Über diesen Artikel
Datum:
27.09.2011
Autor:
Sascha Steuer
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/jugendmedienschutz/einzelansicht/artikel/15-prozent-der-deutschen-sind-internetsuechtig-wo-gibt-es-hilfe.html
Title:
1,5 Prozent der Deutschen sind Internetsüchtig – Wo gibt es Hilfe?
Kategorie:
Jugendmedienschutz
Im Netz gefangen

1,5 Prozent der Deutschen sind Internetsüchtig
– Wo gibt es Hilfe?

Im Netz gefangen

Im Netz gefangen

Nach einer neuen Studie der Drogenbeauftragten der Bundesregierung sind 1,5 Prozent der Deutschen Internetsüchtig, weitere 13 Prozent seien gefährdet. In der Gruppe der Jugendlichen zwischen 14 und 16 Jahren liegt die Anzahl der Internetsüchtigen mit 4,9 Prozent der Mädchen und 3,1 Prozent der Jungen über dem Durchschnitt. Die Mädchen nutzen dabei häufiger Soziale Netzwerke, während die Jungen stärker Online-Spiele spielen.

Als internetsüchtig werden Personen bezeichnet, die wesentlich mehr Zeit im Internet verbringen als der Durchschnitt, oft an Internetaktivitäten denken müssen und dadurch soziale Kontakte vernachlässigen. Die Ergebnisse beruhen auf einer Selbstauskunft von etwa 1.500 repräsentativ ausgewählten Personen, die bei einer telefonischen Befragung unter etwa 15.000 Personen angegeben hatten, das Internet täglich länger als eine Stunde zu nutzen.

Die Teilnehmer wurden gefragt, ob sie es schwierig finden, das Internet auszuschalten, ob der Schlaf wegen des Internets verkürzt wurde, oder beispielsweise Aufgaben hastig erledigt werden, um möglichst schnell wieder ins Internet zu können. Kritiker werfen der Studie vor, damit die zunehmende Verlagerung von alltäglichen Tätigkeiten in das Internet auszublenden. So könne eine vierstündige Internetsuche nach neuen Schuhen im Internet wegen der Dauer als Sucht gewertet werden, während ein vierstündiger Shoppingtag jedoch kaum als Sucht zu werten sei. Die Schuhsuche unterscheide sich aber in der Art der Nutzung des Internets fundamental von der Intensität eines Online-Spiels. Diese mangelnde Differenzierung der Studie zwischen den unterschiedlichen Tätigkeiten im Internet stellt jedoch nicht die generelle Aussage infrage: Es gibt einige Hunderttausend Menschen in Deutschland, denen die Kontrolle über die Dauer der Internetnutzung abhanden kommt.

So gibt es Fälle, in denen Frauen unter anderem durch exzessives Chatten im Internet die Betreuung ihrer Kinder vernachlässigt haben. Diesem tatsächlichen Suchtverhalten, das sich durch klare Suchtmerkmale von einer nur starken Internetnutzung unterscheidet, muss auch mit therapeutischen Maßnahmen begegnet und weitere Fälle möglichst durch Prävention verhindert werden. Bisher erstatten die Krankenkassen die Kosten jedoch nicht generell, daher fordert der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn, dass die Krankenkassen die therapeutischen Maßnahmen nun übernehmen müssten. Gegenüber DIGITAL LERNEN räumt der Spitzenverband der Krankenkassen ein, dass zwar Internetsucht noch kein anerkanntes Krankheitsbild ist, allerdings als Ergebnis einer Impulskontrollstörung abgerechnet werden könnten.

Einige Krankenkassen engagieren sich außerdem auf dem Feld der Prävention. So hat die Techniker Krankenkasse gemeinsam mit der hessischen Landesstelle für Suchtfragen 2008 ein Projekt zum Thema Computer- und Internetsucht gestartet, mit dem bereits in rund 50 Fachstellen und Suchtberatungsstellen Mitarbeiter zu Ansprechpartnern fortgebildet werden konnten.

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