Über diesen Artikel
Datum:
06.09.2010
Autor:
Redaktion
Aktionen:
Drucken
URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/deutsche-internetwirtschaft-wir-loeschen-98-prozent-der-kinderpornografie.html
Title:
Deutsche Internetwirtschaft: Wir löschen 98 Prozent der Kinderpornografie
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift

Deutsche Internetwirtschaft: Wir löschen 98 Prozent der Kinderpornografie

Back Camera
© Sascha Steuer, DIGITAL LERNEN

Nachdem das Bundeskriminalamt im letzten Monat seine Zahlen zur Löschung kinderpornografischer Seiten vorgelegt und damit die Debatte um Löschen oder Sperren erneut in Gang gesetzt hatte, stellte nun der ECO-Verband seine Daten vor. Danach soll es möglich sein, innerhalb einer Woche 98 Prozent der kinderpornografischen Seiten zu löschen und zwar unabhängig von dem Land in dem die Seite gehostet wird. Ausländische Seiten meldet der ECO-Verband an die internationale Dachorganisation INHOPE, die wiederum die jeweilige Landesbehörde auffordert die Löschung vorzunehmen. Es hängt dann von den Regularien des jeweiligen Landes ab, wie schnell die Seiten gelöscht werden können, in Deutschland sei das Löschen gar in der Regel innerhalb eines Werktages möglich. Der ECO-Verband konnte im ersten Halbjahr 2010 so von 197 gemeldeten Seiten 194 Seiten löschen. Nach einer kritischen Berichterstattung im Sommer über die zu lange Dauer des Löschverfahrens konnte der ECO-Verband nach eigenen Angaben eine Verbesserung und Beschleunigung des Verfahrens erreichen. Auch das BKA legte nun Zahlen vor, nach dem bis zu 86 Prozent der Seiten innheralb einer Woche gelöscht werden können. Netzpolitik.org stellte die Zahlen online.

Die meisten jugendgefährdenden Seiten – rund 50 Prozent - kommen aus den USA, gefolgt von Russland und einigen europäischen Staaten. Mit den meisten Staaten gibt es eine institutionelle Zusammenarbeit. Angesichts von geschätzten 13 Millionen kinderpornographischen Seiten sind die 194 gelöschten Seiten freilich eine sehr geringe Anzahl. Die Seiten sind nicht leicht auffindbar, es wird davon ausgegangen, dass die meisten Bilder direkt zwischen den Personen getauscht und nicht erst im Internet online gestellt werden. Die Anzahl der neuen Seiten im World-Wide-Web steigt jährlich um über 30%, allein die Anzahl der in Deutschland registrierten Domains lag laut denic Ende April 2010 bei über 13 Millionen und die .com Domains bei 87 Millionen. Insofern bewegt sich die Debatte nicht nur zwischen „Löschen oder Sperren“, sondern auch zwischen dem „Anbieter- und Nutzerprinzip“. Denn selbst wenn die Provider die wenigen ihnen bekannten Seiten blitzschnell löschen könnten, wäre der Nutzer angesichts von Millionen nicht entdeckter Seiten nicht davon entbunden für seinen Schutz - oder den Schutz seiner Kinder - durch einen Jugendschutzfilter auf dem Stand der Technik selbst zu sorgen. Durch Provider zentral löschen und auf dem Homecomputer lokal sperren, könnten die zwei Seiten einer Medaille sein. Lokale Jugendschutzfilter werden spätestens zum Beginn des Jahres 2011 in das Zentrum der Diskussionen rücken wenn der neue Jugendmedienschutz-Staatsvertrag in Kraft tritt. Mit dem kommenden Jahr müssen alle deutschen Anbieter ihre Seiten nach Altersstufen labeln, also digital kennzeichnen. Dieses Labeling wird dann wiederum von den Jugendschutzfiltern ausgelesen und nur die Seiten werden durchgelassen, die der jeweiligen Alterseinstufung entsprechen. Kritiker befürchten, dass gerade kleine unbedenkliche Seiten, wie die Pension im Schwarzwald oder die Jugendfeuerwehr in Kiel, kein Labeling vornehmen werden und damit nicht mehr erreichbar sind.

1 2  
Über diesen Artikel
Datum:
06.09.2010
Autor:
Redaktion
Aktionen:
Drucken
URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/deutsche-internetwirtschaft-wir-loeschen-98-prozent-der-kinderpornografie.html
Title:
Deutsche Internetwirtschaft: Wir löschen 98 Prozent der Kinderpornografie
Kategorie:
Jugendmedienschutz
gastautoren stift
Diesen Artikel teilen
Anzeige
Anzeige
Anzeige