Über diesen Artikel
Datum:
04.12.2012
Autor:
Thorsten Greb
Aktionen:
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/gefahren-und-sicherheit-im-internet-handlungsempfehlungen-fuer-lehrer-und-eltern.html
Title:
Gefahren und Sicherheit im Internet – Handlungsempfehlungen für Lehrer und Eltern
Kategorie:
Jugendmedienschutz
Marian Schroeder, Geschäftsführer TIME for kids Informationstechnologien GmbH     

Gefahren und Sicherheit im Internet – Handlungsempfehlungen für Lehrer und Eltern

Marian Schroeder, Geschäftsführer TIME for kids Informationstechnologien GmbH
Marian Schroeder, Geschäftsführer TIME for kids Informationstechnologien GmbH     
© Thorsten Greb, neolern GmbH

Das Interesse vieler Eltern und Lehrer, sich über die Gefahren und die Sicherheit ihrer Schützlinge im Internet zu informieren, ist groß. Das zeigte sich auch auf der gemeinsamen Informations- und Fortbildungsveranstaltung des Online-Magazins DIGITAL LERNEN und des Fortbildungszentrums Treptow-Köpenick. Mehr als 40 Eltern und Lehrer folgten der Einladung und diskutierten mit den Referenten über Facebook, Spiele- und Onlinesucht, Jugendmedienschutz und Handlungsempfehlungen, wie man sich vor den Gefahren des Internets schützen kann.

Was passiert mit meinen persönlichen Daten, wenn ich Facebook nutze? Was steckt hinter der „für lau“ Fassade des Unternehmens? Wie gehe ich verantwortungsvoll mit meinen Daten im Internet und in Sozialen Netzwerken um? Diesen Fragen widmete sich Marian Schroeder, Geschäftsführer der TIME for kids Informationstechnologien GmbH, in seinem Eröffnungsvortrag „Persönliche Daten im Netz, aber sicher!“ Schroeder betonte dabei, dass das Geschäftsmodell von Facebook im Kern darauf ausgelegt sei, massenhaft persönliche Nutzerdaten zu sammeln, diese auszuwerten und intelligent zu verknüpfen, um schlussendlich den maximalen Profit herauszuschlagen. Das Hauptproblem bei Facebook ist das Thema Datenschutz. Hiesige Datenschutzstandards würden nur begrenzt Anwendung finden, da das US-amerikanische Unternehmen, dessen europäische Server in Irland stehen, am deutschen Rechtsraum vorbeilaviere. Auch sei Facebook im Grunde gar nicht an höheren Datenschutzstandards interessiert, da diese dem Geschäftsmodell des ‚Data-Minings‘ zuwiderlaufen würden.

Anstelle mit Euro oder Dollar, bezahlen die User die kostenfreie Nutzung von Facebook mit der Preisgabe ihrer persönlichen Daten, die sich nur schwer oder überhaupt nicht mehr rückgängig machen lässt. Das gelte insbesondere für Bilder und Fotos, die man in das Soziale Netzwerk einstellt, denn Facebook sichere sich damit die Nutzungsrechte an den Bilddokumenten. Zwar könne zu einem späteren Zeitpunkt das öffentliche Anzeigen der Bilder rückgängig gemacht werden, gelöscht würden diese jedoch nicht. Die Kinder und Jugendlichen würden sich damit bereits im jungen Alter erpressbar machen, da niemand mit Gewissheit sagen könne, was mit den Daten passiere, so Schroeder. Daher sollten Eltern und Lehrer ihren Schützlingen die Mechanismen und kommerziellen Interessen von Facebook & Co erklären, um sie so für den Wert ihrer Daten in der Informationsgesellschaft nachhaltig zu sensibilisieren. Der eigenverantwortliche und behutsame Umgang mit den persönlichen Daten im Internet müsse ein selbstverständlicher Bestandteil der Erziehung sein - sowohl zu Hause als auch in der Schule.  

Im zweiten Vortrag referierte Jannis Wlachojiannis, Diplom-Sozialpädagoge und Suchtberater beim Berliner Caritas-Projekt „Lost in Space“, über Spiele- und Onlinesucht. Wlachojiannis mahnte dabei zur Aufklärung und Besonnenheit. Spiele- und Onlinesucht äußere sich nicht ausschließlich in erhöhten Monitorzeiten der Kinder und Jugendlichen – auch wenn diese ein ernstes Indiz seien. Eltern und Lehrer müssten ebenso das Sozialverhalten ihrer Schützlinge im Auge behalten. Sozialer Rückzug, persönliche Vernachlässigung oder Veränderungen im Essverhalten seien ernstzunehmende Signale, dass etwas nicht stimme. Anstelle einer oktroyierten Spiele- und Internetabstinenz, die Wlachojiannes in vielen Beratungsfällen für kontraproduktiv hält, sei es wichtig, dass Eltern und Lehrer verstehen, warum Kinder und Jugendliche Computerspiele konsumieren und worin die Faszinationskräfte der virtuellen Spielwelten liegen. Gerade bei Multiplayerspielen ist es häufig die soziale Komponente, weiß der Suchtexperte. Neben dem Bedürfnis, mit Gleichgesinnten zu kommunizieren, reize viele exzessive Internetnutzer und Spieler die Möglichkeit, in der Virtualität etwas zu sein, was man in der Realität nicht ist oder nicht sein kann.

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04.12.2012
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Thorsten Greb
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Gefahren und Sicherheit im Internet – Handlungsempfehlungen für Lehrer und Eltern
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Jugendmedienschutz
Marian Schroeder, Geschäftsführer TIME for kids Informationstechnologien GmbH     
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