Über diesen Artikel
Datum:
14.10.2011
Autor:
Sascha Steuer
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/mehr-kinderschutz-britische-regierung-fuehrt-pornofilter-fuer-alle-ein.html
Title:
Mehr Kinderschutz: Britische Regierung führt Pornofilter für alle ein
Kategorie:
Jugendmedienschutz
Augen zu im Internet

Mehr Kinderschutz: Britische Regierung führt Pornofilter für alle ein

Augen zu im Internet

Augen zu im Internet

In Deutschland ist es bisher so: Wenn Eltern ihre Kinder vor Pornografie im Internet schützen wollen, müssen sie entweder den Jugendschutzfilter ihres Providers aktivieren oder ein Jugendschutzprogramm kaufen und installieren. Großbritannien dreht den Spieß nun um, der Jugendschutzfilter soll künftig immer aktiviert und damit Pornografie gesperrt sein; wer sie sehen will, müsste durch eine Erklärung gegenüber dem Provider den Filter zunächst aktiv ausschalten. Die von der Regierung mit den vier größten Providern ausgehandelte Regelung kommt vielen britischen Eltern entgegen, die ihre Kinder gern schützen wollen, aber Angst vor den technischen Hürden haben.

Anlass für die Neuregelung des Jugendmedienschutzes in Großbritannien war eine von der Regierung in Auftrag gegebene Studie zum Aufwachsen von Kindern. Demnach befürchten Eltern, dass ihre Kinder immer früher erwachsen werden. Dazu trage auch früher Konsum von Pornographie bei. Genau dagegen soll der Filter nun helfen und Kinder schützen, damit sie ihre Sexualität normal entwickeln können.
 
 Auch in Deutschland befürworten knapp zwei Drittel der Eltern einen Jugendschutzfilter, wie die KIM-Studie gezeigt hat. Diese Ansicht wird jedoch selten im Alltag umgesetzt: Nur 14 Prozent der Eltern haben tatsächlich ein Jugendschutzprogramm auf dem Familiencomputer installiert. 41 Prozent lassen nach eigenen Angaben ihr Kind ohne Aufsicht im Internet surfen. Weil viele Eltern nicht wissen, was zu tun ist, klaffen Anspruch und Wirklichkeit weit auseinander. Auch in den Schulen ist die Situation oft unbefriedigend. Während die einen Schulen ihre Schüler durch einen wirksamen Filter auf dem Stand der Technik schützen, setzen andere weitgehend unwirksame, statische Sperrlisten altbekannter Pornoseiten - sogenannte Blacklists – ein.

Während sich die Politik hierzulande über immer neue zentrale gesetzliche Regelungen streitet, die dann wie der Jugendmedienschutz-Staatsvertrag und das Leyensche-Sperrgesetz scheitern, zeigen die Briten, wie der Jugendschutz durch praktische Maßnahmen verbessert werden kann. In der Zukunft werden die britischen Eltern ihren Internetprovider nicht mehr nur unter dem Gesichtspunkt der Kosten auswählen, sondern sicher auch danach, welche Qualität der mitverkaufte Filter besitzt, damit sie ihre Kinder am besten schützen können. Dieser Wettbewerb wird die Filtersoftware noch weiter verbessern. Deutschland ist davon weit entfernt. Hierzulande wäre es schon hilfreich, wenn der Staat viel stärker als bisher auf erhältliche Filter hinweisen und Eltern und Schulen zum Kauf ermutigen würde.

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14.10.2011
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Sascha Steuer
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