McAfee Studie "Digital Deceptions" 2013: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser

Augen zu im Internet
© Michael Horn, Michael Horn, pixelio.de

Was Teenager im Internet tun ist das Eine. Was Eltern glauben, das ihre Teenager im Internet tun, ist oft etwas völlig Anderes. Jedenfalls ist dies ein Ergebnis einer aktuellen Studie von McAfee und der Initiative "SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht", die dieses Missverhältnis untersucht hat.

Die Studie wurde in fünf europäischen Ländern durchgeführt. In Deutschland wurden im Oktober 2013 500 Eltern von Teenagern und 500 Jugendliche im Alter von 13 bis 17 Jahren befragt. Ein Ergebnis lautet, dass auch in Deutschland viele Jugendliche auf für sie unangemessene Inhalte zugriffen, obwohl 71 Prozent ihrer Eltern darauf vertrauen, dass sie dies nicht tun. Ein ähnlich hoher Prozentsatz von Jugendlichen geht hingegen davon aus, es sei ihren Eltern ganz gleichgültig, was sie online tun.

"Kinder finden das Surfen im Netz spannend und entdecken gerne neue Seiten. Wichtig ist, dass Eltern über die Surfgewohnheiten ihrer Kinder Bescheid wissen und notwendige Sicherheitsregeln besprechen", so Kristin Langer, Mediencoach der Initiative "SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht". "So können Eltern Sicherheitseinstellungen aktivieren oder Jugendschutzprogramme einrichten. Neben der aktiven Begleitung der Eltern ist dies eine gute Möglichkeit, Kinder vor nicht altersgerechten Inhalten zu schützen."

28 Prozent der befragten Eltern nehmen an, dass ihre jugendlichen Kinder die Wahrheit darüber sagen, was sie im Internet tun. 60 Prozent von ihnen  vertrauen darauf, dass diese keine unangemessenen Inhalte  konsumieren. Die Studie betont, dass diese „Gutgläubigkeit der Eltern“ den Trend unterstütze,  dass viele Jugendliche Zugang auf zweifelhafte Inhalte zugreifen können, die ihnen gefährlich werden könnten oder sogar illegal sind. 41 Prozent der deutschen Jugendlichen besuchen Webseiten, mit denen  ihre Eltern nicht einverstanden wären, während nur 27 Prozent der befragten  Eltern das vermuten. 39 Prozent der Jugendlichen haben sich Videos angesehen, die ihre Eltern missbilligen würden, während nur 28 Prozent der Eltern dies für möglich hielten. 13 Prozent der Jugendlichen gaben an illegale Kopien von Musikstücken gekauft zu haben. Und 4,5 Prozent gaben sogar an, schon einmal Alkohol oder Drogen über das Internet besorgt zu haben. 7,5 Prozent der Teenager haben anstößige Bilder von sich selbst gesendet oder gepostet. 19 Prozent der Teenager haben Aktfotos oder Pornographie online konsumiert, 27 Prozent von diesen tun dies mehrmals pro Monat. 16 Prozent der Teenager haben sich schon einmal real mit jemanden getroffen, den sie online kennengelernt haben.

Die Hälfte der Eltern glaubt, die Online-Aktivitäten ihrer Kinder herausfinden zu können. Dagegen gaben nur 23 Prozent der Jugendlichen an, nicht zu wissen, wie man seine Wege im Internet vor den Eltern verbirgt. Die Studie schließt daraus: „Die große Mehrzahl scheint  dies also offensichtlich zu tun“, auch wenn es einen Unterschied zwischen Wissen und Tun gibt. Dennoch zeigen die Studienergebnisse, dass Jugendliche Schritte unternehmen, um ihre Wege im Netz zu verschleiern: 40 Prozent minimieren den Browser, sobald ein Elternteil den Raum betritt. 31 Prozent löschen den Browserverlauf. 33 Prozent sind auch außerhalb der elterlichen Wohnung im Internet unterwegs. 16 Prozent löschen unangemessene Videos und 17 nutzen geheime E-Mail-Adressen.

Über die Hälfte der Eltern (52 Prozent) gibt an, mit ihren Kindern Gespräche über Online-Sicherheit geführt zu haben.

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Über diesen Artikel
Datum:
28.11.2013
Autor:
Sven Becker
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McAfee Studie "Digital Deceptions" 2013: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser
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