Über diesen Artikel
Datum:
19.12.2012
Autor:
Sven Becker
Aktionen:
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/jim-studie-2012-eine-nachlese.html
Title:
JIM-Studie 2012 - eine Nachlese
Kategorie:
Studien
redaktion sven becker

JIM-Studie 2012 - eine Nachlese

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Vor kurzem ist die neue JIM-Studie veröffentlicht worden, die jährlich einen repräsentativen Blick auf die mediale Lebenswelt Jugendlicher freigibt. Die Autoren plädieren darin für eine ausgewogene Herangehensweise, die mögliche Probleme der Mediennutzung zwar mit ins Auge fasst, die Medien jedoch nicht unverhältnismäßig auf diese Problemfelder reduziert. Denn dadurch würden die Chancen verkannt, die „die Möglichkeiten der Vernetzung, der Kommunikation und des Informationsaustausches bieten. Eine öffentliche Diskussion, die sich auf einen völligen Verzicht auf digitale Medien zuspitzt und nur die Schattenseiten in den Blick nimmt, geht an der Realität vorbei.“

Drei Ergebnisse lassen sich hervorheben und sind im Folgenden genauer dargestellt: Immer mehr Jugendliche verfügen über Smartphones und mobilen Internetzugang. In der Schule sind digitale Medien noch immer unterrepräsentiert. Die Medienkompetenz steigt und der Umgang mit sozialen Netzwerken wird reflektierter.

Deutlich mehr Jugendliche als in den Vorjahren besitzen mittlerweile ein Smartphone. 2010 waren es erst 14 Prozent, 2011 schon 25 Prozent, und in diesem Jahr sind es bereits 47 Prozent der Jugendlichen. Die Zugangswege zum Internet ändern sich mit dieser Entwicklung, während die Nutzungsfrequenz und -dauer in etwa gleich bleiben. Insbesondere die mobile Internetnutzung steigt. War sie in den letzten Jahren noch gering ausgeprägt – acht Prozent in 2010 und 22 Prozent in 2011 -, sind 2012 immerhin schon 40 Prozent der Jugendlichen regelmäßig mobil online. Die Autoren vermuten als Gründe dafür den erleichterten Internetzugang, sinkende Kosten der Onlinenutzung sowie die einfachere Handhabung durch Apps.

Tablet-Computer sind mit sieben Prozent unter den Jugendlichen noch recht selten vertreten. 2011 gingen zwei Prozent der Jugendlichen mit einem solchen Gerät ins Internet, in diesem Jahr gaben dies schon acht Prozent an - ein kleiner, aber bemerkenswerter Anstieg.

Im Internet nutzen 82 Prozent der befragten Jugendlichen die einschlägigen Suchmaschinen 41 Prozent recherchieren dabei regelmäßig nach Themen, die jenseits des Schulstoffs liegen. 36 Prozent nutzen dazu die Wikipedia oder andere Online-Enzyklopädien.

Um für die Schule zu lernen, nutzen 49 Prozent der 12- bis 19-Jährigen Computer und Internet mehrmals in der Woche. In der Schule selbst wird dagegen noch immer recht selten mit Computer oder Internet gearbeitet: nur 25 Prozent gaben an, dass dies der Fall ist. Im Vergleich zu den Vorjahren sind hier nur geringe Fortschritte zu verzeichnen. 2009 und 2010 waren es 16 Prozent und 2011 22 Prozent. Die Autoren der JIM-Studie schätzen diese Entwicklung zu recht als „sehr bescheiden“ ein. Differenziert man die Ergebnisse, zeigt sich ein Anstieg des Computereinsatzes im Unterricht mit zunehmendem Alter. Von 14 Prozent bei den 12 bis 13-Jährigen bis zu 37 Prozent bei den 18- bis 19-Jährigen – doch auch dies ist noch ein verhältnismäßig niedriger Wert.  

Allerdings tragen die öffentliche Diskussion des Datenschutzes sowie die verstärkte Vermittlung von Medienkompetenz in der Schule Früchte. Als Gradmesser dafür kann herangezogen werden, wie viele der Jugendlichen in den dominanten Social Networks die „Privacy-Optionen“ aktiviert haben; die Nutzer können damit steuern, wer welchen Zugriff auf die Informationen hat, die sie einstellen. Als diese Frage in der JIM-Studie 2009 das erste Mal gestellt wurde, waren es nur 46 Prozent. 2011 waren es schon 79 Prozent und in diesem Jahr ist der Wert noch einmal auf nun 87 Prozent gestiegen.

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19.12.2012
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Sven Becker
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JIM-Studie 2012 - eine Nachlese
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