Update
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Jugendmedienschutz
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