Über diesen Artikel
Datum:
23.05.2012
Autor:
Sascha Steuer
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/tiroler-bildungsraetin-palfrader-digitale-medien-gehoeren-in-lehrerausbildung.html
Title:
Tiroler Landesrätin Palfrader: „Digitale Medien gehören in die Lehrerausbildung"
Kategorie:
Gastbeitrag / Interview, Netzpolitik
Tiroler Landesrätin, Mag. Dr. Beate Palfrader im Interview

Tiroler Landesrätin Palfrader: „Digitale Medien gehören in die Lehrerausbildung"

Tiroler Landesrätin, Mag. Dr. Beate Palfrader

Tiroler Landesrätin, Mag. Dr. Beate Palfrader im Interview

Das österreichische Bundesland Tirol versucht mit unterschiedlichen Initiativen - wie dem Tiroler Bildungsservice oder dem Tiroler Schulnetz - die Vermittlung von Medienkompetenz an Schüler und Pädagogen sowie die Integration digitaler Medien in die Schulen voranzubringen. Über die Entwicklungen und Perspektiven in der digitalen Bildungslandschaft Tirols sprachen wir mit der Landesrätin von Tirol, Mag. Dr. Beate Palfrader.

DIGITAL LERNEN: Frau Dr. Palfrader, warum ist es aus Ihrer Sicht notwendig, die Ausstattung der Schulen mit Computern und Internet gleichzeitig mit einer Lehrerausbildung zu verknüpfen?

Dr. Beate Palfrader: Die Schule steht immer vor der Herausforderung eine zeitgemäße und sinnstiftende Lernumgebung zu schaffen. Damit dies gelingen kann, ist ein entsprechendes Angebot an Aus- und Weiterbildung für die Pädagoginnen und Pädagogen notwendig. Im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologie ist dies besonders wichtig, da sich dieses Segment sehr rasch weiterentwickelt. Die heutigen Schülerinnen und Schüler wachsen bereits in einer „digitalen Umgebung" auf und haben dadurch einen mehr oder weniger großen Wissensvorsprung gegenüber vielen Lehrpersonen. Dieses Ungleichgewicht gilt es in der Fort- und Weiterbildung auszugleichen beziehungsweise es durch eine entsprechende Ausbildung gar nicht erst aufkommen zu lassen.

Was hat das Land Tirol dafür getan?

Das Kernelement des Tiroler Volksschulprojektes 1999-2004 war - neben der laufenden Hard- und Softwareausstattung durch die Schulerhalter - eine maßgeschneiderte Weiterbildung der Lehrkräfte. Im Zuge des Projektes wurde zu allererst der Weiterbildungsbedarf jeder einzelnen Schule erhoben. Aufgrund dieser Erhebungen konnten bedarfsgerechte Weiterbildungsmodule angeboten, durchgeführt und evaluiert werden. Die Evaluierungsergebnisse wurden in den folgenden Modulen entsprechend berücksichtigt. Weiters wurden die Weiterbildungen - wo möglich - in der jeweiligen Schule durchgeführt, um so den Umgang mit der Hardware Vor-Ort vermitteln zu können.

Welche Erfahrungen aus dem Volksschulprojekt in Tirol sollten heute noch berücksichtigt werden?

In der Ausbildung der zukünftigen Lehrkräfte muss der Einsatz Neuer Medien im Schulalltag berücksichtigt werden. Das Tiroler Schulnetz, der Tiroler Bildungsservice (TIBS) und die Supportstruktur agieren als Partner im Bereich Schule, wobei hier am wichtigsten die koordinierte Vorgehensweise aller Beteiligten ist. Weiters: die strukturelle Unterstützung durch die Schaffung und des Weiterbetriebs des Tiroler Schulnetzes und des TIBS sowie die Entwicklung und Aufrechterhaltung der Supportstruktur von zentralen und dezentralen Dienste, die den Einsatz Neuer Medien in der Schule fördern und ermöglichen. Das TIBS ist das Bindeglied zwischen dem Amt der Tirol Landesregierung, dem Landesschulrat für Tirol und den Schulen. Aufgrund der Fülle an Materialien im Internet hat man sich verstärkt mit Metadaten beschäftigt. Daraus resultierte die Contake (www.contake.at) des Tiroler Bildungsservice mit ca. 17.000 beschlagworteten Lernmaterialien für den Unterricht und die Unterrichtsvorbereitung, die gerade durch www.lehrmittel.tibs.at abgelöst wird.

Gibt es mehr Bedarf an Weiterbildungen als Sie anbieten oder bieten Sie mehr an als Lehrer daran teilnehmen wollen?

Man muss hier unterscheiden. Die Ausbildungen und die Weiterbildungen passieren über die pädagogische Hochschule, passieren aber auch durch schulinterne Lehrerfortbildungen. Ich glaube, dass das Angebot für Ausbildungen gerade durch diese rasante Veränderung auch im Bereich der digitalen Medien verstärkt werden muss, damit wir alle Schulen, vor allen Dingen auch draußen in den Regionen, erreichen.

Viele Lehrer würden gerne mehr digitale Medien, Internet, Computer einsetzen, wenn sie zur Verfügung stünden.

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23.05.2012
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Sascha Steuer
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