Über diesen Artikel
Datum:
23.05.2012
Autor:
Sascha Steuer
Aktionen:
Drucken
URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/immer-mehr-meldungen-zu-kinderpornografie-und-pornografie-im-internet.html
Title:
Immer mehr Meldungen zu Kinderpornografie und Pornografie im Internet
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift

Immer mehr Meldungen zu Kinderpornografie und Pornografie im Internet

Rund 1.000 Beschwerden über verbotene, jugendgefährdende und entwicklungsbeeinträchtigende gingen  allein in den ersten drei Monaten dieses Jahres bei der Beschwerdestelle der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia ein, darunter sind 310 Websites mit kinderpornografischem Inhalt. Wenn dieser Trend anhält, werden es in diesem Jahr mehr Websites sein, als jemals zuvor. Im letzten Jahr wurden im gesamten Jahresverlauf „nur“ 417 Websites mit Kinderpornografie gemeldet, davon 157 Websites auf deutschen Servern. Die „erschreckenden Zahlen der FSM zeigen, dass der Jugendmedienschutz im Internet dringender ist denn je“, so der Jugendmedienschutzbeauftragte des Deutschen Kinderschutzbundes Ekkehard Mutschler.

Die Zahlen zeigen auch, dass das Thema Kinderpornografie im Internet nach wie vor aktuell ist, auch wenn die Politik sich nach der heftigen Debatte um das Leyensche Sperrgesetz nur noch wenig damit beschäftigt. Dies liegt auch an der Möglichkeit des BKA eine zügige Löschung der verbotenen Websites  veranlassen zu können.  In Deutschland kann jede bekannte Website mit kinderpornografischem Inhalt innerhalb eines Tages gelöscht werden, auch auf ausländischen Servern wird mittlerweile fast jede Seite zügig gelöscht. Grundlage hierfür bieten internationale Abkommen und Kooperationen zwischen den zuständigen Stellen. Die FSM gibt aber keine Entwarnung. Sie geht davon aus, dass Kinderpornografie im Internet zunehmend in anonyme Netzwerke ausgelagert und verschlüsselt wird. Damit ist sie durch bloßes Surfen im Internet nicht mehr zu entdecken, für Insider allerdings erreichbar.

Doch auch die anderen jugendgefährdenden, entwicklungsbeeinträchtigenden und verbotenen Websites werden wieder verstärkt gemeldet. Das erste Quartal 2012 zeigt mit über 1.000 eingegangenen Beschwerden einen starken Anstieg. Darunter sind allein 108 Fälle von Pornografiewebsites, die ungehindert von Kindern aufrufbar waren. Hält dieser Trend an, ist von einer Gesamtzahl von über 3.000 Beschwerden für das Jahr 2012 auszugehen. Warum die Zahlen im vergangenen Jahr gegen den Trend rückläufig waren, kann sich auch die FSM nicht erklären. Die im FSM-Jahresbericht 2011 noch enthaltene Spekulation, dass sich Seitenbetreiber aus Deutschland „zunehmend Jugendschutzkonform“ verhalten könnten, dürfte mit dem Anstieg der Meldungen in diesem Jahr jedenfalls obsolet sein.

Ein Mittel, Kinder vor den verbotenen, jugendgefährdenden und entwicklungsbeeinträchtigenden Internetinhalten zu schützen, sind Internetfilter, die auf den Computern zu Hause oder in der Schule installiert werden. Zwei dieser Programme wurden nun durch die Kommission für Jugendmedienschutz positiv bewertet, wurden jedoch anschließend in mehreren Medien negativ bewertet. Der Kinderschutzbund hält die Anerkennung der Filtersoftware durch die KJM für nicht ausreichend, da die Programme bisher nur mit dem Betriebssystem Windows laufen würden. Ekkehard Mutschler fordert die Politik auf, nach dem Scheitern der Novelle des Jugendmedienstaatsvertrags „endlich tragbare Regelungen zu schaffen“. Genauso wichtig sei es, die Medienkompetenz der Eltern und Erziehenden zu fördern, um sie so in den Jugendmedienschutz im Internet einzubeziehen.

Über diesen Artikel
Datum:
23.05.2012
Autor:
Sascha Steuer
Aktionen:
Drucken
URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/immer-mehr-meldungen-zu-kinderpornografie-und-pornografie-im-internet.html
Title:
Immer mehr Meldungen zu Kinderpornografie und Pornografie im Internet
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift
Weiterführende Links
Diesen Artikel teilen