Trickfilme mit der Digitalkamera

Christina Otto
Christina Otto     
© Christina Otto

Christina Otto ist Medienberaterin des Kompetenzteams der Stadt Köln und leitet Lehrerfortbildungen zu verschiedenen Medienprojekten im Unterricht. In diesem Jahr ist im BVK Verlag ihre Broschüre mit praktischen Anleitungen zum Thema „Trickfilme mit der Digitalkamera“ in neuer Auflage erschienen. In ihrem Beitrag für DIGITAL LERNEN bietet sie einen Einblick in die Möglichkeiten digitaler Trickfilme im Unterricht.

Story, Fotos, Schneiden, fertig! Trickfilme können mit Hilfe einer Digitalkamera und einem Computer zum Thema werden - ob im Unterricht oder im offenen Ganztag. Trickfilme machen vereint kreatives Gestalten, mündlichen und schriftlichen Sprachgebrauch, sowie den Umgang mit der Digitalkamera, Aufnahmegeräten und dem Computer in einfacher und spielerischer Art und Weise.

Das Prinzip von Trickfilmen ist simpel aber veranschaulicht gerade deshalb umso besser, wie wirkliche Filme funktionieren – nämlich als einzelne Bilder, die so schnell hintereinander gezeigt werden, dass das Auge sie nicht mehr als einzelne Bilder differenzieren kann. Am besten startet man auch genau damit: mit der Geburt des Films und erzählt den Teilnehmern von Eadweard Muybridge und seiner Serienfotografie. Natürlich leben (Trick-)filme auch vom Ton, der Musik und dem Schnitt. Hier bietet es sich an kleine Filmszenen (evtl. von den Teilnehmern mitgebracht) zu den o.g. Themen zu analysieren.

Trickfilme können dann auf zwei Arten entstehen: durch den Legetrick oder den 3-D Trick. Der 3-D Animationsfilm arbeitet mit plastischen Figuren, z.B. Knetgummifiguren oder Legomännchen und der Legetrickfilm arbeitet ausschließlich mit Figuren aus Papier, die sich auf einer Kulisse bewegen. Der einfache Unterschied zwischen beiden besteht darin, dass beim 3-D Film die Digitalkamera in einer anderen Position steht und statt einem Hintergrund, der beim Legetrickfilm auf dem Boden liegt, auch noch Seitenwände hergestellt werden müssen. Die Möglichkeiten beider Varianten sind unendlich. Auf die Herstellung eines Legetrickfilms soll im Folgenden weiter eingegangen werden: Zunächst ist es natürlich wichtig eine Geschichte zu haben, die man ver(-trick)filmen möchte. Die Charaktere aus der Geschichte werden nun auf Papier gezeichnet, angemalt und ausgeschnitten. Teile, die sich bewegen sollen, müssen abgeschnitten werden. Zur Aufbewahrung der vielen Kleinteile bietet sich eine Kiste an. Zudem werden die verschiedenen Hintergründe auf DINA 3 Papier gezeichnet, an denen die Geschichte spielt. Nun kann es fast losgehen. Die Kulisse wird nun auf dem Boden befestigt und die Figuren an entsprechende Stellen gelegt. Die Kamera wird auf einem Stativ mit Linse nach unten so ausgerichtet, dass nur die Kulisse im Vorschaubildschirm zu sehen ist. JETZT wird das erste Foto gemacht. Dann werden die Figuren minimal verschoben und das zweite Foto wird gemacht. So geht es weiter, bis die Figuren ihre Geschichte gespielt haben und viele Fotos geknipst wurden. Aber Vorsicht: bevor ein Foto gemacht wird – immer die Hände aus dem Bild! Der Schnitt kann am Ende mit dem Programm Microsoft Movie Maker geschehen. Hierfür muss zunächst die Bilddauer unter: Extras – Optionen auf 0:500 oder weniger eingestellt werden, dann werden die fotografierten Bilder in das Programm geladen und in die Schnittleiste gezogen. Entweder können die Bilder nun live vertont werden oder Musikstücke können unter die Bilder gelegt werden. Die Endprodukte geben wunderbare Einblicke in die Wahrnehmungswelt von Kindern und Erwachsenen. 

Über diesen Artikel
Datum:
03.12.2013
Autor:
Christina Otto
Aktionen:
Drucken, E-Mail
URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/trickfilme-mit-der-digitalkamera.html
Title:
Trickfilme mit der Digitalkamera
Kategorie:
Gastbeitrag / Interview
Soziale Netzwerke