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Datum:
11.06.2012
Autor:
Thorsten Greb
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/fuer-lehrer-materialkompass-zur-verbraucherbildung.html
Title:
Für Lehrer: Materialkompass zur Verbraucherbildung
Kategorie:
Jugendmedienschutz
Materialkompass

Für Lehrer: Materialkompass zur Verbraucherbildung

Materialkompass

Materialkompass

Mehr als die Hälfte der Jugendlichen kennen ihre Rechte als Käufer nicht und mehr als zwei Drittel aller Jugendlichen haben eklatante Wissenslücken im Bereich Internet und Telekommunikation, hat das Bundesverbraucherschutzministerium in einer Umfrage im Jahr 2010 herausgefunden. Für das Ministerium war es damit höchste Zeit gegenzusteuern und dort anzusetzen, wo die Kinder und Jugendlichen was für das Leben lernen sollen: in der Schule. 

Der Verbraucherzentrale Bundesverband entwickelte mit finanzieller Unterstützung des Bundesverbraucherschutzministeriums das „Schulportal für Verbraucherbildung“, ein breit gefächertes Informationsangebot im Internet, auf dem sich Lehrer und Schüler über verschiedene Dimensionen der Verbraucherbildung informieren können. Zwar zu 100 Prozent vom Bundesverbraucherschutzministerium finanziert, liege das „operative Geschäft und die inhaltliche Ausgestaltung“ aber vollständig beim Verbraucherzentrale Bundesverband, erläuterte Tatjana Bielke, Projektleiterin beim Schulportal Verbraucherbildung, gegenüber DIGITAL LERNEN.  

Herzstück des Online-Schulportals ist ein Materialkompass, der inzwischen 231 Verbraucherbildungsmaterialen für Lehrer und Schüler umfasst. „Bis Ende dieses Jahres werden in etwa 50 weitere Unterrichtsmaterialen dazu kommen“, prognostiziert Bielke. Über eine bedienungsfreundliche und selbsterklärende Suchfunktion lassen sich die Materialen wahlweise nach Unterrichtsfach, Themengebiet oder Klassenstufe zügig heraussuchen. Ganze vier Mausklicks reichen beispielsweise aus, um innerhalb weniger Sekunden eine inhaltlich überzeugende Auflistung von 81 Unterrichtsmaterialen zum Thema Medien zu erhalten. 85.000 Seitenzugriffe im Monat zeigen, dass das Konzept aufgeht. Das Projekt habe sich gut etabliert und werde insbesondere von Pädagogen „sehr gut angenommen“, fügte Bielke hinzu. 

Bereitgestellt werden die Materialen teils von staatlichen und öffentlichen Stellen wie den Landesmedienanstalten, teils von privatwirtschaftlichen Akteuren wie Buchverlagen oder IT-Unternehmen. Jeder Content wird vor der Aufnahme durch ein 20-köpfiges Bewertungsteam, bestehend aus Wissenschaftlern, Pädagogen und Fachreferenten der Verbraucherzentralen, auf die Tauglichkeit im Schulunterricht hin überprüft. Die Expertenbewertungen und ein transparentes Punktevergabesystem, das besonders geeignete Unterrichtsmaterialen für die Verbraucherbildung mit maximal fünf grünen Sternen bewertet, sollen nicht nur eine dauerhaft hohe Qualität sichern, sondern auch fachliche Informationen von wirtschaftlichen Eigeninteressen trennen. In dem Kriterienkatalog zur Bewertung der Dokumente heißt es dazu: „Gut benotet werden auch Aktualität und Vollständigkeit von Informationen. Keine Punkte gibt’s hingegen, wenn das Material Produktwerbung enthält oder stark von den Eigeninteressen des Anbieters geleitet ist.“ Bielke betonte, dass die Materialen aus der Wirtschaft und den Wirtschaftsverbänden dabei vergleichsweise schlecht abschneiden, denn „sobald kommerzielle Interessen ins Spiel kommen, leidet der pädagogische Gehalt darunter".

Die Lehrkräfte und Schüler sollen auf Grundlage der vergebenen Sternenanzahl sofort erkennen können, „wie gut die Materialen für ihren jeweiligen Unterricht geeignet sind“, lobt die Bundesverbraucherministerin Ilsa Aigner die Transparenz des Systems. Deutschlands oberster Verbraucherschützer Gerd Billen stellt zudem fest, dass der Materialkompass mit seinem Bewertungssystem dazu beitrage, „hohe Qualitätsstandards für Unterrichtsmaterialen in der Verbraucherbildung zu etablieren“. Gleichzeitig würden die Schülerinnen und Schüler damit in die Lage versetzt auf dieser Grundlage „verantwortungsbewusste Konsumentscheidungen“ treffen zu können.

Die Kinder und Jugendlichen von heute, sind die Verbraucher von morgen. Daher ist es nur konsequent, dass die deutschen Verbraucherschützer bereits in den Schulen ansetzen, um die Vermittlung von Verbraucherkompetenz beim Nachwuchs nachhaltig zu stärken. Das dürfte auch der Hauptgrund dafür sein, dass der Materialkompass kürzlich über die ursprüngliche Projektlaufzeit bis Juli dieses Jahres um weitere zwei Jahre verlängert wurde.

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11.06.2012
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Thorsten Greb
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Für Lehrer: Materialkompass zur Verbraucherbildung
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