Über diesen Artikel
Datum:
02.04.2013
Autor:
Sven Becker
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URL:
http://www.digital-lernen.de/nachrichten/diverses/artikel/die-sechs-muster-medienerzieherischen-handelns.html
Title:
Die sechs Muster medienerzieherischen Handelns
Kategorie:
Studien
Medienerziehung in der Familie     

Die sechs Muster medienerzieherischen Handelns

Medienerziehung in der Familie
Medienerziehung in der Familie     
© Pro777, dreamstine.de

Kinder kommen immer früher mit Medien in Berührung, und fast immer im Familienkreis über die Eltern. Diese ersten Erfahrungen beeinflussen den Stellenwert der Medien im Leben der Kinder und die Art, wie sie mit ihnen umgehen. Aber welche Vorstellungen über die Medienerziehung haben Eltern eigentlich? Und wie sieht ihre Erziehungspraxis in Bezug auf Fernsehen, Computer, Internet und Computerspiele aus? Die Studie „Zwischen Anspruch und Alltagsbewältigung: Medienerziehung in der Familie“, die am 19. März erschienen ist, beschäftigt sich mit diesen Fragen. Die Forscher befragten dazu rund 450 Eltern mit Kindern im Alter zwischen fünf und zwölf Jahren und führten 48 qualitative Familienstudien durch. Die Ergebnisse geben einen Einblick in die Medienerziehung in Familien mit unterschiedlichen sozialen Hintergründen und zeigen, an welchen Stellen Reibungspunkte zwischen den Vorstellungen der Eltern und den Bedürfnissen der Kinder liegen. Auch über den medienerzieherischen Informations- und Unterstützungsbedarf der Eltern gibt die Studie Aufschluss. Projektleiterin Dr. Ulrike Wagner vom JFF - Institut für Medienpädagogik, München: „In unserer Studie hat sich deutlich gezeigt, dass die Herangehensweisen der Eltern teilweise erheblich variieren, was entweder auf die Familiensituation oder die eigene Medienkompetenz zurückzuführen ist. Dabei war auffällig, dass vor allem kontrollierende und reglementierende Ansätze schnell an ihre Grenzen stoßen und einen eigenständigen Umgang der Kinder mit Medien meist nur unzureichend fördern können.“ Dem gegenüber steht für die Forscher ein aktiver, teilhabender Ansatz der Eltern, der „die reine Reglementierung in den Hintergrund drängt und auf eine konstruktive Auseinandersetzung mit dem Medienumgang der Kinder setzt“.

Die Studie isoliert verschiedene Faktoren, die das medienerzieherische Handeln beeinflussen. Darunter fällt etwa, wie die Eltern den Einfluss der Medien auf die Kinder bewerten. Auch die Medienaffinität sowie die formale Bildung der Eltern spielen eine Rolle. Die Ergebnisse geben unter anderem Aufschluss über das Informationsverhalten der Eltern und über ihre Informationsbedürfnisse. Etwa die Hälfte der Eltern habe das Bedürfnis, sich über das Thema Medien und den Medienumgang ihrer Kinder zu informieren. Allerdings suchten sie nur selten selbst aktiv nach Informationen. Eltern seien überwiegend offen für medienerzieherische Information, der Zugang zu ihnen sollte jedoch möglichst niederschwellig sein. Überdies stießen Informationsangebote schnell an ihre Grenzen, wenn die Eltern die Empfehlungen nicht auf die eigene Situation übertragen könnten oder diese zu weit von ihren eigenen Einschätzungen und Überzeugungen abwichen. Konkrete inhaltliche Interessen zeigten sich beim Thema Altersangaben von Medienangeboten und bei Informationen im Bereich Computer, Internet, Computerspielen und Mobiltelefonen. Ein besonderes Interesse bestünde an weiterführenden Informationen zu Sozialen Netzwerken.

Die Forscher interessierte auch, welchen Instanzen die Eltern Zuständigkeiten für Medienerziehung zuschreiben. Hier zeige sich, dass Eltern, insbesondere Alleinerziehende, auch andere Erziehungsinstitutionen – vor allem die Schule – in der Pflicht sehen. Aufgabe der Medienanbieter sei es nach Angabe der Eltern, Kinder vor Risiken zu schützen oder ihr Angebot kindgerecht zu gestalten und mit pädagogischen Hinweisen zu versehen.

Aus den Befragungsergebnissen identifizierten die Forscher sechs unterschiedliche Medienerziehungsmuster, die in der Studie genauer erläutert werden. Laufen lassen: In dieser Gruppe wird der Medienumgang der Kinder kaum durch die Eltern geregelt oder begleitet. Die Auseinandersetzung mit dem Medienumgang der Kinder bleibt aus. Beobachten und situativ eingreifen: Die Eltern mischen sich kaum in den Medienumgang ihrer Kinder ein.

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02.04.2013
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Die sechs Muster medienerzieherischen Handelns
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