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Datum:
05.09.2013
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/ecool-kompetenzorientierter-unterricht-mit-digitalen-medien.html
Title:
eCOOL – Kompetenzorientierter Unterricht mit digitalen Medien
Kategorie:
Gastbeitrag / Interview

eCOOL – Kompetenzorientierter Unterricht mit digitalen Medien

Andreas Riepl
© Andreas Riepl

Andreas Riepl ist Lehrer an der BHAK Steyr, Mitarbeiter im Impulszentrum für CoOperatives Offenes Lernen und CEO der gtn gmbh. In seinem Gastbeitrag für DIGITAL LERNEN stellt er die Initiative eCOOL vor,  der es um kompetenzorientierten Unterricht mit digitalen Medien geht.

Im letzten Jahrzehnt entwickelte sich eine österreichische LehrerInnen-Initiative zu einer bundesweiten Qualitätsmarke für die sich bisher über 100 Schulen zertifiziert haben. Dafür wurden verschiedene reformpädagogische Ansätze in ein Unterrichts- und Schulentwicklungskonzept vereint (siehe dazu www.cooltrainers.at). Die drei Säulen des Co-Operativen Offenen Lernens sind: Selbstständigkeit, Verantwortung und Teamfähigkeit wobei sich letztere auf SchülerInnen-Kooperation sowohl als auch LehrerInnen-Kooperation bezieht. Im Rahmen von COOL werden unter anderem Arbeitsaufträge in offenen Lernphasen von SchülerInnen in unterschiedlichen Sozialphasen erarbeitet und somit Lernprodukte geschaffen.

eCOOL ist eine Weiterentwicklung, die COOL als Basiskonzept mit eLearning-Elementen anreichert. Dabei ist der gezielte Einsatz von digitalen Medien in der Unterrichtsarbeit integraler Bestandteil: Lernprodukte als Ergebnisse von Arbeitsaufträgen mit digitalen Elementen können als Artefakte von ePortfolios gesehen werden. Erworbene Kompetenzen werden strukturiert dokumentiert, Reflexionen werden über die Portfolio-Arbeit online  geführt.

Daraus entwickelt haben sich verschiedene Tools die für die Lernplattform Moodle umgesetzt worden sind. Es handelt sich dabei um die exabis-Serie (www.exabis.at) – ePortfolio-Arbeit, Kompetenzdokumentation, verbalisiertes Feedback und didaktische Szenarien wie game-based-learning (www.gamelabs.at) wurden bisher als OpenSource-Software unterstützend für das Unterrichtskonzept erarbeitet und werden über das erfolgreiche edumoodle-Projekt, das über 2.500-Schulinstanzen in Österreich verwaltet, distribuiert.

Die neueste Entwicklung nennt sich ePOP und bringt Kompetenzlandkarten, ePortfolio-Arbeit und Kompetenzdokumentation auf Smartphones (siehe dazu www.epop.at).

Die Smartphone-App vereint mehrere Vorteile in sich:

1.     Einfacher Einstieg in die ePortfolio-Arbeit

2.     Zeitgemäßes Tool auf mobilen Endgeräten das Jugendliche positiv aufnehmen

3.     Grundsätzliche Unabhängigkeit von Software-Funktionalität

4.     Zeit u. Ortsunabhängigkeit

5.     Grafische Visualisierung des Kompetenzfortschritts in einem Gegenstand

6.     Reflexion der individuellen Arbeit mit Standards

Die App baut auf zwei Hauptfunktionen auf:

1. Entwickeln einer eigenen Kompetenzlandkarte, soziale,  personale und digitale Kompetenzen betreffend:
Aufgaben und Übungsbeispiele zu den genannten überfachlichen Kompetenzen werden von einem zentralen (Moodle-)Server in die App transportiert und können von SchülerInnen selbstständig gelöst werden. Durch die Bearbeitung einzelner Aufgaben färben sich Kompetenzfelder ein und dokumentieren somit den Lernfortschritt.

2. Erweiterung der Kompetenzlandkarte um individuelle Interessensbereiche des Nutzers. Neue Themenbereiche (mit Haupt- und Unterkategorien) werden von SchülerInnen eigenständig angelegt: klassische ePortfolio-Arbeit.


Innerhalb dieser individuellen Struktur können eigene Beiträge (=Ausarbeitungen von eigenen Beispielen, Leistungsnachweise zu verschiedenen Fachgegenständen und Themengebieten, Dokumente kreativen Gestaltens) über die ePOP-App erfasst und mit Kompetenzbeschreibungen versehen werden. Leistungsnachweise, die auf diese Art durch SchülerInnen erfolgen, werden in der Moodle-Installation auf die der Schüler/die Schülerin Zugriff hat, abgelegt.

Fazit

Die transparente digitale Dokumentation des Kompetenzerwerbs in verschiedenen Gegenständen über eine Bildungskarriere hinweg stellt eine zeitgemäße Unterstützung von Lernprozessen dar.

Durch die Verknüpfung von Bildungsstandards mit Aufgabenstellungen und der Möglichkeit, selbstangeleitete Kompetenznachweise zu erbringen, stehen effiziente OpenSource-Tools für PädagogInnen und SchülerInnen für die Unterrichtsarbeit zur Verfügung.

Wichtig bleibt sicherlich die Anleitung durch Pädagogen im Gesamtprozess, auch um Kontinuität zu gewährleisten. Durch die Vereinfachung im Handling mittels mobiler Lernbegleiter und freier App-Wahl zur Aufgabenlösung werden neben der fachlichen auch weitere Kompetenzbereiche adressiert.

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05.09.2013
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