Über diesen Artikel
Datum:
17.09.2013
Autor:
Sven Becker
Aktionen:
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/internetzugang-an-europaeischen-schulen-ungleich-verteilt.html
Title:
Internetzugang an europäischen Schulen ungleich verteilt
Kategorie:
Studien
redaktion sven becker

Internetzugang an europäischen Schulen ungleich verteilt

Net Children Go Mobile
© EC's Safer Internet Programme

Über die Hälfte der europäischen Kinder nutzt das Internet in der Schule wenigstens einmal pro Woche. Aber nur ein Viertel von ihnen gibt an, das Internet täglich oder mehrmals am Tag in der Schule zu nutzen.

Das ist eines der ersten Zwischenergebnisse des quantitativen Teils des europäischen Projekts „Net Children Go Mobile“, die jetzt veröffentlicht wurden. Das Projekt untersucht die Post-Desktop Medienökologie, die die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen in verschiedenen europäischen Ländern prägt. Dazu werden empirische Studien durchgeführt, deren Auswertung die mobilen digitalen Bedingungen beleuchten soll. Darüber hinaus interessieren sich die Forscher auch für die Strategien, die die Kinder selbst für den Umgang mit den Risiken des Internet entwickeln. Dazu gehören auch die Untersuchung ihrer Medienkompetenz (media literacy) sowie die Motivation und Effektivität der Maßnahmen, die Eltern, Lehrer oder Jugendarbeiter ergreifen. Es sollen Schlüsselempfehlungen herausgearbeitet werden, auf die künftige Initiativen zur Sicherheit im Internet bei ihrer Entwicklung zurückgreifen können.

Betrachtet man die nun veröffentlichten Ergebnisse, fällt eine starke innereuropäische Unausgewogenheit auf. Zwar steigt in allen Ländern der Zugang zum Internet, je älter die Schüler werden: Drei von Vier der 15- bis 16-Jährigen nutzen es mindestens einmal pro Woche. Allerdings sind wesentliche Unterschiede zwischen den Ländern zu beobachten. Während beispielsweise über 80 Prozent der britischen und dänischen Kinder das Internet mindestens einmal in der Woche in der Schule nutzen, sind es in anderen Ländern weniger – nur die Hälfte der rumänischen Kinder und drei von vier italienischen Kindern geben an, das Internet in der Schule weniger als einmal pro Woche zu nutzen.

Auch der Zugang zu WLAN ist ungleich verteilt. 43 Prozent der Kinder sagen aus, dass es kein WLAN in ihrer Schule gebe oder die sie nicht darauf zugreifen dürften. Demgegenüber gibt ein Viertel der Kinder an, Schul-WLAN mit einigen Einschränkungen nutzen zu können und nur 14 Prozent verfügen über ein schulweites WLAN-Netz, das sie ohne irgendwelche Einschränkungen nutzen können.

Ähnlich sieht es bei der Verwendung von Smartphones in der Schule aus. Fast die Hälfte der europäischen Schüler darf das eigene Smartphone nicht in der Schule benutzen, und lediglich 22 Prozent der Schüler berichten, dass sie es ohne Restriktionen verwenden könnten. Dabei sind Alter und Nationalität wesentliche Unterscheidungskriterien: jüngere Kinder und Kinder, die in Italien und Großbritannien leben, dürfen Smartphones mit der geringsten Wahrscheinlichkeit in der Schule nutzen, während es der Mehrheit der dänischen Kinder nicht verboten ist.

An dem Projekt arbeiten Forscher aus Dänemark, Italien, Rumänien und Großbritannien mit. Diese Länder stehen exemplarisch für die soziokulturellen und technologischen Unterschiede innerhalb Europas und unterscheiden sich hinsichtlich der historischen Verbreitung von Mobiltelefonen, der digitalen Jugendkultur, des Auftretens von Online-Risiken für Kinder sowie der Kindheit und Erziehungskultur. „Net Children Go Mobile“ wird vom Safer Internet Programme der Europäischen Kommission gefördert, um mit quantitativen und qualitativen Methoden die Möglichkeiten und Risiken des mobilen Internet zu untersuchen.

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17.09.2013
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Sven Becker
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Internetzugang an europäischen Schulen ungleich verteilt
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