Über diesen Artikel
Datum:
08.10.2010
Autor:
Redaktion
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/deutschland-ist-fassungslos-internet-kinderschaender-werden-live-im-fernsehen-gestellt.html
Title:
Deutschland ist fassungslos: Internet-Kinderschänder werden live im Fernsehen gestellt
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift

Deutschland ist fassungslos: Internet-Kinderschänder werden live im Fernsehen gestellt

Wer bisher das Thema verdrängt hatte, kann nun nicht mehr wegschauen: Kinderschänder werden vor laufender Kamera auf frischer Tat ertappt und beantworten bereitwillig die Fragen der Journalisten. Ihre Opfer finden die Pädophilen im Internet, dort geben sie sich erst als Kinder oder Jugendliche aus und verraten erst im Verlauf des Gesprächs ihr wahres Alter, ein Zeichen, dass sie die Kinder später auch wirklich treffen wollen. Grooming heißt das in der Internetsprache. Moderiert und unterstützt wird "Tatort Internet" von dem ehemaligen Innensenator und Polizeipräsidenten Hamburgs, Udo Nagel, begleiten die Zuschauer das Filmteam der zu den Konfrontationen mit Männern, die sexuellen Kontakt zu Minderjährigen im Internet suchen. Stephanie zu Guttenberg und Julia von Weiler von „Innocence in Danger“ stehen mit der langjährigen Expertise Ihres Vereins zur Seite. Der Fernsehzuschauer ist schockiert als Udo Nagel einräumen muss: „Leider reicht das Material den Ermittlungsbehörden nicht aus, um einen Anfangsverdacht zu generieren“.

Das sogenannte Grooming scheint zuzunehmen. Denn für Kinder ist es schwer zu erkennen, ob sich am anderen Ende ein Kind oder ein Erwachsener versteckt. Erwachsene haben oft leichtes Spiel, sie machen sich an Kinder ran, die im Chat über ihre Probleme sprechen wollen. Denn die Hemmschwelle ist hier wesentlich niedriger als in einem persönlichen Gespräch. Dies nutzen die Erwachsenen gnadenlos aus und geben sich als verständnisvoller Gesprächspartner. Am Ende schaffen sie es dann die Kinder in ihre Wohnung zu locken und ggf. mit ihnen Sex zu haben. Die EU „ermahnte“ daher die Mitgliedstaaten, ihre Rechtsvorschriften diesbezüglich zu aktualisieren, nicht nur jene, die dem Schutz von Kindern dienen, die das Internet nutzen, sondern um vor allem auch „Grooming" als Straftatbestand einzuführen. Dies fordert nun auch „Innocence in Danger“.

Doch was können Eltern tun um ihre Kinder davor zu schützen? Was können Lehrer tun um Kinder auf die die Gefahren beim Chatten aufmerksam zu machen? Im britischen Lancaster arbeiten Forscher an einer Software die automatisch erkennt wenn sich im Chat ein Erwachsener als Kind ausgibt. Die Software analysiert automatisch Gemeinsamkeiten zwischen Satzbau und Wortwahl mit gespeicherten Redemustern. Mit dieser vollautomatischen Analyse können 94% der Täter festgestellt werden. Im Vergleich: Nur jedes fünfte Kind kann einen erwachsenen Chatpartner erkennen, der so tut als sei er ein Kind. Die Maschine ist also besser als der Mensch. Das Forscherteam hofft nun darauf, dass nicht nur aktuelle Faker im Chat aufgedeckt werden können, sondern auch Nutzerprofile von Pädophilen insgesamt angelegt werden können, um herauszufinden wie sich Pädophile im Internet bewegen. Doch noch ist das Zukunftsmusik.

Bereits heute werden Technologien wie die aus Lancaster in Filterprogrammen verwendet. Immerhin ein Schutz den Eltern gegen die meisten Gefahren des Internets bereits heute einsetzen können. So wurden durch das automatische Filterverfahren des „TIME for kids Schulfilter Plus“ über 11 Mrd. Webseiten, Bilder und andere Inhalte nach verschiedenen Analyseverfahren kategorisiert.

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08.10.2010
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