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Datum:
24.10.2010
Autor:
Redaktion
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http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/eu-studie-14-der-9-bis-16-jaehrigen-haben-pornographie-im-internet-gesehen.html
Title:
EU Studie: 14% der 9- bis 16-Jährigen haben Pornographie im Internet gesehen
Kategorie:
Jugendmedienschutz
Hans-Bredow-Institut     

EU Studie: 14% der 9- bis 16-Jährigen haben Pornographie im Internet gesehen

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© Hans-Bredow-Institut

14% der 9- bis 16-Jährigen haben Pornographie im Internet gesehen. Als negativ empfanden dies allerdings nur 12%. Dies sind die Ergebnisse der zweiten EU-Studie zum Online-Verhalten von Kindern. Dazu wurden in 25 europäischen Ländern insgesamt 23.420 repräsentativ ausgewählte Kinder im Alter von neun bis 16 Jahren befragt. Gegenüber den 14% aller europäischen Kinder geben in Deutschland allerdings nur 5% an, in den letzten 12 Monaten Bilder mit offensichtlich sexuellem Inhalt gesehen zu haben. 41% der Eltern (EU), deren Kinder sexuelle Bilder im Internet gesehen haben, glauben nicht, dass ihre Kinder Derartiges gesehen haben. Und sogar 56% der Eltern von Kindern, die gemeine oder verletzende Online- Nachrichten erhalten haben, haben davon nichts mitbekommen. Damit kommt die Hälfte der Eltern offensichtlich ihrer Aufsichtspflicht nicht nach.

Das Konsumieren von Pornographie durch Kinder ist in Deutschland nicht grundlos verboten, Experten fürchten negative Auswirkungen des Pornokonsums auf die Sexualentwicklung von Kindern. „Studien zeigen, dass Jugendliche schon sehr früh Erstkontakt mit Pornographie im Netz haben. Wenn sich die Präferenzstruktur in der frühen Jugend manifestiert, hinterlassen solche Bilder Spuren. In der klinischen Arbeit berichten uns schon Zwölf- bis Dreizehnjährige, dass in ihren Masturbationsphantasien Bilder auftauchen, die sie zuvor im Internet gesehen haben", erläuterte der Direktor des Instituts für Sexualwissenschaft an der Berliner Charité, Professor Klaus Beier, in der FAZ. Auch die EU-Studie geht auf die Wirkungen ein. So wurden die Kinder gefragt, ob sie sich von den Bildern online belästigt fühlten. In keinem anderen Land waren es mit 55% so viele Kinder wie in Deutschland, die sich duch die gesehenen Bilder negativ berührt fühlen.

Aber nicht nur der Pornokonsum stand im Mittelpunkt der Studie. Auch das Chatten in Onlineforen und eventuelle Treffen der Chatpartner wurde untersucht. 36% aller deutschen Kinder hatten bereits online Kontakt mit Personen, die sie nicht persönlich kannten. Sage und schreibe 12% der Kinder haben solche Online-Kontakte dann auch tatsächlich getroffen. Jedes vierte dieser Kinder hat sogar mehr als fünf Personen offline getroffen.

Nur 10% der Eltern ahnen, dass ihre Kinder schon Online-Bekanntschaften offline getroffen haben. Wie wenig die Eltern von den Aktivitäten ihrer Kindern wissen, zeigt noch eine Zahl. So sind 61% der Eltern (EU), deren Kinder bereits Online- Kontakte offline getroffen haben, fest davon überzeugt, dass ihre Kinder eben dies noch nicht getan haben. So viel zur aktuellen Diskussion um die RTL2-Sendung "Tatort Internet". Bei allen berechtigten Vorwürfen, wenn die Sendung eines gebracht hat, dann ist es hoffentlich, die ahnungslosen Eltern wach zu rütteln, damit sie mit ihren Kindern über die Gefahren sprechen und einen wirksamen Filter installieren. Nötig wäre dies, denn bereits 55% der deutschen Kinder nutzen das Internet weit weg von den Augen ihrer Eltern in ihrem eigenen Zimmer.

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24.10.2010
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