Über diesen Artikel
Datum:
08.02.2012
Autor:
Sascha Steuer
Aktionen:
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/immer-mehr-jugendliche-gehen-gedankenlos-mit-smartphones-ins-internet.html
Title:
Immer mehr Jugendliche gehen gedankenlos mit Smartphones ins Internet
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift

Immer mehr Jugendliche gehen gedankenlos mit Smartphones ins Internet

Der Verkauf von Smartphones hat im Jahr 2011 weiter rasant zugenommen, insgesamt stieg der Absatz der Handys mit Internetzugang in Deutschland um 31 Prozent auf 11,8 Millionen an. Inzwischen sind 43 Prozent aller in Deutschland verkauften Handys Smartphones. Dieser Trend spiegelt sich auch bei den Jugendlichen wider. 96 Prozent der Jugendlichen haben laut JIM-Studie ein eigenes Handy, darunter hat jeder Vierte ein Smartphone. Doch sind sich alle Jugendlichen der Gefahren bewusst, die mit dem Surfen übers Handy einhergehen?

Für viele Jugendlichen sind die zahlreichen Apps und Funktionen eines Smartphones eine willkommene Spielerei. An Themen wir Datenschutz oder Virenschutz wird nicht gedacht. Dabei sind die Smartphones wesentlich anfälliger für Zugriffe von außen als der Computer zuhause. Das liegt zum einen an Schnittstellen wie Bluetouth und WLAN. Über Bluetouth tauschen die Jugendlichen Musik und andere Daten mit ihren Freunden aus, WLAN wird verwendet um in Hotspots kostenlos ins Internet zu gehen. Doch wer Bluetouth dauerhaft aktiviert hat, kann das Smartphone von anderen Geräten geortet und bei einfachem Code kann sogar darauf zugegriffen werden. Hinzu kommt die zunehmende Gefahr durch Viren in den herunterladbaren Apps.  In der Datenbank des Virenschutz-Herstellers Kaspersky sind bereits über 6.000 Smartphone-Viren registriert, doch wer denkt an ein Antivirenprogramm für das Handy?

Anlässlich des Safer Internet Day 2012 warnte Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner eindringlich vor den Gefahren durch unbedachte Smartphonenutzung. Eltern sollten die Smartphones nach dem Kauf umgehend für die Kinder konfigurieren, Bluetouth und WLAN ausschalten, sowie die Ortungsdienste deaktivieren. Momentan führe kein Weg daran vorbei, sich intensiv mit den Funktionen des Smartphones zu beschäftigen. Mittelfristig müssten jedoch die Hersteller die Smartphones mit anderen Ausgangskonfigurationen ausstatten. "Die Verbraucher erwarten zu Recht, dass das Schutzniveau bei mobilen Diensten und Geräten genauso hoch ist wie bei stationären Endgeräten. Die Sicherheitsstandards müssen mit der technologischen Entwicklung Schritt halten. Dazu gehören auch datenschutzfreundliche Voreinstellungen von Smartphones", sagte Aigner auf dem Kongress zum Safer Internet Day in Berlin.

Gerade kostenlose Smartphone-Apps, bezahlt der Nutzer oft mit der Herausgabe seiner Daten. Die teilweise seitenlangen Datenschutzerklärungen einzelner Apps, in denen der Nutzer auf den Handel mit seinen Daten hingewiesen wird, sind auf dem Smartphone nur schlecht lesbar und kaum verständlich. Laut einer aktuellen Umfrage im Auftrag des Hightech-Verbandes BITKOM lesen 30 Prozent der Nutzer nie die Datenschutzerklärungen.  Aigner forderte daher Datenschutzerklärungen so zu gestalten, dass auch auf dem Smartphone auf einen Blick zu erkennen ist, was nach einer Zustimmung mit den eigenen Daten passiert. Zur Information von Eltern und Lehrern hat das Verbraucherschutzministerium ein Faltblatt zum Download herausgegeben.

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08.02.2012
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Sascha Steuer
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Immer mehr Jugendliche gehen gedankenlos mit Smartphones ins Internet
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