Über diesen Artikel
Datum:
04.06.2012
Autor:
Sascha Steuer
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/medienzentrum-bremen-it-muss-fuer-lehrer-leicht-bedienbar-sein.html
Title:
Medienzentrum Bremen: IT muss für Lehrer leicht bedienbar sein
Kategorie:
Gastbeitrag / Interview
Rainer Ballnus, Leiter des Zentrums für Medien      

Medienzentrum Bremen: IT muss für Lehrer leicht bedienbar sein

Rainer Ballnus, Leiter des Zentrums für Medien
Rainer Ballnus, Leiter des Zentrums für Medien      
© LIS-ZfM Bremen Melanie Apel/Michael Schnelle, Melanie Apel

Das Zentrum für Medien des Landesinstituts für Schule der Freien Hansestadt Bremen will mit dem  Masterplan zur Medienbildung mehr Schulen zur Integration digitaler Medien in den Schulalltag motivieren. DIGITAL LERNEN sprach darüber mit dem Leiter des Zentrums für Medien, Dr. Rainer Ballnus.

DIGITAL LERNEN: Was sind aus Ihrer Sicht die drei wichtigsten Aspekte beim Masterplan Medienbildung gegenüber früheren Planungen in der Freien Hansestadt Bremen?

Dr. Rainer Ballnus: Natürlich gab es auch in der Vergangenheit wichtige Initiativen und Projekte, um eine zukunftsorientierte Lernkultur umzusetzen, in der digitale Medien zeitlich und örtlich flexibel zum selbstgesteuerten Lernen genutzt werden können. Ähnlich wie in anderen Bundesländern zielten jedoch diese Aktivitäten immer nur auf einzelne Handlungsfelder.

Mit dem Masterplan wird nun der Aufbau einer Gesamtsteuerung zum „Neuen Lernen mit Medien“ verfolgt, in dem die zentralen Handlungsfelder der Lehreraus- und –fortbildung, dem technischen Support, der Ausstattung, der Bildungspläne, der digitalen Materialien, der Lernplattformen sowie das Beratungs- und Unterstützungssystem miteinander verschränkt werden. Wir wollen außerdem die Organisationslücke zwischen Schulträgern, Schulen, Ministerium, Landesinstitut und regionalen IT-Dienstleistern schließen. Ganz entscheidend als Grundlage für das weitere Vorgehen war eine dezidierte Bestandsaufnahme und Bilanzierung der Ist-Situation. Erst darauf aufbauend erfolgen nun die Konsequenzen, Maßnahmen und Empfehlungen.

Wie viele Bremer Schulen haben denn bereits ein Medienkonzept?

Wir führen keine Statistik darüber, wie viele Bremer Schulen über ein Medienkonzept verfügen. Aber: Wer hohe Türme bauen will, muss länger beim Fundament verweilen. Mit anderen Worten: Ohne die Medienkonzepte der Schulen ist es für einen Schulträger außerordentlich schwierig, eine seriöse Medienentwicklungsplanung für die nächsten fünf Jahre zu konzeptualisieren. Aus diesem Grunde haben wir das Verfahren, wie Schulen Hardware beschaffen, grundsätzlich überarbeitet. Statt einer Ausstattung „auf Zuruf“ wird künftig jeder Beschaffungsantrag an ein Medienkonzept gebunden sein. Damit Schulen keine seitenlangen Elaborate formulieren, die mit dem Ist-Stand nichts zu tun haben, erfolgt dies sehr schlank und mit inhaltlicher Beratung durch das Medienzentrum. Dies geht soweit, dass bei Bedarf medienpädagogische Berater die Jahrgangsteams der Schulen direkt unterstützen, ein Mediencurriculum zu erarbeiten. Am Ende steht ein zentrales und transparentes Gremium, die „Steuergruppe Masterplan Medienbildung“, in der Schulaufsicht, Schulträger, Medienzentrum und wissenschaftliche Begleitung gemeinsam die Anträge der Schulen genehmigen.

Was sind Ihrer Auffassung nach die Werkzeuge, die jede Schule bei ihrem Medienkonzept bedenken muss?

Erstens brauchen wir eine IT-Infrastruktur, die lernförderlich ausgerichtet und im Kern – gerade auch von Lehrkräften –leicht bedienbar ist. Medien- und Methodenkompetenzen in der Schule können nur dann systematisch gefördert werden, wenn digitale Medien, wie Papier und Bleistift, jederzeit als Werkzeuge zur Verfügung stehen. Zweitens muss der Einsatz von Lernplattformen integraler Bestandteil schulischer IT-Ausstattung sein. Mit Lernplattformen lassen sich mehrere Applikationen bündeln, damit Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte miteinander digital kooperieren, kommunizieren, Daten organisieren und Lernprozesse unterstützen können. Lernplattformen erfordern einen stark schülerzentrierten Lernprozess und ermöglichen vielfältige Möglichkeiten der individuellen Förderung. Zudem lässt sich in der Plattform umfassender „Content“ einstellen.

Und drittens bekommt das Arbeiten mit beliebigen mobilen Endgeräten an jedem Ort und zu jeder Zeit einen immer wichtigeren Werkzeugcharakter. Der Einsatz von mobilen Endgeräten - im Unterschied zum Arbeiten und Lernen mit stationären Rechnern - erlaubt einen flexiblen Zugriff auf Lernplattformen und digitale Materialien.

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04.06.2012
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Sascha Steuer
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Gastbeitrag / Interview
Rainer Ballnus, Leiter des Zentrums für Medien      
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