Über diesen Artikel
Datum:
15.11.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/hamburger-schulen-fuehren-medienpass-ein.html
Title:
Hamburger Schulen führen Medienpass ein
Kategorie:
Jugendmedienschutz
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Hamburger Schulen führen Medienpass ein

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In diesem Schuljahr wird an den Hamburger allgemein bildenden Schulen der "Hamburger Medienpass" eingeführt. Das Instrument bedient die Nachfrage nach Aufklärung zu den Risiken und Chancen bei der Nutzung digitaler Medien durch Jugendliche, die in der Vergangenheit immer größer geworden war. Der „Hamburger Medienpass“ dient einerseits der Dokumentation von erworbenen Medienkompetenzen in einem Portfolio. Andererseits bietet er fünf ausgearbeitete Module zur Medienerziehung, die in den Jahrgangsstufen fünf bis acht als Unterrichtsmaterialien verwendet werden können.

Das erste Modul „Computerspiele – Ich beherrsche das Spiel!“ unterstützt Jugendliche dabei ihren Spielkonsum zu reflektieren. Sie sollen eine Vorstellung von altersangemessener Spieldauer und -intensität entwickeln, um auf dieser Basis gegebenenfalls ihre Nutzungsgewohnheiten verändern zu können. Auch die Prüfkriterien der Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle sind ein Thema, ebenso die verschiedenen Bezahlmodelle,  Daten- und Kostenfallen. Das Lernziel: „Nach dem Modul wissen die Schüler, welchen Einflüssen sie rund um die Computerspiele ausgesetzt sind und was sie selbst beeinflussen können – zwei wesentliche Voraussetzungen, um altersangemessen geeignete Spiele auszuwählen“.

Ein weiteres Modul befasst sich mit dem Thema „Datenschutz und soziale Netzwerke– Ich bin sicher vernetzt!“ Hier geht es um das Wissen über soziale Netzwerke, um mögliche Probleme und Gefahren. Die Jugendlichen beschäftigen sich mit problematischen Inhalten auf Profilvorlagen und können beispielsweise gemeinsam eine Profilcheckliste entwickeln. Um sie weiter für schützenswerte Daten zu sensibilisieren, ordnen sie in einer Übung mehr oder weniger heikle Informationen verschiedenen Adressaten zu, diskutieren die Zuordnungen im Anschluss und denken abschließend darüber nach, wie sie vor diesem Hintergrund mit ihren Daten umgehen sollten. Das Lernziel: „Nach dem Modul kennen die Kinder und Jugendlichen die Wirkung und Reichweite ihrer Informationen in sozialen Netzwerken – entsprechend handeln sie nach dem Leitsatz: „Think Before You Post!““

Auch das Urheberrecht wird in einem eigenen Modul behandelt: „Ich kenne meine Rechte!“ Fotos, Videos, Texte oder Musikstücke in sozialen Netzwerken zu teilen ist unter Jugendlichen eine gängige kulturelle Praxis. Dadurch können allerdings Persönlichkeits- und Urheberrechte verletzt werden, was rechtliche Konsequenzen mit nicht geringen Kosten haben kann. In diesem Modul lernen die Jugendlichen legale und illegale Aktionen zu unterscheiden. Sie sollen die rechtlichen und strafprozessrechtlichen Folgen und Gefahren abschätzen können, und ihr Verhalten daran orientieren. Das Lernziel sind Antworten auf folgende Fragen: „Was kann passieren, wenn ich illegal Filme oder Musik aus dem Internet herunterlade? Welche Daten und Dateien darf ich im Internet downloaden und/oder auch weiter verbreiten? Was versteht man unter „Urheberrecht“ und was kann bei dessen Verletzung passieren? Was kann ich tun, wenn eine Abmahnung ins Haus flattert?“

Im Modul „CyberMobbing – Ich mache keinen Stress!“ reflektieren die Jugendlichen anhand von Filmbeispielen die Ursachen, Entstehung und Wirkung von Cybermobbing und entwickeln gemeinsam Lösungsstrategien. Sie spielen die Perspektiven der Opfer und Täter durch und erwerben auf diese Weise eine Sensibilität für die emotionalen Belastungen. Sie sollen „Verhaltenssicherheit“ in Fällen von Cybermobbing lernen, das heißt als Betroffene zu wissen, wo sie sich Hilfe holen können und als Wissende aktiv und solidarisch zu handeln. Das Lernziel: „Das Modul soll den Jugendlichen dazu verhelfen, respektvoll und verantwortungsbewusst mit Botschaften im Web umzugehen. Wie bei der Veröffentlichung eigener Daten gilt auch bei Mitteilungen über andere der Grundsatz: „Think Before You Post!“

Schließlich ist auch dem Telefon ein Modul gewidmet: „Smartphone – Ich nutze es clever!“ Smartphones sind inzwischen für viele Jugendliche zu ständigen Begleitern geworden und haben eine hohe jugendkulturelle Bedeutung. Im Modul sollen die Jugendlichen ihr Nutzungs- und Kommunikationsverhalten reflektieren. Der medienpädagogische Zugriff in diesem Modul sucht nach Inhalten, die den aktiven und selbstbestimmten Umgang mit dem Smartphone fördern und die Risiken verringern. Das Lernziel: „Nach dem Modul können die Kinder und Jugendlichen z. B. Tarifkosten einschätzen, Abofallen erkennen und ihr Kommunikationsverhalten kontrollieren. Mit den multimedialen Funktionen können sie beispielsweise Fotos oder Filme für Unterrichtsprojekte oder zur Dokumentation aufnehmen und präsentieren.“

Der „Hamburger Medienpass“ unterscheidet einen präventiven und einen gestalterisch-produktiven Bereich. Präventiv lernen die Jugendlichen durch die Module etwas über das sichere und rechtlich verantwortungsbewusste Handeln im Internet. Im Rahmen des gestalterisch-produktiven Bereichs erstellen sie kreativ und reflektiert verschiedene Medienprodukte.

Die Schulen können die Module im Fachunterricht oder auch auf Projekttagen einsetzen. Für die Lehrer bietet das Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) Fortbildungen an. Auch Eltern finden auf der Webseite Informationsmaterial, wodurch auch die Diskussion innerhalb der Familien angeregt werden soll.

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15.11.2013
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Sven Becker
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Hamburger Schulen führen Medienpass ein
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Jugendmedienschutz
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