Über diesen Artikel
Datum:
24.06.2011
Autor:
Sascha Steuer
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/eu-studie-minderjaehrige-sind-in-sozialen-netzwerken-schlecht-geschuetzt.html
Title:
EU Studie: Minderjährige sind in Sozialen Netzwerken schlecht geschützt
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift

EU Studie: Minderjährige sind in Sozialen Netzwerken schlecht geschützt

Flags outside the European Parliament building Louise Weiss in Strasbourg - LOW
© (C) Parlement Europeen (C) Architecte : Archi, Architecture Studio, European Union

Der Schutz minderjähriger Kinder ist bei den meisten Sozialen Netzwerken unzureichend, dies ist das Ergebnis des ersten von er EU in Auftrag gegebenen Untersuchung Sozialer Netzwerke in der EU. Mit Bebo und MySpace haben nur zwei getestete Soziale Netzwerke Standardeinstellungen, bei denen die Profile Minderjähriger nur den Mitgliedern auf der genehmigten Kontaktliste zugänglich sind. Nur vier Websites gewährleisten, dass Minderjährige standardmäßig nur von Freunden kontaktiert werden können: Bebo, MySpace, Netlog und SchülerVZ. Die Mehrzahl der getesteten 14 sozialen Netze gibt Minderjährigen jedoch altersgerechte Sicherheitsinformationen, beantwortet Hilfeanfragen und verhindert, dass die Profile Minderjähriger mit externen Suchmaschinen durchsucht werden können. Die Zahl der Minderjährigen, die soziale Netze nutzen, nimmt in der EU zu – gegenwärtig sind es 77 % der 13- bis 16-jährigen und 38 % der 9- bis 12-jährigen Internetnutzer. Doch das sind nur die offiziellen Zahlen, laut einer Untersuchung des Magazins "Consumer Reports" sind alein in den USA über 7,5 Millionen Kinder unter 13 Jahren illegal bei Facebook angemeldet.

Neelie Kroes, die für die Digitale Agenda zuständige Vizepräsidentin der Kommission, erklärte dazu: „Ich bin enttäuscht, dass die meisten sozialen Netze nicht dafür sorgen, dass die Profile Minderjähriger standardmäßig nur den Mitgliedern auf deren genehmigten Kontaktlisten zugänglich sind. Ich werde darauf drängen, dass sich diese Websites eindeutig dazu verpflichten, diesen Mangel in einer überarbeiteten Version des Selbstregulierungsrahmens abzustellen, der gegenwärtig erörtert wird. Geschützt werden sollen Minderjährige nicht nur vor unerwünschten Kontaktaufnahmen, sondern auch vor der Beschädigung ihres guten Rufs in der Online-Welt. Jungen Leuten ist nicht ganz klar, welche Folgen die Online-Veröffentlichung so vieler persönlicher Informationen haben kann. Deshalb brauchen sie Hilfe von Eltern und Lehrern, denen wir aber mit Schutzvorrichtungen zur Seite stehen müssen, bis die Jugendlichen in der Lage sind, ihre Entscheidungen selbst in voller Kenntnis der Folgen zu treffen.“

Durch die von den meisten sozialen Netzen angebotene Möglichkeit, Personen in Bildern namentlich zu kennzeichnen, ist es sehr leicht geworden, im Internet nach Fotos einer bestimmten Person zu suchen. Die Teenager sind im Internet auch anderen Gefahren wie „Grooming“, also der Annäherung von Erwachsenen die sich als Kinder ausgeben und „Cyber-Bullying“ ausgesetzt. Um ihre Online-Identität verantwortungsvoll verwalten zu können, brauchen Kinder und Jugendliche geeignete Sicherheitswerkzeuge.
Bei den zwischen Dezember 2010 und Januar 2011 durchgeführten Tests wurden 14 Websites geprüft: Arto, Bebo, Facebook, Giovani.it, Hyves, Myspace, Nasza-klasa.pl, Netlog, One.lt, Rate.ee, SchülerVZ, IRC Galleria, Tuenti und Zap.lu. Weitere neun Websites werden im Laufe dieses Jahres noch getestet.
Festgestellt wurde:

• 13 der 14 getesteten Websites stellen Sicherheitsinformationen, Anleitungen und/oder Lehrmaterial mit spezieller Ausrichtung auf Minderjährige bereit (alle Websites außer Arto).
• Sicherheitsinformationen für Minderjährige sind auf allen Websites, die solche Informationen bieten, verständlich und altersgerecht abgefasst. Dies ist ein großer Fortschritt seit der ersten Bewertung im letzten Jahr (siehe IP/10/144). Diese Informationen sind bei vielen Websites aber noch immer schwer zu finden.
• Die Verfahren für Rückmeldungen funktionieren jetzt besser als 2010.

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24.06.2011
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Sascha Steuer
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EU Studie: Minderjährige sind in Sozialen Netzwerken schlecht geschützt
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